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All Seasons

Season 2001

  • S2001E01 Eine Reise zu Mugaruka

    • January 19, 2001

    Kongo, Bukavu: Porträt Carlos Schuler, der sich für die Erhaltung der Gorillas im Nationalpark einsetzt / Leben zwischen Krieg und Frieden

Season 2005

  • S2005E01 Salome

    • May 19, 2005

    Salome «On The Road»: Vom MusicStar zur Künstlerin ist es ein langer Weg. Vor bald drei Monaten ist Salome Clausen zum MusicStar 2005 gekürt worden. Sie habe die Kilometer, die sie seither gemacht hat, nicht gezählt, sagt Salome, «aber es sind Tausende». Sie reist von einer Ecke der Schweiz in die nächste, von Autogrammstunde zu Kurzauftritt, von CD-Aufnahmen zu Promo-Termin, von der City in die Provinz und wieder zurück. Und holt damit gewissermassen nach, was andere Musiker vor ihren ersten TV-Auftritten machen: Sie tingelt. Das klingt zwar abschätzig, aber alle Stars der Musikbranche haben mit Tingeln angefangen. Sie nannten es einfach: «On The Road». «Reporter» begleitet Salome auf Strasse und Schiene, im Heli und in der Luftseilbahn, durch Hintereingänge und Backstage-Couloirs ins gleissende Bühnenlicht von Mehrzweckhallen, Shopping-Centers und Bergrestaurants.

  • S2005E02 Reporter spezial - Der Schweizer Ananaskönig Johann Dähler

    • July 4, 2005

  • S2005E03 Reporter spezial: Ein Mensch — ein Schicksal

    • July 11, 2005

    «Der Schuss von der Kanzel»

  • S2005E04 Die unheimliche Karriere der Diana Forster

    • July 18, 2005

  • S2005E05 Elvira und der Seezigeuner

    • July 25, 2005

  • S2005E06 Carlos und Christine — Eine Reise zu Mugaruka

    • August 8, 2005

  • S2005E07 Abambo Ernst und die Apokalypse

    • August 15, 2005

    «Abambo» (Bruder) rufen ihn die Menschen, wenn er durch die armen Quartiere Lusakas geht: Ernst Wildi lebt als Aids-Pfarrer in Sambia. Täglich besucht der Immenseer Pater die Kranken in einem der Stadtteile Lusakas. Die Situation ist apokalyptisch: Mehr als ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung ist HIV-positiv. Im ganzen Lande gibt es 1,5 Millionen Aids-Waisen. Viele davon sind Vollwaisen und leben in Haushalten, die nur aus Kindern bestehen. Peter Lippuner hat Ernst Wildi erneut besucht und gesehen, dass sich Ernst Wildi seinen grossen Traum eines Aidshospizes erfüllen konnte.

  • S2005E08 Überlebt - dem Tsunami entronnen

    • November 23, 2005

    Beat Schweiter verbringt die Weihnachtsferien 2004 zusammen mit seiner Lebenspartnerin Judith Kressig im thailändischen Khao Lak. Im Hotel „Paradise“ werden sie vom Tsunami überrascht. Die Flutwelle reisst beide mit. Judith Kressig kommt ums Leben. Beat Schweiter überlebt schwer verletzt. Diesen Herbst ist Beat Schweiter nach Thailand zurückgekehrt. Auch nach Khao Lak, an den Ort, an dem er dem Tod ins Auge gesehen hatte. Reporterin Silvia Graber hat ihn auf dieser schweren Reise begleitet. Auf eindrückliche Art schildert er ihr seinen Überlebenskampf und seine unglaubliche Spital-Odyssee in Thailand.

  • S2005E09 Tsunami - 1 Jahr danach: Thailand

    • December 27, 2005

    Thailand, Khao Lak, Phuket, Kho Prathong: Ein Augenschein 1 Jahr nach dem Tsunami / Entwicklung des Tourismus nach dem Seebeben / Investoren versuchen mit Mafia-Methoden Grundstücke für Ferien-Anlagen zu erwerben / Wie weit fortgeschritten sind die DEZA-Projekte zum Wiederaufbau von Fischerdörfern

  • S2005E10 Die Lachskönigin von Alaska - Vom Schweizer Metzgerjungen zur amerikanischen Unternehmerin

    • December 28, 2005

    Thomas Gerber erzählt in seiner Reportage die Erfolgsgeschichte der Schweizer Transsexuellen Andrea Wahry in Alaska. - „I am a chick with a dick“ – „Ich bin eine Frau mit Glied“ – so beschreibt sich Andrea Wahry selber. Die 53jährige ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin in Alaska. Geboren ist Andrea als Andi Währy in Pfeffingen (BL). Der junge Andi lernte nach einer verkorksten Schulzeit Metzger, war in der Freizeit ein leidlich erfolgreicher Schwinger und unterdrückte seinen Wunsch, Frau zu sein. Vor mehr als 30 Jahren wanderte er nach Übersee aus. Im Laufe der Jahre wechselte er die Branche, machte sich in der Fischräucherei selbstständig und bekannte sich immer mehr zu seiner weiblichen Seite. Seit zehn Jahren lebt er nun als Frau in Anchorage.

  • S2005E11 Reporter Hintergrund

    • December 28, 2005

    Tsunami - ein Jahr danach

  • S2005E12 Tsunami - ein Jahr danach: Indonesien

    • December 29, 2005

    Indonesien, Banda Aceh, Sumatra: Wie leben die Menschen 1 Jahr nach der Tsunami-Katastrophe / Nach 30 Jahren Bürgerkrieg geben die Rebellen die Waffen ab / Der Kampf um die Spendengelder brachte Frieden / Die Hilfsbestrebungen der Schweizer Umweltstiftung PanEco

Season 2006

  • S2006E01 Der Familienmörder - Psychogramm des Unfassbaren

    • February 15, 2006

    Er war der brave Familienvater, der unauffällige Nachbar, der angepasste Angestellte. Dass er auf Kredit lebte und sich immer mehr verschuldete, wusste niemand. Nicht einmal seine Frau. Jahrelang verbarg er seine Verzweiflung. Bis zu jener Nacht, als er durchdrehte: Seine Frau und seine zwei kleinen Söhne schliefen, als er sie mit einem Wäscheseil erdrosselte. Der heute 60jährige Titus A. erzählt Reporterin Karin Bauer von seiner erschütternden Bluttat. Mit Rückblenden und der Analyse durch einen Gerichtspsychiater erstellt die Reporterin das Psychogramm eines Familienmörders.

Season 2010

  • S2010E01 Geschichten, die «Reporter» schrieb - Folge 1 vom 5.7.2010

    • July 5, 2010

    Vor zwanzig Jahren verliebte sich eine junge Schweizerin in einen Indianer vom Stamme der Lakota. Sie gründete mit ihm eine Familie und auch einen Kindergarten im Indianerreservat. Doch das Schicksal meinte es hart mit ihr: Isabel Stadnick kehrte als Witwe mit ihren drei Kindern in die Schweiz zurück.Die Liebe zu den Lakota-Indianern und zur Prärie siegte aber über den Schmerz. So verliess Isabel Stadnick die Schweiz - 12 Jahre nach dem Tod ihres Mannes - ein zweites Mal, um mit ihrer Familie da zu leben, wo sie einst glücklich war. Reporter Marc Gieriet hat sie im Pine-Ridge-Reservat in South Dakota besucht und zeigt, wie sie und ihre Kinder sich in ihrer neuen alten Heimat eingelebt haben.Heute, ein Jahr nach der Erstausstrahlung, unterhält sich Röbi Koller mit Isabel Stadnick und ihrer ältesten Tochter Celestine darüber, was seither in der neuen alten Heimat passiert ist.

  • S2010E02 Geschichten, die «Reporter» schrieb - Folge 2 vom 12.7.2010

    • July 12, 2010

    Ursula Biondi landete 1966 mit 17 als Schwangere in der Strafanstalt Hindelbank – ohne eine Straftat begangen zu haben. Die Vormundschaftsbehörde hatte zu dieser ‚erzieherischen Massnahme‘ gegriffen, weil Ursula sich in einen geschiedenen, 7 Jahre älteren Mann verliebt hatte und minderjährig schwanger wurde. ‚Zum Schutz des ungeborenen Kindes‘ wurde sie in eine geschlossene Erziehungsanstalt eingewiesen.

  • S2010E03 Geschichten, die «Reporter» schrieb - Folge 3 vom 19.7.2010

    • July 19, 2010

    Im Januar sorgte die 13-jährige Ramona für Schlagzeilen. Die jüngste Mutter der Schweiz wurde mit Bauchschmerzen ins Spital eingeliefert und gebar kurz darauf ihren Sohn Nico. Teenager-Schwangerschaften sind in der Schweiz sehr selten. Jedes Jahr gebären rund ein Dutzend Mädchen unter 16 Jahren ein Kind. Für jede Betroffene und ihre Familie bedeutet eine Schwangerschaft eine existenzielle Belastung. Reporterin Helen Arnet porträtiert zwei Teenager-Mütter.

  • S2010E04 Geschichten, die «Reporter» schrieb - Folge 4 vom 26.7.2010

    • July 26, 2010

    Esther Frigg (61) hat in Chur jahrzehntelang ein unauffälliges, bürgerliches Leben geführt. Die dreifache Mutter kümmert sich um ihre Kinder, arbeitet Teilzeit in der kantonalen Verwaltung und erklimmt in der Freizeit mit ihrem Mann, mit dem sie seit 35 Jahren verheiratet ist, Berggipfel in aller Welt. Ihre Reisen führen das Paar nach Afrika, in die Anden Südamerikas und in den Himalaya. Als Esther Frigg das erste Mal ohne ihren Mann eine Reise nach Ladakh (Indien) unternimmt, kommt sie völlig verändert zurück. Eine kurze Begegnung mit einem Orakel - einer Schamanin - reichte, um ihr ganzes Leben komplett in Frage zu stellen. Esther Frigg weint ein ganzes Jahr lang. Währenddessen wächst in ihrem Herzen die Liebe zu einem jungen Ladakhi, den sie auf der gleichen Reise kennenlernte. Esther entschliesst sich zu einem radikalen Schritt: sie kehrt der Schweiz, ihrem Mann, ihren Kindern, ihrem Job den Rücken und wandert nach Indien aus. Doch der Pfad ins neue Leben ist steiler als erwartet.

  • S2010E05 Geschichten, die «Reporter» schrieb - Folge 5 vom 2.8.2010

    • August 2, 2010

    Mitten in der Nacht kommt Ernst Marti nach Hause, weckt seine Frau und sagt, er wolle mit ihr reden. Sie entgegnet, halb im Schlaf: „Nicht jetzt, morgen.“ Er sagt: „Ich werde gehen, für immer.“ Es sind die letzten Worte. Seither ist Marti verschollen. Zurück bleiben seine Frau, drei Kinder und das gemeinsam geführte Geschäft. 30 Jahre sind seither vergangen. Elisabeth Marti (74) aber hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Sie fragt sich immer wieder, ob ihr Mann vielleicht irgendwo im Ausland lebt. Denn: es gibt sonderbare Zeichen und Zufälle. Vor nicht allzu langer Zeit tauchten sogar Fotos auf. Neue Lichtblicke? Die Reportage von Pino Aschwanden erzählt die aufwühlende Geschichte dieses Verschwindens. Sie berichtet von den Possen des Schicksals, von seltsamen Anrufen und merkwürdigen Prophezeiungen. Und sie zeigt, dass eine Geschichte nicht abgeschlossen werden kann, wenn man nicht weiss, was passiert ist. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Heute, vier Jahre nach der Erstausstrahlung, erz

  • S2010E06 Geschichten, die «Reporter» schrieb - Folge 6 vom 9.8.2010

    • August 9, 2010

    Die 21jährige Andrea Brühwiler will ihren 28jährigen Freund aus Ägypten heiraten und wird zur Befragung aufs Standesamt zitiert. Postautochauffeur Roland Oettli ist mit der Filippina Marilyn verheiratet, konnte seine Ehe aber zwei Jahre lang nicht leben, weil seine Frau nicht einreisen durfte. Der Kurde Muhammed Bolibonaz ist mit einer Schweizerin verheiratet, lebt aber als Illegaler, weil er keine Aufenthaltsbewilligung bekommt. Alle wohnen im Kanton Thurgau, alle werden der Scheinehe verdächtigt.

Season 2011

  • S2011E01 Jedes Wort eine Zeitbombe - Zehn Jahre nach dem 11. September

    • September 11, 2011

    Die Zürcherin Maya Hess lebt seit fast dreissig Jahren in New York. Anfang der 1990er-Jahre gründete sie eine Übersetzungsagentur, die sich auf Terrorismusprozesse spezialisierte. Praktisch jeden wichtigen solchen Prozess am New Yorker Bundesgericht hat die Agentur von Maya Hess begleitet. Zu Spitzenzeiten beschäftigte sie bis zu 80 Mitarbeitende. Dann kam der 11. September 2001. Die nachfolgenden Ereignisse haben die berufliche Ausrichtung von Maya Hess völlig verändert. 2004 fand der erste grosse Terrorismusprozess in New York nach 9/11 statt. Auch diesen begleitete Maya Hess mit ihrer Agentur. Aber ausgerechnet ein ehemaliger Mitarbeiter von ihr sass dort auf der Anklagebank. Fassungslos musste Maya Hess mitanschauen, wie einer der ehemals besten Arabisch-Übersetzer ihrer Agentur in die Mühlen der Justiz geriet und sich nicht mehr daraus befreien konnte. Die Konsequenzen dieses Falls sind enorm. Welcher Dolmetscher oder Übersetzer will noch Arbeiten übernehmen, die etwas mit Terrori

Season 2015

  • S2015E01 Maximilian Janisch – Aus dem Leben eines Hochbegabten

    • January 1, 2015

    Einblicke in das Leben eines Hochbegabten – das Leben von Maximilian Janisch. Maximilian ist 11 Jahre alt und hat einen Intelligenzquotienten von 149+, das heisst, er reizt die gängige Skala aus. Mit neun absolvierte er die Matur mit Bestnoten, heute wird er an der Universität Zürich gefördert. Maximilian absolvierte die Primarschulzeit im Schnellzugstempo: Er übersprang drei Klassen und landete mit acht Jahren am Gymnasium Immensee, wo er ein Jahr später die Matura im Fach Mathematik absolvierte. Seine Klassenkameraden sind heute 14 und 15 Jahre alt. Maximilians Leidenschaft gilt der Mathematik, in der er von seinem Vater, einem Mathematik-Professor im Ruhestand, gefördert wird. Alle zwei Wochen fährt der Elfjährige mit seinem Vater an die Universität Zürich, wo ihm der renommierte Mathematik-Professor Camillo De Lellis ein speziell auf ihn zugeschnittenes Förderprogramm bietet. «Ausnahmetalente wie Maximilian sind gar nicht so selten – speziell ist seine Art der Förderung», sagt Maximilians Vater Thomas Drisch, der seinem Sohn jeden Abend die Übungsstunde «Mathe für Maximilian» angedeihen lässt. «Moi, un phénomène? L’université à dix ans – facile!» – so lautet der Titel der Biographie, die Maximilian mit seinem Vater als Ghostwriter geschrieben hat. Reporterin Helen Arnet begleitet Maximilian und seinen Vater Thomas Drisch auf eine Buch-Promotionstour nach Paris, wo Interviews bei verschiedenen grossen Fernseh- und Radiostationen auf dem Programm stehen. Dabei erhält sie überraschende Einblicke in eine besondere Familienkonstellation.

Season 2016

  • S2016E01 Warten auf die Toten

    • January 3, 2016

    «Reporter» erzählt die ungewöhnliche Geschichte von Kevin Huguenin. Der 16-Jährige führt bereits sein eigenes Bestattungsunternehmen. Das Handwerk hat er sich selber beigebracht. Während andere in seinem Alter noch aufs richtige Leben warten, ist er schon mitten drin. Und wartet auf die Toten. Kevin Huguenin ist Bestatter von Beruf und gerade mal 16 Jahre alt. Nur: Ist ein Teenager überhaupt in der Lage, diesen Beruf auszuüben? Braucht es für diesen speziellen Beruf nicht mehr Lebenserfahrung? Kevin Huguenin muss gegen Widerstände und um Anerkennung kämpfen. Aber vor allem muss er geduldig sein. Kevin Huguenin hat dieses Jahr elf Verstorbene ins Krematorium Bern überführt. Zur Zeit kämpft er gegen die Auftragsflaute. Reporter Samuel Bürgler begleitet Kevin Huguenin, der mit stoischer Ruhe seinen Weg geht. Scheinbar gegen alle Widrigkeiten.

  • S2016E02 Im Heim

    • January 10, 2016

    Vor einem Jahr erschütterte die Gewalttat einer Mutter die Schweiz: Die junge Frau brachte ihre beiden Kinder um, damit sie nicht zurück ins Kinderheim mussten. Die Heimplatzierung als schlimmste Möglichkeit, schlimmer als der Tod. Ein Extremfall. Anlass für einen Augenschein in einem Kinderheim. Gewalt, Sucht, Krankheit: die Gründe sind mannigfach, wieso Eltern nicht für ihre Kinder sorgen können. Die erste Auffangstation ist in diesen Fällen das Kinderheim, zum Beispiel das «Tipi» im zürcherischen Birmensdorf. Können Kinder einen solchen Einschnitt unbeschadet überstehen? Dieser Frage geht die Reportage von Nathalie Rufer nach. Eva feiert Geburtstag, sie wird zweijährig. Bereits zum zweiten Mal feiert sie nicht etwa mit Mami und Papi, sondern mit ihren Bezugspersonen im Kinderheim. Es gibt Geschenke, Kuchen und Kerzen, aber auf einen Anruf der Eltern warten alle vergeblich. Evas Mutter ist psychisch krank, der Vater lebt im Ausland, die Kleine hat praktisch ihr gesamtes Leben im «Tipi» verbracht. In der Regel bleiben die Kinder nur Tage bis zu wenigen Monaten im «Tipi», danach kehren sie zurück in ihre Familien oder werden in Pflegefamilien platziert. In dieser Zeit müssen die Sozialpädagoginnen eine Bindung zum Kind aufbauen und es gleichzeitig bereits auf den Abschied vorbereiten. Eine grosse emotionale Herausforderung, für beide Seiten.

  • S2016E03 Die Schande von Lesbos

    • January 17, 2016

    2015 wird als Jahr der grossen Flüchtlingskatastrophe in die Geschichte Europas eingehen. Eine Million Menschen floh über das Mittelmeer. Es sind Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben ausser ihrem Leben. Das Drama geht weiter. «Reporter» verbrachte die ersten Tage des neuen Jahres auf Lesbos.

  • S2016E04 Der Eremit

    • January 24, 2016

    Christoph Trummer ist bald 60-jährig und lebt seit rund zwanzig Jahren ohne Besitz – dafür, wie er sagt, in grösstmöglicher Freiheit. Im Sommer in einer Hütte am Bach, winters in einer bescheidenen Behausung. «Reporter» über einen, der sich definitiv nicht an Konventionen hält. Christoph Trummer zog es mit Anfang zwanzig aus der Enge des Berner Oberlandes in die Welt hinaus, um nichts weniger als den Sinn des Lebens zu finden. Kurz nachdem er in Indien angekommen war, wurden ihm alle Sachen gestohlen. Er entschied, sich nicht bei der Schweizer Botschaft zu melden, sondern lebte monatelang auf der Strasse – und war danach ein anderer. Als er alles Materielle verloren hatte, merkte er, dass er dadurch etwas gewonnen hatte: Freiheit. Als Trummer nach Frutigen zurückkehrte, entschloss er sich, so weiterzuleben: besitzlos, dafür frei und glücklich. Er verweigert sich unserer Leistungsgesellschaft seither konsequent und arbeitet nur so viel, dass er seine Fixkosten von rund 700 Franken pro Monat decken kann. So bleibt ihm viel Zeit, um das Leben zu studieren – und es zu geniessen. Reporter Simon Christen hat Christoph Trummer im Bachbett der Engstligen besucht, wo er die Sommermonate als Eremit verbringt.

  • S2016E05 Antje und der Tod

    • January 31, 2016

    Als Rechtsmedizinerin begegnet Antje Rindlisbacher jeden Tag dem Tod. Der Anblick und der Geruch von Leichen gehören zu ihrem Alltag – und trotzdem spricht sie von einem Traumjob. Reporterin Andrea Jansen durfte ihre langjährige Freundin zwei Tage lang im Institut für Rechtsmedizin Bern begleiten. Wird ein aussergewöhnlicher Todesfall gemeldet, dann werden sie gerufen: Die Rechtsmediziner. Sie treffen dabei auf Umstände, die die meisten Menschen nur aus dem Fernsehen kennen. Für Rechtsmedizinerin Antje Rindlisbacher sind sie Realität – und auch Alltag. Sie hat keine Angst vor Leichen, denn «die tun ja nichts». Es sind auch die Toten, die sie als ihre Auftraggeber sieht: In ihrem Dienste versucht sie herauszufinden, ob eine Straftat zum Tod geführt hat. Reporterin Andrea Jansen und die Rechtsmedizinerin sind seit der Schulzeit eng befreundet. Der Wunsch, die Begeisterung ihrer Freundin für Ihren nicht alltäglichen Beruf zu verstehen, war Auslöser und auch Türöffner für diesen Film. «Reporter» durfte exklusiv in den Räumlichkeiten des Berner Institutes für Rechtsmedizin drehen und den Alltag der Rechtsmedizinerin zwischen Büroarbeit, Einsätzen mitten in der Nacht und Obduktionen miterleben – hautnah und doch aus der angemessenen Distanz. Ein abwechslungsreicher Beruf, für den nicht alle gemacht sind. Für Antje Rindlisbacher «der beste Job, den es gibt».

  • S2016E06 Der Schwule, der Neger und die Heimat

    • February 7, 2016

    Welches Geheimnis habe ich? Wieviel von mir selbst verstecke ich, um dort, wo ich leben möchte, anerkannt zu werden? Genau darum geht es in dieser Reportage. Regisseur Dave D. Leins selbst wuchs als einziger Dunkelhäutiger in einem kleinen Dorf im Hinterland des Bodensees auf. In «Reporter» versucht er, den dort lebenden, 55-jährigen Handwerker Markus davon zu überzeugen, sich endlich als schwul zu outen. Markus ist Vorstand im örtlichen Fastnachtsverein und sehr gut integriert in die süddeutsche Dorfidylle. Beziehungen zu führen, wagt er jedoch nur weit entfernt von seiner Heimat. Wie geht man ein solch heikles Thema als Filmemacher am besten an, ohne seinem Protagonisten zu schaden? Wie würden die Familie von Markus und das Dorf auf so ein Geständnis reagieren? Zu guter Letzt: Warum liegt dem Regisseur dieses Thema so am Herzen? Das Erstlingswerk von Dave D. Leins ist ein subtiler Selbstversuch, der all diesen Fragen nachgeht - aus der Perspektive von einem, der das «Anders-Sein» kennt.

  • S2016E07 Inge – hinter den Kulissen

    • February 11, 2016

    «Überleben», so lautet Inge Ginsbergs Antwort auf die Frage nach ihrem Talent. Die 94-Jährige ist mit Abstand die älteste Teilnehmerin der Casting-Show «Die grössten Schweizer Talente». Die gebürtige Wienerin hat den Holocaust, Hollywood, Krebs, drei Ehemänner und mehrere Liebhaber überlebt. Mit 94 Jahren tritt Inge Ginsberg zum ersten Mal vor Publikum auf. Das Kleid rot und eng am Körper, die Haare mit Spray zur Festtagsfrisur geformt. Kein Schlager, nein. Heavy-Metal-Musik brettert über die Bühne. «Wir zertrümmern Atome; wir zertrümmern die Welt. Und kümmern uns nicht, ob es den Atomen gefällt», ertönt Inge Ginsbergs düsterer Sprechgesang. Inge Ginsberg weiss, was Zerstörung bedeutet. Aufgewachsen als Jüdin während der Nazi-Herrschaft, musste sie miterleben, wie nahe Familienangehörige deportiert und umgebracht wurden. Ihr selber gelang die Flucht in die Schweiz. Und später ein bunt-mondänes, ereignispralles Leben, überall auf der Welt. Als Reporterin Vanessa Nikisch Inge Ginsberg trifft, reist diese gerade aus New York an und fliegt wenige Tage später nach Tel Aviv weiter. Dem Gefängnis der Gewohnheiten entrinnen, täglich Neues wagen, lautet eine der Weisheiten ihres Anti-Aging-Gurus. Dank seiner Lehre will die 94-Jährige mindestens 120 Jahre alt werden.

  • S2016E08 Ein Leben lang bestraft

    • February 21, 2016

    «Reporter» porträtiert Ursula Biondi - eine starke Frau, die in den 60er-Jahren für Liebe und Schwangerschaft kriminalisiert wurde und dafür ein Leben lang bestraft worden ist. Ursula Biondi landete 1966 mit 17 als Schwangere in der Strafanstalt Hindelbank – ohne eine Straftat begangen zu haben. Die Vormundschaftsbehörde hatte zu dieser «erzieherischen Massnahme» gegriffen, weil Ursula sich in einen geschiedenen, sieben Jahre älteren Mann verliebt hatte und minderjährig schwanger wurde. «Zum Schutz des ungeborenen Kindes» wurde sie in eine geschlossene Erziehungsanstalt eingewiesen. Da es in den 60er-Jahren keine geeigneten Heime für Mädchen gab, wurde sie zu den straffälligen Frauen nach Hindelbank gebracht. Ein Jahr verbrachte Ursula Biondi mit Mörderinnen im Gefängnis als sogenannt «administrativ Versorgte» und erlebte dabei Unfassbares. Diese Ungerechtigkeit quält die Zürcherin bis heute. Ein Leben lang hat sie unter dem Stigma «Hindelbank» gelitten. Erst mit knapp 60 hat sie den Mut gefunden, öffentlich darüber zu reden und zusammen mit anderen betroffenen Frauen eine moralische Wiedergutmachung von den Behörden zu fordern.

  • S2016E09 Zwischen Traum und Trauma

    • February 28, 2016

    Angesichts der nicht abreissenden Flüchtlingsströme wird Integration immer mehr zur Herausforderung – für die Asylsuchenden und die aufnehmende Gesellschaft. Um sie zu meistern, braucht es Brückenbauer wie Fana Asefaw. «Reporter» bietet Einblick in den aufwühlenden Alltag der Integrationshelferin. «Ich kann das Vergangene nicht ungeschehen machen», sagt Fana Asefaw, «aber ich kann versuchen, die Betroffenen zu lehren, damit zu leben.» Wenn die gebürtige Eritreerin mit Flüchtlingen in der Schweiz spricht, hört sie viel Leid. Deshalb hat sie sich zur Trauma-Expertin ausbilden lassen. Ihre Patienten wähnen sich im Land der Träume, sind allerdings noch längst nicht am Ziel. Fana Asefaw – einst selbst Flüchtlingskind – hilft ihnen, hierzulande Fuss zu fassen. Die studierte Kinder- und Jugendpsychiaterin engagiert sich als Kulturvermittlerin. Für sie ist ein verbessertes Verständnis zwischen Einwanderern und Einheimischen zwingend – erst recht in Zeiten, in denen die Frage nach der Integrationskapazität einer Gesellschaft gestellt wird. Ob im Durchgangszentrum mit eritreischen Asylsuchenden, in der Sprechstunde für traumatisierte Flüchtlinge, als Botschafterin eines Hilfsprojekts in Afrika oder als Oberärztin in der psychiatrischen Klinik – Fana Asefaw hat täglich intensiv mit Menschen zu tun. Reporter Silvan Lerch hat die Mittvierzigerin bei der schwierigen Aufgabe begleitet, Leidgeprüften eine Perspektive zu schaffen.

  • S2016E10 Der alte Mann und der Berg

    • March 6, 2016

    Hansjörg Müller ist 97 Jahre alt. Sein Rezept für ein langes, gesundes Leben: an die eigenen Grenzen gehen. Denn Widerstände zu überwinden, mache das Menschsein aus. Trotz seines hohen Alters besteigt er jede Woche einmal die Rigi – «Reporter» hat ihn dabei begleitet. Anstrengung ist alles – davon ist Hansjörg Müller überzeugt. «Wenn der Mensch sich körperlich nicht mehr anstrengt, dann geht es sehr schnell bergab mit ihm – körperlich und geistig.» Kein Wunder, kämpft er sich jede Woche mindestens einmal auf die Rigi, wo er mittlerweile jeden Stein kennt. Und obwohl der Weg immer der gleiche ist, langweilt sich Herr Müller nie. Denn beim Wandern kann der Chemiker nachdenken. Anstrengung – ein Leben lang. Das ist Hansjörg Müllers Rezept gegen den körperlichen Zerfall. Daneben schluckt er diverse Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Medizin. «Ich kann zwar von keinem dieser Mittel genau sagen, ob und wie es wirkt, aber dass ich gut beeinander bin, das sieht man», erklärt Herr Müller. Reporterin Helen Arnet erwandert mit ihm die Rigi und lernt dabei einen Menschen kennen, der sie durch seine Lebenseinstellung, seinen Pragmatismus und seine Bescheidenheit beeindruckt: «Man muss nicht wollen, was nicht mehr geht, sondern man muss wollen, was geht.»

  • S2016E11 Hasan hat eine Mission

    • March 13, 2016

    Der einstige somalische Flüchtling Hasan Cismaan aus Zürich sucht Unternehmer, die bereit sind, in Mogadishu zu investieren. Das Problem: Mogadishu gehört zu den gefährlichsten Städten der Welt. «Reporter» hat ihn auf seiner Mission, das Gegenteil zu beweisen, begleitet. Der 30-jährige Hasan Cismaan flüchtete als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Somalia in die Schweiz. Heute arbeitet er als IT-Spezialist. Er tut alles, um das angeschlagene Image von Mogadishu aufzupolieren. Er sucht Schweizer Unternehmen, die bereit sind, in eine Stadt zu investieren, die weltweit immer noch zu den gefährlichsten zählt. Der 25-jährige Bürgerkrieg gilt zwar als beendet, doch in der Hauptstadt Mogadishu explodieren immer noch regelmässig Autobomben und Handgranaten. Dennoch sieht der IT-Spezialist in Mogadishu grosses Potential für Investoren aus der Schweiz. Seine Zuversicht ist so unerschütterlich, dass er die Reporterin Cristina Karrer überzeugen konnte, mit ihm in die Hauptstadt Somalias zu reisen. Für Europäer ist es immer noch gefährlich und dennoch: Mogadishu hat sich verändert. Tausende Somalier kehrten bereits aus dem Exil zurück, viele helfen mit beim Wiederaufbau der Stadt. Am Strand baden wieder Menschen, auf den Booten sitzen anstelle von Piraten heute Gäste. Mit potentiellen Investoren im Bereich Telekommunikation in der Schweiz ist Hasan Cismaan im Gespräch. Noch ist es zu früh um zu sagen, was daraus werden wird. Doch eines ist sicher: Der junge Mann ist nicht zu bremsen und seine Rückkehr in sein Ursprungsland nur eine Frage der Zeit.

  • S2016E12 Ein sauberes Geschäft

    • March 20, 2016

    Jessica Altenburger verfolgt ein aussergewöhnliches Geschäftsmodell. Die 33-jährige Zürcherin vermietet Trockentoiletten an die Slum-Bewohner von Lima. «Reporter» begleitet die Schweizerin in die Slums und erlebt, wie eine einfache Toilette ein Leben verändern kann. Zweieinhalb Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Sanitäranlagen, wie wir sie kennen. Slum-Bewohner verrichten ihr Geschäft in Latrinen, die sie in unmittelbarer Nähe zu ihren Wohnhütten graben. Fäkalien versickern unkontrolliert im Boden. Gefährliche Krankheitserreger verbreiten sich. Ein Leben in Würde lässt sich so nicht realisieren. Das will Jessica Altenburger ändern. Die Trockentoiletten, die ihre Firma X-Runner vermietet, kommen ohne Chemikalien, Wasser und Strom aus. Das ist entscheidend, denn in den Slums gibt es keine funktionierende Infrastruktur. Weil eine Kanalisation fehlt, sammelt Jessica Altenburgers Firma die Exkremente der Kunden jede Woche ein und verarbeitet sie zu Kompost. Reporter Patrick Schellenberg begleitet Jessica Altenburger zu einer neuen Kundin. Während der Monteur in der Stube das Abluftrohr an die Trockentoilette anschliesst, erzählt Nelly Palomino Gomez, die zwölf Dollar Monatsmiete für die Toilette seien viel Geld für sie. Aber sie habe die stinkende Latrine in ihrem Hinterhof einfach nicht mehr ertragen. Als der Monteur fertig ist mit seiner Arbeit, posiert sie stolz neben dem ersten WC, das sie in ihrem Leben besitzt.

  • S2016E13 Der Sch(m)erzkeks

    • March 27, 2016

    Bendrit Bajra wohnt in Zürich, stammt aus dem Kosovo und thematisiert die «Unterschiede zwischen Ausländern und Schweizern». Mit seinen Videoclips hat es der 19-Jährige zum Facebook-Star geschafft. Wieviel Wahrheit steckt in seinen Videos? «Reporter» hat Bendrit begleitet. Es war Langeweile, die den Autoersatzteil-Verkäufer dazu verleitete, kurze Videos über die Unterschiede im Familienleben von Ausländern und Schweizern zu drehen und ins Internet zu stellen. Aber offenbar hatte er damit den Nerv der Zeit getroffen. Innert kürzester Zeit wurde der Jugendliche aus Schwamendingen zum Medienstar, seine Clips ein Renner. Wieviel Wahrheit steckt in Bendrit‘s Videos? Ist sein Erfolg nur ein Hype? Und: was ist an den Klischees dran, die Bendrit bemüht? «Wer es in den Schweiz nicht schafft, ist selber schuld», sagt Bendrit mit Blick auf die Berufschancen hier. Im Kosovo gilt das nicht. Zu Tausenden verlassen die Jungen ihre Heimat, und die Unterstützung aus der Ferne ist zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren geworden. Reporter Reto Brennwald hat Bendrit Bajra auf seinen Drehs, bei seinen Fans und in den Ferien im Kosovo begleitet.

  • S2016E14 Die Chefärztin

    • April 3, 2016

    Stephanie von Orelli will Menschen helfen. Darum ist sie Ärztin geworden. Stephanie von Orelli will aber auch Frauen ermutigen, Karriere zu machen. Denn Beruf und Familie seien durchaus vereinbar. Die Chefärztin der Frauenklinik Triemli in Zürich ist das beste Beispiel: sie ist dreifache Mutter. Die Leidenschaft für die Medizin hat Stephanie von Orelli von ihren Eltern: beide waren Ärzte. Als Chefärztin kann Stephanie von Orelli nicht nur helfen, sondern auch bestimmen. Zum Beispiel, dass im Zürcher Stadtspital Triemli Frauen gefördert werden. Nie hätte sie einen Mann geheiratet, der nicht mit anpacken würde. Ihr Mann stammt aus Frankreich. Dort würde man Mütter bedauern, die nicht arbeiten gehen, sagt er. Dass seine Frau die Karriere macht, war für ihn nie ein Problem. Ein 12-Stunden-Tag, Verantwortung, Macht, wenig Freizeit – ist dies erstrebenswert oder nur anstrengend? Und was spricht dagegen, etwas kürzer zu treten, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen? «Mir geht es so gut im Leben. Darum fühle ich mich verpflichtet, den Patientinnen etwas zurückzugeben: meinen vollen Einsatz. Das kommt von meiner protestantischen Erziehung», erkärt Stephanie von Orelli – und lacht. Reporterin Samira Matta über eine Frau mit viel Energie – und ebenso viel Humor.

  • S2016E15 Koko zieht sich aus

    • April 10, 2016

    Gekonnt lässt sie die angeklebten Zötteli auf ihren Brüsten kreisen und zelebriert ihre Cellulite im Scheinwerferlicht. Koko La Douce – Showgirl und Mutter, Sexgöttin und Feministin zugleich. Im Burlesque-Tanz findet die Winterthurerin ihren Lebenssinn. «Ich schaute in diesen voluminösen Arsch und wusste: das ist es!» So umschreibt Franziska Lötscher Jöhnk diesen lebensumwälzenden Augenblick. Die ausgebildete Schauspielerin sah zum ersten Mal eine Burlesque-Tänzerin auf der Bühne und war sogleich entflammt für diese Auftrittsform: Sexualität im Zusammenhang mit Humor und Fantasie. Mittlerweile steht Koko selber auf der Bühne und versprüht Sexiness, während sie ihren aufwendig verpackten Kurvenkörper kunstvoll entblättert. Und doch: Als Reporterin Vanessa Nikisch Koko und ihre Familie in ihrer Wahlheimat Dresden besucht, spürt sie eine gewisse Zerrissenheit. Gerade für die Buben ist der Job ihrer Mutter nicht nur einfach. Auch nicht für den Ehemann. Und Koko selbst, kämpft mit der Doppelbelastung. Hier die begehrte Tänzerin, da die Brötchen schmierende Hausfrau. Für Koko ist Burlesque eine Lebenseinstellung und jeder Tag ein Showgirl-Tag.

  • S2016E16 Padre Xavier und das dreckige Gold aus Peru

    • April 17, 2016

    In der peruanischen Urwaldprovinz Madre de Dios verursachen Tausende von Goldsuchern eine soziale und ökologische Katastrophe. Seit vierzig Jahren kümmert sich der Genfer Pfarrer Xavier Arbex um die Opfer des Goldrausches. Puerto Maldonado ist die Hauptstadt der Provinz Madre de Dios, und der beliebteste Treffpunkt ihrer Bewohner ist eine Eisdiele am Hauptplatz. «Los gustitos del cura», so heisst das Lokal, «Die kleinen Vergnügen des Pfarrers». Der Genfer Pfarrer Xavier Arbex lebt seit vierzig Jahren in Peru. Es war die Not der Waisenkinder, die Padre Xavier veranlasste, in Madre de Dios zu bleiben. Er hat die Eisdiele und auch eine Touristenlodge gegründet, um damit seine Kinderheime zu finanzieren. Aber das Wirken des Schweizer Pfarrers beschränkt sich nicht auf das soziale Engagement. Er ist als Befreiungstheologe in die Dritte Welt gegangen, und das bedeutet für ihn bis heute, die herrschenden Verhältnisse auch politisch zu verändern. Der steigende Goldpreis lockte viele Bewohner aus den Anden in den Urwald von Madre de Dios. Bei der gefährlichen Arbeit kommen jährlich Dutzende von Handlangern ums Leben. Seit zwei Jahren verbietet die peruanische Regierung die informelle Goldgräberei in Madre de Dios. Doch der Traum vom schnellen Reichtum lässt sich nicht per Dekret verbieten. Jetzt setzt sich Padre Xavier dafür ein, dass die informellen Goldgräber unterwiesen werden, sauberes Gold zu produzieren. Und er predigt den Goldkäufern und Rohstoffhändlern in der Schweiz ins Gewissen.

  • S2016E17 Marlas grösster Fan

    • April 24, 2016
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die Konditorin Claudia Schmid aus Affoltern am Albis war zwanzig Jahre lang der grösste Fan des amerikanischen Musikstars Marla Glen – heute ist sie die Finanzmanagerin der Sängerin. «Reporter» erzählt die Geschichte dieser aussergewöhnlichen Freundschaft. Am Anfang stand eine Facebook-Meldung: Marla Glen klagte auf Facebook ihr Leid, weil sie sich im harten Musikbusiness betrogen fühlte und viel Geld verloren hatte. Die Schweizerin Claudia Schmid, seit zwanzig Jahren Marlas grösster Fan, las die Nachricht und erkundigte sich, wie sie helfen könne. Das war der Beginn einer Freundschaft zweier Menschen, deren Leben unterschiedlicher nicht sein könnten: Claudia Schmid aus Affoltern am Albis ist eine bodenständige Konditorin, die ihren Keller in ein Backatelier umgebaut hat und mit ihren Cakes und Torten die ganze Schweiz beliefert. Marla Glen aus Chicago ist eine androgyne Musikerin mit unverwechselbarer Stimme, die mit ihrem Hit «Believer» drei Mal Gold und einmal Platin holte - und trotzdem im harten Musikbusiness immer wieder strauchelte. Nach dem Austausch einiger Nachrichten reiste Marla Glen nach Affoltern am Albis - in der Hoffnung, eine Freundin und Hilfe zu finden. Claudia Schmid übernahm die Buchhaltung der Sängerin, um deren marode Finanzen ins Lot und die Karriere wieder in Gang zu bringen. Die Reporterin Christine Brand hat die beiden Freundinnen im Alltag und exklusiv hinter der Bühne begleitet. Heute steht Claudia nicht mehr als grösster Fan vor der Bühne, sondern ist backstage ein wichtiges Mitglied des Teams, das Marla Glen zurück auf die Bühne verhalf.

  • S2016E18 Mein Körper, mein Schmerz

    • May 1, 2016

    Seit einem Gleitschirm-Unfall vor sieben Jahren kann Franziska Quadri nur noch ihren Kopf bewegen. Gleichzeitig bereitet die Lähmung ihr schier unerträgliche Schmerzen. Doch die Tetraplegikerin gibt nicht auf und führt ihr selbständiges Leben weiter. «Mein Körper ist ein einziger stechender, brennender Schmerz», sagt die 40-jährige Franziska Quadri. Eine zufällige Berührung, ein unachtsamer Tritt gegen ihr Bett – und ihr Gesicht verzieht sich vor Schmerz. In regelmässigen Abständen schütteln heftige Krämpfe die gelähmten Glieder. Trotz ihrer schweren Behinderung lebt Franziska Quadri alleine in einer Mietwohnung in Zürich – ein Leben im Pflegeheim ist keine Option für sie. Am Morgen früh und am Abend übernimmt die Spitex die Pflege, dazwischen ersetzen zwei Assistentinnen der ehemaligen Werberin Hände und Füsse. Gegen ihre neuropathischen Schmerzen sind herkömmliche Medikamente wirkungslos. «Selbst Morphium nützt bei mir gar nichts», sagt Franziska Quadri. Etwas Erleichterung bringt lediglich der Konsum von Cannabis – in Form von Tropfen oder geraucht als Joint, entspannt der Hanf die verkrampften Muskeln und lindert dadurch die Schmerzen. Am schlimmsten sind ihre Schmerzen im feuchten und kalten Schweizer Winter. Darum will Franziska Quadri den Winter in der Wärme verbringen. Zusammen mit ihrer Familie mietet sie in Teneriffa ein rollstuhlgängiges Haus. Reporterin Helen Arnet begleitet Franziska auf eine Reise, welche die Tetraplegikerin wieder mehr Lebensmut schöpfen lässt.

  • S2016E19 Von der Freude

    • May 8, 2016

    Liebe auf den ersten Blick sei es gewesen, sagt Michael von der Heide über den Moment, als er Paola erstmals singen sah. Jetzt ehrt von der Heide sein Idol mit einer CD und einem abendfüllenden Bühnenprogramm. Michael von der Heide steht im Plüschpyjama im Kinderzimmer und singt, eine Banane in der Hand, Paolas Lieder. Diesen Augenblick in Amden, hoch über dem Walensee, der damals Realität und Traum in einem war, bringt von der Heide heute als Retrospektive auf die Bühne des Theaters Hechtplatz in Zürich. Noch einmal lässt er aufleben, was für ihn die Initialzündung war, selber Musiker zu werden. «Reporter» zeigt die Entstehung des Bühnenprogramms, das zu einer eigentlichen Hommage an Paola wird und begleitet den Künstler ins Tonstudio, wo er all die grossen Hits neu interpretiert: «Bonjour, bonjour», «Le livre blanc», «Wo ist das Land» und natürlich auch «Cinéma» sind auf der CD zu hören. Inzwischen ist von der Heide einer der renommiertesten Chansonniers der Schweiz und Paola ist längst auch ein Fan von ihm geworden. Exklusiv hat sie ihm für das Projekt die Originalaufnahmen anvertraut. Reporter Marc Gieriet traf Paola und Michael von der Heide mehrmals. Der Film gibt Einblick in das Leben und Schaffen von der Heides.

  • S2016E20 Argentinische Träume

    • May 15, 2016

    1936 wanderte Familie Pfeuti von der Stadt Bern nach Argentinien aus. Nun kommen die Nachkommen zurück in die Schweiz. Damals wie heute stellt sich heraus: Traum und Wirklichkeit haben nicht viel miteinander zu tun. 1936 entschied sich Familie Pfeuti, die Stadt Bern zu verlassen und nach Argentinien auszuwandern. Seine Kinder und Kindeskinder sollten es einmal besser haben, dachte sich Paul Pfeuti, der als Bürstenbinder im Lorraine-Quartier auf keinen grünen Zweig gekommen war. Dass sie ihre Reise in die neue Heimat wirtschaftlich nicht bergauf, sondern steil bergab führen würde, wurde den Pfeutis erst klar, als sie in Argentinien angekommen waren und es kein Zurück mehr gab. Vanesa Friedrich ist eine direkte Nachkommin von Paul Pfeuti. 70 Jahre nach dessen Auswanderung nach Argentinien machte sie das Gegenteil: Sie wanderte in die Schweiz aus. Heute leitet sie den Bereich Catering der Mensa der Universität Zürich. Reporter Simon Christen berichtet über eine Familie, die von Generation zu Generation grosse Träume hatte – und bereit war, für diese Träume das Vertraute zu verlassen und ganz neu anzufangen. Damals wie heute stellte sich allerdings bald heraus, dass diese Träume wenig zu tun hatten mit der Realität. Was tun, wenn einem klar wird, dass alles ganz anders ist, als man es sich vorgestellt hat?

  • S2016E21 Die Reporterin – Margrit Sprecher wird 80

    • May 22, 2016

    Margrit Sprecher ist die Grande Dame der Schweizer Reportage. Sie ist überhäuft mit Auszeichnungen und hat eine grosse Fangemeinde. Ihre Reportagen lösen oft Kontroversen aus, doch das stört sie nicht, im Gegenteil. Die rund 1000 Reportagen, die Margrit Sprecher bis heute geschrieben hat, spielen in den unterschiedlichsten Welten. Es ist die Welt von Prostituierten und Kampfpiloten, Alzheimerkranken und Fotomodellen, Bank-Etagen und Gefängnissen. Fast immer stehen Menschen im Mittelpunkt. Am meisten interessieren sie Menschen, die entweder Macht haben, oder solche, die sie erleiden, sagt Sprecher. Mit ihren Texten wolle sie Meinungen provozieren, sie will, dass sich das Publikum mit dem Thema beschäftigt und «selbst etwas dazu denkt». Schon als Kind wollte sie Journalistin werden; mit zwölf gab sie ihre eigene Zeitung heraus. Doch als sie 1956 die Matura machte, war Journalismus in der Schweiz kein Beruf für Frauen. Ihre erste Arbeitsstelle hatte nichts mit ihrem grossen Traum zu tun. SRF-Reporterin Marina Rumjanzewa hat ihre Berufskollegin an mehrere Reportage-Schauplätze begleitet. Im April wurde Margrit Sprecher mit dem «Swiss Press Award» für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Sie ist 80, doch ans Aufhören denkt sie noch lange nicht. An der Preisverleihung sagte sie in ihrer Dankesrede: «Vielleicht liegen die besten Reportagen noch vor mir.»

  • S2016E22 Die vergessenen Sehenswürdigkeiten

    • May 29, 2016

    Gassenküche, Notschlafstelle, Ambulatorium, Caritas – es sind nicht die üblichen Sehenswürdigkeiten, welche die Besucher dieses Stadtrundgangs zu sehen bekommen. Der Verein «Surprise» bietet Touren an, die von Randständigen, die Armut und Obdachlosigkeit aus eigener Erfahrung kennen, geführt werden. «Tretet näher, wir beissen nicht!» ruft Ruedi Kälin zu Beginn des Rundgangs. «Keine Angst, wir haben schon gegessen!» ergänzt sein Kollege Peter Conrath. Die beiden Stadtführer brauchen keine zehn Sekunden, um ihre Gäste für sich und ihr Anliegen zu gewinnen. Beide haben die Schattenseiten des Lebens erlebt. Schicksalsschläge, Unfälle, Kündigungen, Schulden – es gibt viele Möglichkeiten, in die Armut zu geraten. Auch in der Schweiz. Sieben bis acht Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind in ihrem Leben mit Armut konfrontiert. Der Verein «Surprise» hat sich zur Aufgabe gemacht, die wahren Verhältnisse sichtbar zu machen und gleichzeitig Vorurteile abzubauen. In Basel und in Zürich führen eigens ausgebildete Stadtführer Gruppen und einzelne Interessierte an Orte, die meist kaum beachtet werden. In Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen vermitteln sie Einblicke in ein Leben am Rande der Gesellschaft. Reporter Marc Gieriet hat vier dieser Stadtführer begleitet.

  • S2016E23 Ein Funken Hoffnung

    • June 5, 2016

    Nuran und Sarah waren vier und zwei Jahre alt, als sie entführt wurden. Ihr Vater holte sie aus Interlaken ab und brachte sie in seine Heimat nach Ägypten. Die Mutter kämpft seither um die beiden Mädchen und versucht, sie mit allen Mitteln zurück zu bekommen. Es begann nach der Geburt der zweiten Tochter. Die Beziehung wurde immer schwieriger, dann trennten sich Karin Trachsel und Hussein A., es folgte die Scheidung. Der Ex-Mann war gewalttätig geworden und drohte offen mit der Entführung der beiden Mädchen. Was alle befürchteten, trat ein. Hussein tauchte mit den Kindern unter. In ihrer Verzweiflung beschloss Karin vor über einem Jahr, ebenfalls nach Kairo zu ziehen. Sie kämpfte für das Sorgerecht und erhielt dieses vom Gericht in Kairo auch zugesprochen. Aber an der Situation änderte sich wenig. Zwar durfte die ältere Tochter vorübergehend zur Mutter zurückziehen, doch dann entführte Karins Ex-Mann Nuran ein zweites Mal. Seither fehlt von ihm und den Kindern jede Spur. Die Hoffnung, dass Karin Trachsel zu ihrem Recht kommt, wird immer geringer. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten kann ihr dabei nicht helfen. «Reporter» zeigt diese Geschichte in Zusammenarbeit mit dem Magazin «Falò» des Fernsehens RSI der italienischen Schweiz. Die Tessiner Kolleginnen und Kollegen haben das Drama der Familie während Monaten begleitet. Reporterin Vanessa Nikisch hat die neusten Ereignisse aufgearbeitet.

  • S2016E24 Die Meeresgärtner von Sansibar

    • June 12, 2016

    Christian Vaterlaus und Connie Sacchi haben auf ihren Reisen das Paradies gesucht – und gefunden. In Sansibar versuchen sie, mit dem Anbau von Schwämmen der extremen Armut der Einheimischen entgegenzuwirken, nachhaltige Jobs zu schaffen und ihr Bewusstsein für den Schutz der Meere zu wecken. Gereist sind sie immer viel, die beiden Globetrotter aus Zürich. Doch dann kam der Wunsch, irgendwo am Meer einen Zweitwohnsitz zu haben. In Sansibar, einer Insel, die zu Tansania gehört, fanden Christian Vaterlaus und Connie Sacchi ihren Traum - und aus der Feriendestination im Dorf Jambiani wurde allmählich ihr Hauptwohnsitz. Es waren die Seegras-Frauen Sansibars, die das Schweizer Paar auf die Idee gebracht haben, im Meer etwas anzubauen. Der Anbau von Seegras für die Nahrungsmittel und Kosmetikindustrie war früher für tausende Frauen ein einträgliches Gewerbe – heute sind die Preise im Keller, die Einheimischen können davon nicht mehr leben. Auf ihrer Suche nach einer Alternative zum Seegras stiessen Chrigel und Connie, wie sie in Jambiani genannt werden, schliesslich auf die Schwämme. Mit den Schwammfarmen fanden die beiden eine Möglichkeit, nachhaltige Jobs zu schaffen, vor allem für Frauen, die in dieser traditionellen, muslimischen Gesellschaft noch weniger Erwerbsmöglichkeiten haben als Männer. Zusammen mit Freunden gründeten sie 2008 den Verein «Marinecultures». Zudem sind die «Meeresgärtner von Sansibar» seit rund einem Jahr daran, zusammen mit den Einheimischen eine Korallenzucht aufzubauen. Reporterin Anna Gossenreiter hat das innovative Paar im kleinen Dorf Jambiani besucht und zeigt auf, wie sich das grosse Engagement der beiden auf das Bewusstsein, die Lebensweise der Einwohner und auf die Natur auswirkt.

  • S2016E25 Der Dinosaurierjäger

    • June 19, 2016

    Hans-Jakob Siber hat sich während über zwanzig Jahren Arbeit sein eigenes Sauriermuseum im Zürcher Oberland aufgebaut. Und er wird auch mit 73 Jahren nicht müde, auf Grabungsexpeditionen nach neuen Dinosauriern zu jagen. In der ehemaligen Spinnerei von Aathal im Zürcher Oberland ist eine der bedeutendsten Dinosaurier-Sammlungen Europas ausgestellt. Zehn der Urweltriesen in seinem Museum hat Hans-Jakob «Köbi» Siber selber ausgegraben. Siber ist kein akademisch ausgebildeter Paläontologe, sondern Autodidakt. In der Hippiezeit machte er Experimentalfilme, dann betrieb er mit seinem Vater ein Mineraliengeschäft. Über das Sammeln von Fossilien und den Handel damit entwickelte sich sein Interesse für die Dinosaurier und ihre Geschichte. Warum verschreibt einer sein Leben toten Tieren und kriecht wochenlang auf allen Vieren in Steinbrüchen herum, während andere in seinem Alter den Ruhestand geniessen? Für Köbi Siber bedeutet es die Freiheit, unabhängig zu sein und zu tun, was er am liebsten tut. Jeden Sommer unternimmt er Expeditionen in die Wüsten und Steppen im Nordwesten der USA, um nach neuen Exemplaren zu suchen. Reporter Bruno Amstutz hat Köbi Siber auf einer seiner Nordamerika-Expeditionen begleitet.

  • S2016E26 Wunschkind – Teil 1

    • June 26, 2016

    Sabina und Roger Rhyner aus Glarus sind jung, gesund – und trotzdem ungewollt kinderlos. Nach jahrelangen Abklärungen findet man heraus, dass Sabina Rhyner nicht schwanger werden kann. Mithilfe einer Fruchtbarkeitsbehandlung will das Paar doch noch zum Wunschkind kommen. Schon bei der Hochzeit vor sechs Jahren war der damals 24-jährigen Sabina Rhyner und ihrem Mann Roger (damals 33) klar – sie wollen Kinder. Die beiden bauten in Glarus ein Haus mit drei Kinderzimmern. Doch Sabina wurde nicht schwanger. Weil sie gesund schien, checkten die Ärzte ihren Mann Roger Rhyner durch und vermuteten einen Hirntumor als Ursache für seine Unfruchtbarkeit. Erst im Rahmen von mehreren schmerzhaften und belastenden Punktionen und In-vitro-Fertilisationen erkannte man den wahren Grund für den ausbleibenden Kindersegen: Sabina Rhyner leidet an einer seltenen Störung der Eizellen. Eine Schwangerschaft ist ausgeschlossen. Sabina Rhyner und ihrem Mann Roger blieben drei Optionen: Kinderlosigkeit, Adoption oder eine Reise ins Ausland, wo Sabina Rhyner Eizellen einer Spenderin eingesetzt würden, befruchtet mit den Spermien ihres Mannes. Das Paar entscheidet sich für die Behandlung in einer Fruchtbarkeitsklinik im spanischen Alicante. Reporterin Helen Arnet hat Sabina Rhyner und ihren Mann Roger auf ihrer langen und belastenden Reise zum eigenen Kind, deren Ausgang mehr als ungewiss ist, begleitet.

  • S2016E27 Wunschkind – Teil 2

    • July 3, 2016

    Sabina Rhyner leidet an einer seltenen Störung der Eizellen und kann deshalb nicht schwanger werden. Den Traum vom eigenen Kind wollen sie und ihr Mann Roger aber nicht aufgeben. Sie reisen in eine Fruchtbarkeitsklinik nach Spanien, wo Sabina Rhyner die Eizellen einer Spenderin eingesetzt werden. Für den Wunsch vom eigenen Kind nimmt Sabina Rhyner in Kauf, dass ihr Kind genetisch nichts mehr mit ihr zu tun hat. «Es wird trotzdem mein Kind sein, ich spüre es ja in mir wachsen», sagt die heute 30-Jährige dazu. Sie ist damit eine von schätzungsweise 1000 Schweizerinnen, die sich jedes Jahr im Ausland einer Fruchtbarkeitsbehandlung mit gespendeten Eizellen unterziehen. Dieses Verfahren ist in der Schweiz – im Gegensatz zur Samenspende – verboten. Fruchtbarkeitsbehandlungen sind für die Frauen belastend – tägliche Hormonspritzen, Infusionen, Pillen und Pflaster mit entsprechenden Nebenwirkungen prägen Sabina Rhyners Alltag. Weil die Krankenkassen Befruchtungen ausserhalb des weiblichen Körpers nicht übernehmen, arbeiten Roger und Sabina Rhyner neben ihren Vollzeitpensen als Kauffrau und Servicetechniker in der Freizeit weiter, um die teuren Behandlungen zu berappen. Als die Ärzte der Reproduktionsklinik im spanischen Alicante herausfinden, dass auch die Spermien von Roger Rhyner von mangelhafter Qualität sind, erwägen die beiden, noch einen Schritt weiterzugehen: Falls Sabina Rhyner mithilfe gespendeter Eizellen nicht schwanger wird, ist das Paar auch bereit, zusätzlich auf eine Samenspende zurückzugreifen. Das so entstandene Kind hätte dann genetisch nichts mehr mit dem jungen Paar aus Glarus zu tun. Reporterin Helen Arnet hat Sabina und Roger Rhyner auf ihrer langen und belastenden Reise zum eigenen Kind begleitet und mit ihnen ihre traurigsten und glücklichsten Momente erlebt.

  • S2016E28 Das Leben danach

    • August 28, 2016

    Die olympischen Spiele in Rio waren hart für Ex-Turner Lucas Fischer. Am Fernseher musste er verfolgen, wie andere seinen Traum leben durften. Seit seinem Rücktritt versucht er sich jetzt in einer Welt zurechtzufinden, die nach 20 Jahren «Turnblase» wie er selbst sagt, komplett neu für ihn ist. Am Ende war es nur eine Warze in der Handfläche, die das Olympia-Aus für Lucas Fischer bedeutete. «Einmal vor dem olympischen Feuer stehen», das war sein Traum, für den er sich jeden Tag im Training und dann auch im Wettkampf gequält hat. Der Weg dorthin war für das Schweizer Ausnahmetalent eher von Verletzungen und seiner Krankheit Epilepsie geprägt, als von grossen Erfolgen. Nur einmal, komplett fit, konnte er wirklich glänzen: Bei den Europameisterschaften in Moskau holt er 2013 Silber am Barren, doch im Sommer 2015 beendete eine weitere Verletzung seine Karriere. Jetzt muss er lernen, sein Leben abseits des Leistungssports zu organisieren. Den ganzen Tag im Büro zu sitzen, fällt ihm immer noch schwer. Er braucht den Wettkampf und die Bestätigung. Sein Können will er jetzt auf einer anderen Bühne unter Beweis stellen. Mit einem Programm aus Show, Musik und Turnsport hofft er auf den Sprung ins Showbusiness. Popularität und Bestätigung sucht er in den sozialen Medien. Doch noch schafft er es nicht, die beeindruckende Zahl an virtuellen Fans zu motivieren, ihm auch in der Realität zu folgen.

  • S2016E29 Endstation Aarwangen – Teil 1

    • September 4, 2016

    Ihr Asylgesuch wurde abgelehnt. Sie müssten die Schweiz also verlassen. Aber sie weigern sich zu gehen. «Reporter» über Menschen, die hier keine Perspektive haben, aber offenbar auch nirgendwo anders. In Aarwangen im Kanton Bern steht ein sogenanntes Durchgangszentrum. Es ist das vorübergehende Zuhause von 200 Menschen aus über 20 Nationen. Für gut 30 von ihnen ist der Traum von einer Zukunft in der Schweiz geplatzt: Ihr Asylgesuch wurde abgelehnt. Sie müssten die Schweiz also wieder verlassen. Aber sie können aus verschiedenen Gründen nicht ausgeschafft werden. Reporter Simon Christen berichtet über Menschen, die hier keine Perspektive haben, aber offenbar auch nirgendwo anders. Weil sich diese Menschen illegal in der Schweiz aufhalten, gewährt ihnen der Kanton Bern nur noch Nothilfe. Das heisst: Sie bekommen 8 Franken pro Tag und ein Dach über dem Kopf. «Hier habe ich nicht viel, aber es ist immer noch besser als in meinem Land», sagt Ibrahim aus Marokko. Er will bleiben – solange wie möglich.

  • S2016E30 Endstation Aarwangen – Teil 2

    • September 11, 2016

    Die Schweiz will sie ausschaffen – und trotzdem sind sie noch da. «Reporter» erzählt die Geschichten von Menschen weiter, die hier keine Perspektive haben, aber offenbar auch nirgendwo anders. Sie sagen, sie seien Flüchtlinge: 200 Menschen aus über 20 Nationen. Sie wohnen in einem sogenannten Durchgangszentrum im bernischen Aarwangen – die meisten von ihnen nur vorübergehend. Für gut 30 von ihnen ist Aarwangen jedoch die Endstation. Ihr Asylgesuch wurde abgelehnt. Sie müssten die Schweiz also wieder verlassen. Aber sie weigern sich. Und sie können aus verschiedenen Gründen nicht ausgeschafft werden. Reporter Simon Christen berichtet über Menschen wie den Marokkaner Ibrahim. Er hat leichtes Spiel. Denn sein Heimatland nimmt nur Landsleute zurück, welche die Schweiz freiwillig verlassen. Aber Ibrahim geht nicht freiwillig. Also könne er nicht ausgeschafft werden, bestätigt der kantonale Migrationsdienst.

  • S2016E31 Selbstmitleid ist Zeitverschwendung

    • September 18, 2016

    Der Basler Autor Claude Cueni war an Leukämie erkrankt und wartete schreibend auf den Tod. Doch Cueni starb nicht, sondern schrieb weitere Romane. «Reporter» erzählt die Geschichte eines Mannes, der mit Phantasie ein Leben meistert, welches andere schon längst weggeschmissen hätten. «Was Dich nicht umbringt, macht Dich stärker» – giesst man diese Lebensweisheit in einen Charakter, dann kommt Claude Cueni heraus. Der Basler Schriftsteller musste mitansehen, wie sein gesunder Sohn zum Spastiker wurde, wie seine grosse Liebe über Jahre dahinstarb und er selber tödlich erkrankte. All diese Schicksalsschläge verarbeitete Cueni in einer Autobiografe, die ein Bestseller wurde. Reporter Michael Perricone begleitet den radikalen Atheisten Cueni bei seiner erstmaligen Rückkehr in jene Kirche, in der er als Kind zum Schriftsteller wurde. Es wird klar, weshalb Cueni hauptsächlich historische Romane verfasst. «Reporter» spricht auch mit Cuenis behindertem Sohn Clovis, der Cuenis erster Lektor geworden ist. Das filmische Portrait zeigt den Alltag eines Mannes, der schwerkrank tausende Pillen schlucken muss und dennoch von sich sagt: «Ich habe Glück gehabt.»

  • S2016E32 Der Foodscout

    • September 25, 2016

    Richard Kägi ist der erste «Foodscout» der Schweiz und sucht auf der ganzen Welt nach kulinarischen Delikatessen. «Reporter» hat ihn quer durch Portugal begleitet. Den ganzen Tag gut essen und trinken, zur Verdauung ein paar Kilometer bis zum nächsten Produzenten oder Restaurant fahren und wieder von vorne anfangen. Das tönt nach einem Traumjob. Für den 58-jährigen Richard Kägi ist es Alltag. Doch er zahlt auch einen Preis für dieses unstete Leben. «Vielleicht ist schon das eine oder andere in die Brüche gegangen, weil ich so oft unterwegs bin», meint er zu Reporterin Katharina Deuber. Normalerweise ist Kägi alleine auf Tour. Sobald es aber ums Essen geht, kommt er mit den Leuten ins Gespräch. Auf dem Markt in Lissabon auch mit denen, die kaum Englisch können. «Das Thema Essen verbindet und man hat sofort einen herzlichen Kontakt zu den Leuten.» Ein paar Mal im Jahr verwandelt Richard Kägi sein privates Wohnzimmer in ein Restaurant und serviert seine Entdeckungen an zahlende Gäste. «Es ist einfach geil, gute Produkte zu kochen und alle haben Freude dran. Daran habe ich Freude!»

  • S2016E33 Die Nacherzieherin

    • October 2, 2016

    Geraten Jugendliche auf die schiefe Bahn, ist sie oft die letzte Chance. Für die Eltern ist sie meist die letzte Hoffnung: Sefika Garibovic, Konfliktmanagerin und Spezialistin für Nacherziehung – eine harmlose Umschreibung für einen knallharten Job. Sefika Garibovic bringt sogenannte Problemjugendliche wieder auf die richtige Bahn. Als erstes werden alle anderen Therapien gestoppt, Medikamente wie Ritalin abgesetzt. Damit schafft sie sich in Fachkreisen keine Freunde. Doch Garibovic ist überzeugt: «Schwierigen Kindern und Jugendlichen fehlt es nicht an Therapien, sondern an Erziehung.» Die Nacherzieherin ist streng. Und sie hat ein grosses Herz. Sie sieht sich als Anwältin ihrer Schützlinge, setzt sich bei Schulen und Behörden für sie ein. Im Gegenzug müssen sich die Jugendlichen in ihr strenges Regime einordnen. Dieses basiert auf einfachen, traditionellen Werten wie Anstand und Respekt. Die gebürtige Montenegrinerin nimmt auch die Eltern in die Verantwortung. Die Therapiesitzungen finden zuhause bei den Familien statt. So bekommt Sefika Garibovic einen direkten Einblick in die Familienstrukturen. Und die liegen meistens im Argen. Garibovic stellt die gesunde Hierarchie zwischen Eltern und Kindern wieder her. Beide Seiten müssen lernen, respektvoll miteinander umzugehen und sich auf Werte und Normen einigen. Das ist harte Arbeit. Die Erziehungsexpertin unterstützt die Familien dabei. Sie ist immer erreichbar, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Reporter Patrick Schellenberg begleitet sie in ihrem konfliktreichen Arbeitsalltag. Er ist mit der Kamera dabei, wenn am Familientisch die Emotionen überkochen.

  • S2016E34 Nadia und Nadine

    • October 9, 2016

    Nadia Magnenat Thalmann hat sich ein Ebenbild geschaffen: «Nadine», die Roboterfrau sieht aus wie ihre Schöpferin und beantwortet Fragen in mehreren Sprachen. «Social Robot» nennt die Schweizerin ihr künstliches Gegenüber, das ihr dereinst als Assistentin dienen soll. Nadia Magnenat Thalmann ist 69 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrem Mann Daniel in Singapur. Vor sieben Jahren wurde sie an die Nanyang Universität in den Stadtstaat berufen. Hier gründete sie das «Institute for Media Innovation» und half mit, die Technische Universität innert weniger Jahre an die Weltspitze zu führen. Ihre Domäne sind künstliche Figuren, virtuelle Menschen und neu «Social Robots» wie Nadine. Als Nadia Magnenat Thalmanns Mutter im Altersheim war und die meiste Zeit des Tages allein verbringen musste, kam ihr die Idee dazu. Wenn schon keine Menschen für die Betagten da seien, dann doch wenigstens eine Maschine mit menschlichem Aussehen. Diese könnten rund um die Uhr nützliche Aufgaben übernehmen, an die Einnahme von Tabletten erinnern, Geschichten erzählen und wenn nötig Hilfe rufen, wenn es einer Patientin plötzlich schlecht gehe. Besucher des Instituts reagieren nach anfänglicher Irritation ausnahmslos positiv auf Nadine, den sozialen Roboter. Zwar sind ihre Handbewegungen mitunter gar ruckartig, noch sitzt sie nur am Empfang und kann sich nicht von der Stelle rühren, doch ihre Mimik und die Fähigkeit, sich an Besucher zu erinnern und diese zu begrüssen, verblüffen alle, die ihr gegenüber stehen. Reporter Marc Gieriet hat Nadine und ihre Schöpferin Nadia Magnenat Thalmann in Singapur besucht.

  • S2016E35 Die Liebesgeschichte von Rea und Babin

    • October 16, 2016

    Rea und Babin wollen heiraten. Sie seien das glücklichste Paar auf der Welt,sagen sie. Doch es gibt in ihrem Umfeld Menschen, die ihnen dieses Glück nicht zugestehen wollen. Manch einer prophezeit dem Paar gar eine schlechte Zukunft. «Reporter» über die Geschichte einer Hochzeit mit Hindernissen. Diese Geschichte spielt sich nicht irgendwo weit weg von uns ab, sondern mitten in der Schweiz. Rea Ravi und Babin Surenthiran sind in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Sie erzählen ihre Geschichte in breitestem Berner Dialekt. Ihre Eltern kamen in den 80er-Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz. Wie die meisten der rund 40 000 Tamilen in der Schweiz gelten auch sie als sehr gut integriert. Allerdings gibt es im Jahr 2016 unter den Tamilen in der Schweiz mehr arrangierte Hochzeiten, als frei gewählte. Der Grund für den Widerstand gegen die Hochzeit von Rea und Babin liegt in den unterschiedlichen Religionen der Brautleute. Rea Ravi ist Christin, Babin Surethiran ist Hindu. Reas Kirche, der sie angehört und die sie regelmässig besucht, hält eine Hochzeit der beiden nicht für möglich. Obwohl die Versuche, Rea von ihrem Vorhaben abzubringen massiv sind, verliert sie den Glauben an das Gute nicht. Und so erfährt das Paar doch noch ein Happy End. Reporter Marc Gieriet hat die beiden jungen Menschen auf ihrem hindernisreichen Weg ins Glück begleitet.

  • S2016E36 Der lange Schatten des Missbrauchs

    • October 23, 2016

    Iris Galey wurde von ihrem Vater jahrelang aufs Schändlichste missbraucht. Es brauchte ein ganzes Menschenleben, um die Wunden vernarben zu lassen. Heute ist Iris Galey glücklich – mit der Liebe ihres Lebens und einem geschenkten Haus. Iris Galeys Kindheit war ein Albtraum. Nacht für Nacht verging sich ihr Vater, Direktor eines Basler Pharmakonzerns, an ihr. Eingeschüchtert von dessen Todesdrohungen, bewahrte die kleine Iris das schreckliche Geheimnis bis zu ihrem 14. Lebensjahr. Als sie das Schweigen brach und sich Geschäftspartnern ihres Vaters offenbarte, erschoss sich dieser. Mit ihrem Buch «Ich weinte nicht, als Vater starb» belegte Iris Galey 1986 die Bestseller-Listen auf der ganzen Welt. Doch auch als Schriftstellerin wurde die Baslerin missbraucht. Ihr erster Verleger prellte sie um die Tantiemen ihrer Bücher. Iris Galey muss darum heute mit ihrer bescheidenen Rente über die Runden kommen. Seit sie zu sich selber stehe, habe das Glück Einzug in ihr Leben gehalten, sagt Iris Galey. Sie heiratete, und als ein vermögender Investmentbanker das verliebte Paar tanzen sah, schenkte er den beiden ein Häuschen im deutschen Arendsee. Iris Galeys Leben könnte mit einem Happyend schliessen, wäre da nicht die zerrüttete Beziehung zu ihrer Tochter. Diese berichtet Reporterin Helen Arnet, wie sich der Schatten des Missbrauchs auch auf die Nachkommen der Missbrauchsopfer legt und dort ebenfalls schwer verletzte Seelen hinterlässt.

  • S2016E37 Der amerikanische Traum

    • October 30, 2016

    Die USA gelten als Land der unbegrenzten Möglichkeiten. «Völlig zu Recht», findet Mark Deuber. «Wer gut und fleissig ist, kann es hier zu etwas bringen – so wie ich.» Mark Deuber sagt, er lebe den amerikanischen Traum. Er hat es aus bescheidenen Verhältnissen zum Millionär gebracht. Heute ist er einer der gefragtesten Schönheitschirurgen der Südstaaten der USA. Seine Praxis in Dallas im Bundesstaat Texas ist gut besucht. Er führt rund 400 Operationen pro Jahr durch, meistens Brustvergrösserungen. «Schöne Menschen sind erfolgreicher im Leben», sagt Deuber, «vielleicht ist das nicht fair, aber es ist wahr.» Deubers Ehefrau Cary ist schön – und erfolgreich. Sie ist einer der Stars der Reality-TV-Serie «The Real Housewives of Dallas». Hier dreht sich alles um reiche Menschen und ihren glamourösen Alltag – und um ihre schmutzige Wäsche. So wurde beispielsweise ausführlich darüber spekuliert, ob und wie Cary ihren Mann seiner ersten Frau ausgespannt hat. Reporter Simon Christen hat die Deubers in ihrer Villa in Dallas‘ feinster Gegend besucht: «There is no such thing as a free lunch», sind die beiden überzeugt. Frei übersetzt: Nichts ist umsonst im Leben. Also auch der amerikanische Traum nicht. Die Frage ist also auch, welchen Preis man bereit ist zu zahlen, um es zu etwas zu bringen.

  • S2016E38 Die Flussfrau

    • November 6, 2016

    Liliane Waldner läuft dem Rollstuhl davon. Mit Rucksack und Landkarte. Die Zürcher alt Kantonsrätin leidet an einer unheilbaren Krankheit. Doch statt sich dem Schicksal zu fügen, marschiert die 64-Jährige dem Schweizer Flussnetz entlang. Liliane Waldner läuft immer gegen die Stromrichtung – aus Prinzip. Im Leben gehe es darum, Widerstände zu überwinden. Aufgewachsen als dunkelhäutiges, uneheliches Kind mit Mutter und Grossmutter im Arbeiterviertel Zürichs, lernte sie früh, für Gerechtigkeit und Chancengleichheit einzustehen. Die SP-Frau war als rechte Hand der Zürcher Stadträtin Emilie Lieberherr Wegbereiterin für Frauenrechte und eine liberale Drogenpolitik. Auch Liliane Waldners leiblicher Vater, Joseph Lule, kämpfte in seiner Heimat für die Menschenrechte. Als Revolutionsführer war er am Sturz des ugandischen Diktators Idi Amin beteiligt. Liliane Waldner war 29 Jahre alt, als sie ihn zum ersten Mal sah - im Schweizer Fernsehen. Die Tagesschau zeigte seine Vereidigung zum ugandischen Präsidenten. Heute kämpft Liliane Waldner mittels Bewegung gegen die Krankheit Multiple Sklerose und den körperlichen Zerfall an. 40 Flüsse - rund 3000 Kilometer Fliesstrecke - hat sie bislang absolviert. Reporterin Vanessa Nikisch ist ein Stück mitgegangen und stellte fest: trotz Handicap, Liliane Waldner läuft schnell und zielgerichtet - und dabei nicht nur ihrer Krankheit davon.

  • S2016E39 Erhan, der Schweizermacher

    • November 13, 2016

    Erhan Erman ist der Chef des Quartierladens in der Zürcher Grünau, einem einst berüchtigten Viertel in der Stadt Zürich mit hohem Ausländeranteil. Hier lebt der eingebürgerte Schweizer vor, wie man erfolgreiche Integrationsarbeit macht. «Ich sage meinen Verkäuferinnen im Laden immer: Die Kunden dürfen in ihrer Muttersprache mit euch reden, ihr aber gebt ihnen auf Deutsch Auskunft.» Das ist einer der Grundsätze von Erhan. Und es gibt deren viele, die dem Secondo wichtig sind, damit das Zusammenleben verschiedenster Kulturen auf engstem Raum funktioniert. Erhan Erman wuchs im Glarnerland als Kind türkisch-bulgarischer Fabrikarbeiter auf. Der heute 35-Jährige hat einen weiten Weg hinter sich. Eigentlich wollte er Banker werden, doch kriegte er keine Lehrstelle. Also entschied er sich für den Detailhandel. «Eidgenössisch diplomierter »Büchsenbeiger« wollte ich nie werden. Und jetzt bin ich glücklich dabei.» Seit ein paar Jahren ist er Geschäftsführer der «Migros Voi» in der Grünau in Zürich. Als wäre dieses multikulturelle Umfeld nicht schon Herausforderung genug, setzt er auf Lehrlinge, bei denen meist schon einiges im Leben schief gelaufen ist. «Wer gibt diesen jungen Menschen sonst eine Chance?» Das sei sein Beitrag zur Integration, sagt der SVP-Sympathisant Erman. Und so lernen sie bei ihm, wie so banale Dinge wie Pünktlichkeit, Ordnung und Sauberkeit zum Erfolg führen können. Reporterin Kathrin Winzenried hat ihn und zwei seiner Schützlinge auf dem Weg zum Lehrabschluss begleitet.

  • S2016E40 Per Velo von Moskau nach Peking

    • November 20, 2016

    Eigentlich gilt die Transsibirische Strecke Moskau-Peking als Eisenbahn-Klassiker. Eine verwegene Gruppe älterer Semester strampelte diesen Sommer die 7800 Kilometer auf dem Fahrrad ab. «Reporter» hat die rasenden Rentner während der 80-tägigen Tour mehrmals besucht. Mit dabei ist zum Beispiel der 65-jährige Aargauer Rudolf Brönnimann. Zwei Wochen nach seiner Pensionierung macht er mit dieser Fahrt einen klaren Schnitt in einen neuen Lebensabschnitt. Geplant gewesen wäre für diesen Anlass eigentlich eine Kreuzfahrt mit seiner Frau. Sie starb aber vor zwei Jahren. Dann hat Brönnimann die Herausforderung der grossen Fahrradreise angenommen. Tourleiter Marcel Iseli hatte die fast 8000 Kilometer lange Velofahrt lange vorbereitet. In minutiöser Arbeit – und mit der Unterstützung eines russischen Geschäftsmannes. Dessen Beziehungen sollten sich in Russland als Gold wert erweisen. Das Projekt ist offensichtlich insbesondere auch für das offizielle Russland wichtig. Der russische Tourismusverband verabschiedet die Fahrer mit einer fröhlichen Feier in Moskau und empfängt sie am Baikalsee. Über die tausende von Kilometer lange Strecke kommen die Schweizer Velofahrer in den Genuss russischer Polizeieskorten, und es gibt mehrere Pressekonferenzen in grösseren Städten. Russland-Korrespondent Christof Franzen hat versucht, diese Effizienz der Russen und natürlich die der Schweizer Velofahrer einzufangen. Entstanden ist eine Reportage mit spannenden Begegnungen in einer beeindruckenden Natur. Und es wird auch klar, warum der Kreml an dieser Tour seine Freude hat.

  • S2016E41 Jolanda Spiess-Hegglin und ihr Ruf

    • November 27, 2016

    Die Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin kehrt der Politik den Rücken: Zwei Jahre nach der schlagzeilenträchtigen Nacht gibt sie per Ende Jahr ihr Amt auf. Mit ihrem neu gegründeten Verein «#NetzCourage» will sie anderen Mobbingopfern helfen. Eine schicksalshafte Nacht brachte das Ende – ihrer Politkarriere, ihres Ansehens, ihrer Normalität. Plötzlich kannte jeder ihren Namen und die Frage «Opfer oder Lügnerin?» beschäftigte praktisch die ganze Nation. War es sexueller Missbrauch unter Einfluss von K.O.-Tropfen oder einvernehmlicher Sex? Die staatsanwaltschaftlichen Untersuchen wurden eingestellt. Bewiesen ist bis heute nichts. Und doch hat die Gesellschaft geurteilt. In Briefen, Mails und Kommentaren wird die dreifache Mutter zwar auch unterstützt, aber meist hemmungslos beschimpft – bis heute. Und bis heute verteidigt Jolanda Spiess-Hegglin ihre Version der Geschehnisse an der Zuger Landammannfeier. Es ist ihr verzweifelter Ruf nach Anerkennung. Reporterin Vanessa Nikisch hat Jolanda Spiess-Hegglin die letzten zwei Jahre mehrmals getroffen. Dabei ging es nicht um die Frage, was in dieser Nacht wirklich geschah, sondern wie die 36-Jährige ihre familiäre und politische Zukunft retten will.

  • S2016E42 Die Aktivistin

    • December 4, 2016

    Als freiwillige Helferin koordiniert Liska Bernet das grösste Sozialzentrum für Flüchtlinge in Athen. Die junge Zürcherin gehört zu einer politisierten und engagierten Jugend. Sie stellt Mitgefühl und Hilfsbereitschaft vor Konsum und Vergnügen. Was treibt sie an? Wochenlang haben freiwillige Helferinnen und Helfer geschuftet und eine ehemalige Druckerei in ein Sozialzentrum für Flüchtlinge verwandelt. Es ist das einzige dieser Art in der griechischen Hauptstadt. Auf fünf Stockwerken bietet es unter anderem einen Kinderhort, Sprachkurse, juristische Beratung, eine Zahnarztpraxis und kostenloses Essen. Finanziert wird das Projekt durch private Spenden und Gelder von kleinen Hilfsorganisationen. Liska Bernet ist Spezialistin auf dem Gebiet. Sie studierte an der London School of Economics Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Nothilfe. In ihrer Masterarbeit untersuchte die 27-Jährige, wie die EU mit der Flüchtlingskrise umgeht. Ihr Fazit ist vernichtend. Darum hat sie die Organisation Khora gegründet. Freiwillige aus ganz Europa stellen sich in den Dienst der Schwächsten. Sie übernehmen jene Aufgaben, bei denen die EU und die grossen Hilfsorganisationen versagen. Reporter Patrick Schellenberg hat Liska Bernet in Athen besucht und den Aufbau ihres Sozialzentrums mit der Kamera begleitet. Über 60'000 Flüchtlinge sind seit der Schliessung der Balkanroute in Griechenland gestrandet. Tausende von ihnen leben in der Hauptstadt in beschämenden Verhältnissen. Es mangelt an allem. Im Sozialzentrum von Liska Bernet finden sie Hilfe. Und noch viel wichtiger: menschliche Wärme.

  • S2016E43 Doktorspiele & Doktorarbeit

    • December 11, 2016

    Fabian Unteregger ist nicht nur ein erfolgreicher Comedian. Er ist auch Arzt, Pilot und Forscher. Oder wie er es nennt: Unternehmer. «Reporter» hat den umtriebigen Zürcher ein Jahr lang begleitet. 2016 ist ein wichtiges Jahr für Fabian Unteregger: Er tourt mit seinem Soloprogramm «Doktorspiele» durch die Schweiz, will mit seiner Forschung den Doktortitel erlangen und sich mit der Prüfung zum Helikopterpiloten einen grossen Traum erfüllen. Seine Eltern standen seinem Leben auf der Bühne erst skeptisch gegenüber. Fabian Unteregger kommt aus einem bodenständigen Milieu. Sein Vater ist Ökonom, seine Mutter Soziologin. Fabian Unteregger hat zuerst Lebensmittelwissenschaft, dann Medizin studiert. Er setzt bewusst auf mehrere Standbeine. Dass er alles unter einen Hut bringt, habe er nicht zuletzt seiner minutiösen Planung zu verdanken, erklärt er. Die Schwestern Corinne und Yvonne Eisenring haben Fabian Unteregger ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Sie erhielten einen Blick hinter die Kulissen seiner ausverkauften Shows und sprachen mit seinen Eltern. Und sie begleiten ihn an einen internationalen Ärztekongress und zeigen mit seiner Forschungstätigkeit eine weniger bekannte Seite von Fabian Unteregger.

Season 2017

  • S2017E01 Der Schamane von Arosa

    • January 8, 2017

    «Reporter» erzählt die aussergewöhnliche Geschichte von Renato Simonelli. Der einst millionenschwere Schweizer Geschäftsmann verliess seine Heimat, um im kolumbianischen Dschungel mit bewusstseinserweiternden Substanzen zu arbeiten. Früher wollte Renato Simonelli vor allem eins: Geld verdienen. Heute lebt er in Kolumbien und will da, wie er sagt, den Menschen unter anderem mit Ayahuasca helfen, einem hoch halluzinogenen Lianen-Trunk. In der Schweiz ist Ayahuasca eine illegale Droge, in Kolumbien ist sie erlaubt. Sie gilt als Medizin mit jahrtausendealter Tradition. Die Schamanen sagen, damit könne man eine geistige Wiedergeburt erleben. Immer wieder liest man aber auch von Horrortrips. Reporter Samuel Bürgler besucht Simonelli im Süden Kolumbiens und nimmt an seinem aussergewöhnlichen Leben teil. Er geht der Frage nach, wie man Schamane wird. Und ob ein Schweizer Geschäftsmann seinem Leben, in dem Drogen, Reichtum und Ruhm eine grosse Rolle spielten, den Rücken kehren kann.

  • S2017E02 Im Reich der glücklichen Donnerdrachen

    • January 15, 2017

    Vor 24 Jahren ging der Zürcher Architekt Peter Schmid nach Bhutan. Für die Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas sollte er dort ein Lehrerseminar bauen. Doch weil das Land so schön und faszinierend war, blieb er bis heute. Inzwischen ist Schmid einer der gefragtesten Architekten in Bhutan. Er baut Paläste für Mitglieder der Königsfamilie, Hotels und Tempel. Und auch sein privates Glück hat er gefunden. Was nicht weiter verwunderlich ist. Denn im kleinen buddhistischen Land im Himalaya sei das ganze Leben auf Glück ausgerichtet, sagt Schmid. Ganz offiziell. Das Bruttosozialprodukt sei sekundär, hat die Regierung ihren Bürgern nämlich erklärt. Viel wichtiger sei das «Bruttoglückprodukt». Das heisst allerdings noch lange nicht, dass in Bhutan, wo sich die Menschen Donnerdrachen nennen, den ganzen Tag nur gelächelt wird und alle glücklich sind. Reporter Simon Christen hat Schmid in Bhutans Hauptstadt Thimphu besucht, um mehr zu erfahren über das Reich der glücklichen Donnerdrachen. Der Ort schien dafür prädestiniert, immerhin sind Buddhas Lehren ja Anleitungen, wie wir dorthin kommen, wo uns unvergängliches Glück erwartet.

  • S2017E03 Martinas langer Marsch

    • January 22, 2017

    Ihr Zuhause ist Peking, ihr Arbeitsplatz das Herz von Chinas Propagandamaschine. Martina Fuchs ist Moderatorin beim chinesischen Staatsfernsehen. Wenn die Aargauerin über die Bildschirme flackert, schauen 100 Millionen Menschen zu. Ausländische Fernsehteams haben keinen Zutritt zur «Grossen Unterhose». So heisst Pekings neues Wahrzeichen im Volksmund. Das kubistische Hochhaus des Stararchitekten Rem Kolhaas ist das Hauptquartier von Chinas Staatsfernsehen CCTV. SRF-Chinakorrespondent Pascal Nufer darf dank Martinas Sonderstatus als erster ausländischer Journalist im Herzen von Chinas Propaganda-Apparat filmen. Von hier aus verbreitet die kommunistische Regierung ihre Propaganda. Sie beliefert nicht nur nach ganz China, sondern über den englischsprachigen Kanal CCTV News auch in die ganze Welt. Martina Fuchs hilft dabei. Die 32-jährige Aargauerin studierte in Kairo Fernseh-Journalismus. Eigentlich wollte sie Diplomatin werden, doch das war ihr zu langweilig. Mittlerweile spricht sie neun Sprachen und geniesst bei CCTV ihren Sonderstatus. Als einzige Ausländerin arbeitet sie auch als selbständige Reporterin für die Wirtschaftssendung «Global Business». Als Instrument der Propaganda sieht sie sich aber deswegen nicht. «Reporter» begleitet die Journalistin auf ihrem Seiltanz zwischen Karriere und kommunistischer Propaganda.

  • S2017E04 Kinder des Krieges Teil 1 – Mais will sich nicht mehr erinnern

    • January 29, 2017

    Wie ist das, wenn man plötzlich weg muss? Wenn das Haus zerbombt und die Zukunft in der Heimat tot ist? Die damals 11-jährige Mais ist vor drei Jahren mit ihrer Familie aus dem Krieg in Syrien in die Schweiz geflüchtet. Ihre Grossfamilie, zehn Erwachsene und sieben Kinder, lebt seit ihrer Ankunft am 7. November 2013 in der Schweiz. Die Platzverhältnisse im Durchgangszentrum sind eng, aber alle sind zuerst einfach nur glücklich, in Sicherheit zu sein. Mit dem Alltag kommen dann Probleme: Wie ist es für diese Kinder, bereits in jungen Jahren wieder neue Wurzeln schlagen zu müssen? Und das in einem Land, von dem man vorher noch nie gehört hat und wo man zuerst einmal kein Wort versteht? Reporterin Andrea Pfalzgraf hat die Grossfamilie Nasser während der vergangenen drei Jahre in der Schweiz mit der Kamera begleitet. Entstanden ist eine zweiteilige Reportage. Im ersten Film richtet sie den Fokus auf die Familie der heute 14-jährigen Mais. Anfänglich sehr scheu, entwickelte sich das Mädchen rasch zur Übersetzerin für die ganze Familie. Heute ist sie, wie viele Teenager, am liebsten mit ihren Freundinnen unterwegs. Aber wenn sie über Syrien erzählen soll, dann kann sie nicht mehr sprechen. Die Wunden sind noch nicht verheilt. Ein berührendes Schicksal, stellvertretend für mittlerweile rund 4,8 Millionen Syrer auf der Flucht.

  • S2017E05 Kinder des Krieges Teil 2 – Kusai hat die Nase voll vom Krieg

    • February 5, 2017

    Wie ist das, wenn man plötzlich weg muss? Wenn das Haus zerbombt und die Zukunft in der Heimat tot ist? Der damals 9-jährige Kusai ist vor drei Jahren mit seiner Familie aus dem Krieg in Syrien in die Schweiz geflüchtet und sagt heute «Meine Heimat ist jetzt in Bern». Kusai kommt, zusammen mit seiner Cousine Mais, mit seiner Grossfamilie am 7. November 2013 in der Schweiz an. Die Platzverhältnisse im Durchgangszentrum sind eng, aber alle sind zuerst einfach nur glücklich, in Sicherheit zu sein. Mit dem Alltag kommen auch Probleme - und es stellt sich die Frage: Schaffen es diese Kinder, bereits in jungen Jahren wieder neue zu Wurzeln zu schlagen? Und das in einem Land, von dem man vorher noch nie gehört hat und wo man zuerst einmal kein Wort versteht? Kusai hat alle Fotos von zuhause verbrannt und will nichts mehr vom Krieg hören. Reporterin Andrea Pfalzgraf hat die Grossfamilie Nasser in den letzten drei Jahren in der Schweiz mit der Kamera begleitet. Entstanden ist eine zweiteilige Reportage. Im zweiten Film richtet sie den Fokus auf die Familie des heute 12-jährigen Kusai. In Syrien konnte er wegen des Krieges nur ein Jahr zur Schule gehen. In Köniz BE gehört er inzwischen zu den Klassenbesten und möchte Arzt werden. «Ich habe so viele Menschen gesehen, die starben, weil es keinen Doktor mehr gibt in Syrien», erklärt der Junge in breitem Berndeutsch.

  • S2017E06 Vera Webers Erbe

    • February 12, 2017

    Sie hat es satt, stets als «Tochter von» wahrgenommen zu werden: Vera Weber, Tochter des bekannten Umweltschützers Franz Weber, Gründer der Fondation Franz Weber. «Reporter» ergründet das schwierige Verhältnis der beiden und zeigt, wie Vera Weber aus Liebe zu den Tieren die Stiftung weiterführt. Schon seit 17 Jahren arbeitet Vera Weber für die Stiftung. Erfolgreich führte sie die Kampagne für Franz Webers Zweitwohnungsinitiative. Trotzdem steht sie nach wie vor im Schatten des Vaters. Zumindest glaubt sie das, die Frau mit der sanften Stimme, die so anders arbeitet als ihr Vater. Wo er auf den Tisch klopfte, ist sie diplomatisch. Wo er die Leute zusammenstauchte, versucht sie zu überzeugen. Denn die Welt wäre schlechter ohne die Menschen, die sich für die Tiere und die Natur einsetzen – das ist ihre Überzeugung und ihre Motivation. Reporterin Anna Gossenreiter war dabei, als Vera Weber und ihre Mitstreiter an der Artenschutz-Konferenz in Johannesburg für die Elefanten kämpften und einen grossen Erfolg erringen konnten.

  • S2017E07 Rolf Lyssy – Der Filmemacher

    • February 19, 2017

    Rolf Lyssy hat mit «Die Schweizermacher» den erfolgreichsten Schweizer Film auf die Kinoleinwand gebracht. Trotz Rückschlägen und einer schweren Depression hat er das Filmen nie aufgegeben und steht mit 80 Jahren wieder auf dem Set. Rolf Lyssy ist in Herrliberg aufgewachsen, damals noch ein kleines Bauerndorf am Zürichsee. Er war der einzige jüdische Bub in der Gemeinde und erst noch aus der Stadt zugezogen. Eines wusste er bereits früh: Er wollte zum Film. Der grosse Erfolg von «Die Schweizermacher» brachte dem Regisseur auch Neid und Missgunst. Trotz zermürbender Auseinandersetzungen mit Fördergremien drehte er viele Filme und schaut heute auf ein bewegtes Leben zurück. In den 90er-Jahren erkrankte er nach einem gescheiterten Filmprojekt und der Trennung von seiner Frau an einer schweren Depression. Er wies sich in die Psychiatrische Klinik ein. Es war die schwärzeste Zeit seines Lebens. Und doch hat Rolf Lyssy nie aufgegeben, hat sich seinen Humor und die feine Ironie bewahrt. Immer war der Filmemacher an Themen mit gesellschaftlicher Relevanz interessiert, wie zum Beispiel Sterbehilfe. Davon handelt sein neuester und – wie er sagt – bestimmt nicht letzter Film. Reporterin Samira Matta über den erfolgreichsten Filmemacher der Schweiz.

  • S2017E08 Siegrist und die Polarlichter

    • February 26, 2017

    SRF-Meteorologe Christoph Siegrists grösste Leidenschaft ist nicht das Wetter. Es ist das Polarlicht. Seine grenzenlose Liebe für das fantastische Naturphänomen machte den Mann vom Meteo-Dach gar zum Erfinder. Christoph Siegrist ist ein «Aurora Chaser». So nennt man Menschen, die im hohen Norden mit der Fotokamera dem Polarlicht nachjagen. Siegrist tut dies jeden Winter mehrmals – und nicht selten vergeblich. Denn Polarlichter sind launische Diven: Mal tauchen sie auf, mal nicht. Weil Siegrist nicht so oft in den Norden kann, wie er das möchte, hat sich der begnadete Tüftler etwas einfallen lassen. Er baute sich ein von A-Z selber entwickeltes Kamerasystem, mit dem er seine geliebten Polarlichter jederzeit auch von der Schweiz aus beobachten kann. Siegrist sagt: «Polarlichter machen glücklich.» Mit dieser Vorgabe begleitete ihn Reporter François Loriol in den Norden Norwegens. Es dauerte nicht lange, bis er verstand, was der Polarlichtjäger vom Meteo-Dach damit meinte.

  • S2017E09 In der fremden Heimat Teil 1– Das neue Leben der Doans in Vietnam

    • March 5, 2017

    Als Kind wurde Son Doan im Vietnamkrieg durch eine Napalmbombe schwer verletzt. Er kam zur Behandlung in die Schweiz und blieb 40 Jahre lang. Dann kehrte er zurück nach Vietnam: In eine fremde Heimat. Es geschah am 2. Februar 1968 in einem kleinen Dorf nahe der vietnamesischen Stadt Hue. Der damals 11-jährige Son Doan und seine Mutter wurden von einer amerikanischen Napalmbombe getroffen. Die Mutter erlag noch am gleichen Tag ihren Verletzungen – der Vater war schon acht Jahre zuvor im Krieg gefallen. Son Doan konnte von Verwandten ins Spital gebracht werden. Dort traf er den Schweizer Edmond Kaiser, den Gründer des Kinderhilfswerks «Terre des Hommes». Kaiser brachte den Waisenjungen in die Schweiz, wo er medizinisch versorgt und bei einer Pflegefamilie untergebracht wurde. Doan machte eine Lehre als Gärtner, heiratete eine Schweizerin und wurde Vater von drei Kindern. Als er 50 Jahre alt wurde und alle Kinder aus dem Haus waren, entschloss er sich, die Schweiz zu verlassen. Er liess sich seine Pensionskasse auszahlen und wanderte zusammen mit seiner Frau Sissi nach Vietnam aus. Reporter Simon Christen hat die beiden im zentralvietnamesischen Bauerndorf Truyen Nam besucht. Er habe seine Zelte in der Schweiz abgebrochen, weil er Ruhe, Glück und Frieden gesucht habe, sagt Doan. Nach acht Jahren in seinem Heimatland muss er allerdings feststellen, dass sein Leben dort ganz anders ist, als er es sich vorgestellt hat.

  • S2017E10 In der fremden Heimat Teil 2-Wenn die Eltern plötzlich auswandern

    • March 12, 2017

    Ihre Eltern sind ausgewandert: Lea und Mera Doan erzählen, wie es ist, wenn Vater und Mutter plötzlich am anderen Ende der Welt wohnen. Und wie sie versuchen, einander trotzdem nahe zu bleiben. «Es hat mir das Herz zerrissen», erinnert sich Mera Doan. Sie war Anfang 20, als ihre Eltern ein neues Leben in der Heimat ihres Vaters Son Doan begannen. Sie leben heute in einem kleinen Dorf nahe der vietnamesischen Stadt Hue. Dort wurde Son Doan als Kind während des Vietnamkrieges durch eine Napalmbombe schwer verletzt. Er kam zur Behandlung in die Schweiz und blieb 40 Jahre lang. Dann kehrte er zusammen mit seiner Frau Sissi zurück nach Vietnam. «Ich weiss nicht, was passieren müsste, damit ich in die Schweiz zurückgehen würde», sagt Sissi Doan. Sie sei ja nicht mal gegangen, als ihre Enkel zur Welt gekommen seien. Reporter Simon Christen hat Son Doan und seine Frau Sissi in Vietnam besucht. Und er hat mir ihren Kindern und Enkelkindern in der Schweiz gesprochen. «Sie sind die Eltern, wir sind die Kinder – klar haben sie uns irgendwie verlassen», sagt Mera Doan. Aber für ihren Vater sei immer schon klar gewesen, dass er irgendwann in seine Heimat zurückkehren wolle. Und für ihre Mutter sei immer klar gewesen, dass sie mit ihrer grossen Liebe mitgehe.

  • S2017E11 Rolf – ein Leben als Abenteurer

    • March 19, 2017

    Die Schweiz erschien ihm zu perfekt und Herausforderungen gab es für Rolf Gloor keine mehr. So verliess der Bezirksschullehrer vor 20 Jahren seine Familie, um in Kenia ein abenteuerliches Leben zu beginnen, wo er sich in einem von verfeindeten Stämmen umkämpften Gebiet für den Frieden einsetzt. Als der kalte Gewehrlauf einer Kalaschnikow seine Stirn berührt, glaubt Rolf Gloor, er werde gleich das Zeitliche segnen. Es wäre das Ende eines aussergewöhnlichen und kühnen Lebens gewesen. Doch dann erkennen die drei Banditen den Schweizer, der von den Einheimischen als Prophet verehrt wird, weil er sich für den Frieden in dem von Stammeskriegen geplagten Nordwesten Kenias einsetzt. Der vor 20 Jahren nach Kenia ausgewanderte Aargauer Rolf Gloor hält sich oft in diesem unsicheren Teil Kenias auf. Die vielen Todesopfer des Konfliktes beschäftigen den ehemaligen Biologie- und Mathematiklehrer, und so reift in ihm der Gedanke, sich für den Frieden in der Region einzusetzen. 2009 beginnt er im Grenzgebiet der beiden Stämme mit dem Bau der Begegnungsstätte «Calabash». Das Angebot wird rege genutzt und ist schon bald ein voller Erfolg. Im Spätherbst 2015 werden die Kämpfe eingestellt. Inzwischen erfüllen Gesänge statt Gewehrschüsse die Luft. Ein Friedensfest findet statt, das für Rolf Gloor gleichzeitig sowohl Höhepunkt als auch Abschied von «Calabash» ist. Einheimische führen die Begegnungsstätte nun weiter, während sich der Abenteurer einem anderen Projekt zuwendet. Rolf Gloor erschafft in seinem Leben stets neue Perspektiven – nicht nur für sich, sondern auch für andere. Reporter Hanspeter Bäni hat den Auswanderer mit der Kamera auf seinem abenteuerlichen Weg durch Kenia begleitet.

  • S2017E12 Danièle Rod und die Polarforscher

    • March 26, 2017

    Danièle Rod führt eine Schweizer Polarexpedition in die sturmreichsten Breitengrade unseres Planeten: das Südpolarmeer. Von einem Forschungsschiff aus dirigiert sie unter widrigsten Bedingungen Helikopter und Schlauchboote – und muss dabei jederzeit die Sicherheit aller Beteiligten garantieren. Die 39-jährige Expeditionsleiterin lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Südafrika. Von dort aus hat sie diese Expedition ins Südpolarmeer für das Schweizer Polarinstitut während über einem Jahr vorbereitet. Vor ziemlich genau 250 Jahren fand letztmals eine wissenschaftliche Antarktis-Umrundung statt. Der damalige Expeditionsleiter hiess James Cook. Polarforscher sind bärtige Männer mit wettergegerbter Haut und windzerzausten Haaren, die heldenmütig jedem Sturm trotzen. «Diese Vorstellung einer männergeprägten Forschungsdisziplin ist längst überholt», sagt Danièle Rod. «Über die Hälfte der rund 60 Forschenden auf unserer Expedition sind Frauen, und darum ist es doch selbstverständlich, dass mit mir auch eine Frau in der Expeditionsleitung vertreten ist.» Reporter Mario Nottaris hat Danièle Rod einen Monat im Südpolarmeer begleitet. 13-Meter-Wellen, Seekrankheit und verschollene Forscher inklusive.

  • S2017E13 Die syrische Kindsbraut

    • April 2, 2017

    Suad ist ein syrisches Flüchtlingsmädchen. Geflüchtet in den Libanon – um hier verheiratet zu werden. Suad ist 15 Jahre alt. «Ich wollte nicht heiraten. Aber der Krieg in Syrien wurde immer schlimmer. Da schickten mich meine Eltern in den Libanon und verheirateten mich.» So wie Suad geht es tausenden von syrischen Flüchtlingsmädchen. Die UNO schätzt, dass in den Flüchtlingslagern des Libanon oder auch Jordaniens jede zweite syrische Braut noch ein Kind ist. Zwar existierte die Kinderheirat schon im Vorkriegs-Syrien. Doch seit Kriegsbeginn hat sich die Zahl der verheirateten Mädchen verdreifacht. Suad kommt aus dem Osten Syriens. «Als sie kamen, um um meine Hand anzuhalten, sagte meine Mutter: Geh’, im Libanon ist es sicherer für dich. Hier haben wir die Bomber von Assad in der Luft und den IS am Boden.» Also machte sich Suad auf den Weg in den Libanon. Zu einem Mann, den sie nie zuvor gesehen hatte. Und der sie nie zuvor gesehen hatte. Nahostkorrespondent Pascal Weber begleitete Suad während fast eines Jahres. Er traf sie das erste Mal kurz nach der Hochzeit. Und das letzte Mal neun Monate später, nach der Geburt ihres Sohnes. «Ich hoffe, dass unser Bub einmal ein besseres Leben hat als wir. Und vor allem hoffe ich, dass er einmal zurückkehren kann in seine Heimat, nach Syrien.»

  • S2017E14 Der Cannabis-Apotheker

    • April 9, 2017

    Der Apotheker Manfred Fankhauser ist für viele Patienten ein Held. Sein Cannabis-Öl habe ihr Leben verändert, erzählen Menschen aus der ganzen Schweiz. Als Manfred Fankhauser seine Doktorarbeit zum Thema «Haschisch als Medikament» schrieb, erkannte er das gewaltige therapeutische Potenzial von Cannabis und Cannabinoiden. Bald machte er sich einen Namen als «Cannabis-Experte», den Ärzte und Patienten um Rat fragten. «Ich habe intensiv angefangen zu überlegen, wie ich Menschen, die leiden, helfen kann, legal zu ihrem Medikament zu kommen», erinnert sich Fankhauser. Heute ist Fankhausers Bahnhof Apotheke im bernischen Langnau die einzige Apotheke in der Schweiz, die berechtigt ist, Hanf anzubauen, dessen Blüten zu Tinkturen und Ölen zu verarbeiten und diese an Kunden zu verkaufen. Über 600 Patienten werden von dort regelmässig mit Cannabis-Öl versorgt. Etwa zwei Drittel dieser Menschen behandeln damit Schmerzen in Zusammenhang mit Multipler Sklerose, Rheuma oder Tumoren. Reporter Simon Christen hat Fankhauser bei der Herstellung seiner Cannabis-Produkte über die Schultern geschaut. Und er hat Menschen besucht, die finden, Fankhausers Arbeit habe ihr Leben verändert.

  • S2017E15 Besuch in der Geisterwelt

    • April 16, 2017

    Der Schamane Charles Rüttimann ist per du mit Elfen, Faunen und Zwergen. Gewöhnlich stempeln wir Menschen wie ihn als Spinner ab. Doch was können wir entdecken, wenn wir uns auf seine Geisterwelt einlassen? Zart streichelt Charles Rüttimann das Moos auf einem Felsbrocken. Der 59-Jährige steht oft am Gambach-Wasserfall, einem Kraftort nah seiner Heimat im Schwarzenburgerland. Er deutet durch die Gischt auf einen Felsvorsprung. Dort wohne die Fee, mit der er sich regelmässig unterhalte. Der Biologielaborant arbeitet als Bakterienspezialist in der Lebensmittelindustrie. Während er sich beruflich an streng wissenschaftliche Regeln hält, streift er in seiner Freizeit durch eine Geisterwelt, die den meisten Menschen völlig verschlossen bleibt. Reporter Patrick Schellenberg liess sich auf diese Welt ein und begleitete ihn ein Jahr lang auf seinen Streifzügen durch die feinstoffliche Welt. Selbstverständlich halten Elfen, Faune und Zwerge keiner journalistischen Prüfung stand. Und selbstverständlich hat Charles Rüttimann keine Beweise für die Existenz dieser Wesen. Aber ist es wirklich wichtig, ob diese Wesen existieren oder nicht? Ist nicht die Frage viel interessanter, was einen dazu bringt, Geisterwesen zur Realität zu erklären?

  • S2017E16 Der letzte Funke Hoffnung

    • May 14, 2017

    Drei Jahre sind vergangen, seit Karin Trachsels Ex-Mann die gemeinsamen Töchter nach Ägypten entführte. Für die Mutter begann eine Odyssee zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Der Glaube an ein Wiedersehen droht zu erlöschen. Nuran war vier, Sarah zwei Jahre alt, als Karin Trachsel ihre Töchter und ihren damaligen Noch-Ehemann zum Bahnhof brachte. Für einen zweiwöchigen Urlaub, wie sie dachte. Doch: ihr Ex- Mann flog mit den Mädchen in seine Heimat Ägypten und kehrte nie mehr zurück. Im Kampf um ihre Töchter zog die Primarschullehrerin von Interlaken nach Kairo. Mit Hilfe eines Anwalts, sowie den zuständigen Schweizer und ägyptischen Behörden versuchte sie vor Ort erbittert, ihre Töchter zurück zu gewinnen. Vergeblich. Immer wieder kam es zu herben Rückschlägen. Als ihr Ex-Mann sie zusammen schlagen lässt und ihre Energiereserven komplett aufgebraucht sind, entschliesst sich Karin Trachsel, in die Schweiz zurück zu kehren und von hier aus weiter zu kämpfen. Aufgeben ist keine Option. Und doch: nach einem Leben im Ausnahmezustand, kehrt für die Mutter der Alltag schleichend zurück – auch ohne Mädchen. Der «Reporter» von Vanessa Nikisch zeigt auf, wie das scheinbar Unerträgliche erträglich werden muss.

  • S2017E17 Die Endsorge

    • May 21, 2017

    Seit 1978 sucht die Schweiz einen Standort für ein Atom-Endlager. Vier Jahrzehnte mit Bohrungen, Evaluationen und Gegendemonstrationen zeigen, dass es nicht einfacher wird, den Atommüll zu entsorgen. Der Landwirt Jürg Rasi aus Marthalen ZH steht vielleicht bald ohne Bauernhof da. Wo er heute pflügt, soll in absehbarer Zukunft ein Endlager für stark radioaktive Abfälle stehen. Wenn es nach Ansicht der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle geht, eignet sich sein Land für einen möglichen Standort. Unterstützung erhält er von einer Gruppe um Marianne Studerus. Die Oberstufenlehrerin aus dem benachbarten Benken hat eine Mahnwache gegen das geplante Endlager ins Leben gerufen, die sich jeden Donnerstag an der Kreuzung zu Rasis Äcker trifft. Markus Fritschi ist Mitglied der Direktion der Nagra. Er hat die Aufgabe, den Menschen in der Schweiz klar zu machen, dass der Atommüll, der sich in den letzten Jahren in der Schweiz angesammelt hat, sicher und an einem sinnvollen Ort gelagert werden muss. Reporter Marc Gieriet hat die Gemeinde im Zürcher Weinland nahe Schaffhausen besucht. Dabei hat er festgestellt, dass das Thema symbolisch für eine kompliziert gewordene Welt ist. Es gibt auf komplexe Fragen keine einfachen Lösungen mehr.

  • S2017E18 Der Kampf gegen den Terror – von Israel lernen?

    • May 28, 2017

    Das Selbstmordattentat in Manchester macht fassungslos – und wirft die Frage auf: Lassen sich solche Taten verhindern? Können wir etwas lernen aus Israels jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit Terror? «Reporter» ist in den Nahen Osten gereist, um es herauszufinden. «In Israel kennen wir das seit vielen Jahren. Das hat mit der ersten Intifada angefangen. 1988. Und jetzt kommt dieses Phänomen auch in Europa an. Gesteuert vom IS», sagt Yaakov Perry mit Blick auf die jüngsten Anschläge. Perry arbeitete 30 Jahre lang für den israelischen Inlandgeheimdienst Shin Bet, 6 Jahre war er der Direktor der Behörde. Er ist sich sicher: «Kein Zweifel, dass es noch schlimmer wird in Europa.» Europa tut sich schwer mit dem Kampf gegen den Terror. Auch aus der Angst heraus, seine moralische Integrität zu verlieren. Aber können wir diesen Kampf mit sauberen Händen gewinnen? «Wie definieren Sie saubere Hände?», fragt Perry zurück. Reporter Simon Christen ist nach Israel gereist, um herauszufinden, ob wir etwas lernen können aus Israels jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit Terror. Von einem Land, das sich Demokratie und Rechtsstaat verpflichtet fühlt, das aber international immer wieder massiv in der Kritik steht.

  • S2017E19 Der Mann unter der Brücke

    • June 4, 2017

    Seit dreizehn Jahren lebt Peter Hämmerli in selbstgewählter Einsamkeit unter einer Brücke in Zürich. Einfach aussteigen, für nichts verantwortlich sein, sich selbst genügen, das war sein Ziel. Aber die vermeintlich grosse Freiheit ist für den 65-Jährigen längst mehr Fluch als Segen. Selbst unter den Randständigen der Stadt ist Peter Hämmerli ein Aussenseiter. Mit anderen Obdachlosen lässt er sich nicht ein. Hämmerli raucht nicht und Alkohol trinkt er so gut wie nie. Tagtäglich bahnt er sich mit grossen Schritten seinen Weg durch Zürich. Im Schlepptau immer seine Handkarre mit Habseligkeiten. Was er auf der Strasse an Essbarem findet, das nimmt er mit. Betteln würde Peter Hämmerli nie. Auch wenn er mit seinem Schicksal hadert, so ist die Brücke trotzdem sein Zuhause. Es ist ein Teufelskreis, denn Peter Hämmerli sehnt sich nach einer festen Bleibe, schliesst aber gleichzeitig kategorisch aus, jemals wieder ein Teil der Gesellschaft zu sein. Glück empfindet der Mann unter der Brücke nur, wenn er sich in seinen Schlafsack zwängt und von früher träumt. Simon Usteri und Heikko Böhm versuchen einem Menschen näher zu kommen, der alles daran setzt, dass ihm niemand zu nahe kommt.

  • S2017E20 Kast und die Kesb

    • June 11, 2017

    Die Kesb platzierte die Kinder der Kasts in einem Heim. Zum Wohl der Kinder, sagt die Kesb. Das akzeptierten die Kasts nicht und brachten ihre Kinder in einer Nacht und Nebel Aktion auf die Philippinen. Zum Wohl der Kinder, sagen die Kasts. Christian Kast lernte 2010 die Filipina Margie kennen. Er heiratete sie, holte sie in die Schweiz und bekam mit ihr eine Tochter: Alina. Bald holten die Kasts Queen Sebell nach, Margies Tochter aus einer früheren Beziehung. Und die Probleme eskalierten. Nachbarn fiel auf, dass die Kast-Kinder, damals 6 und 2, alleine im Dorf unterwegs waren – auch in der Nähe des Rheins wurden sie gesehen. Kurz darauf griff die Kesb ein und platzierte Alina und Queen Sebell in einem Heim. Grund: Margie Kast könne die Betreuung der Kinder «nicht verlässlich genug gewährleisten», die Zustände zuhause seien für kleine Kinder «gefährlich und unzumutbar», es liege eine «angespannte Paarproblematik» vor, es komme zu «häuslicher Gewalt». An einem Samstag im Juli 2015 holte Christian Kast die Kinder im Heim ab, um mit ihnen den Tag zu verbringen. Er fuhr mit den beiden Mädchen allerdings nicht wie abgemacht in einen Kletterpark, sondern direkt zum Flughafen, wo seine Frau wartete und mit ihnen in Richtung Philippinen abflog. Reporter Simon Christen hat die Familie in einem kleinen Dorf namens Buaya in der Provinz Leyte ausfindig gemacht und versucht herauszufinden: Sind die Kasts Helden, die ihre Kinder vor der Kesb gerettet haben? Oder müssen einem Alina und Queen Sebell vielmehr leidtun?

  • S2017E21 Carole im Glück?

    • June 18, 2017

    Ein Jahr lang jeden Monat bedingungslos 2'500 Franken erhalten: Wovon viele träumen, ist für Carole Realität. Möglich gemacht haben dies die Initianten der Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen». Sie haben Geld gesammelt und dann verlost. Carole war die glückliche Gewinnerin. Vor einem Jahr sorgte die Abstimmungskampagne für viel Wirbel. Utopie oder realistischer Entwurf für eine neue Gesellschaft? Die Initianten wollten es wissen, ungeachtet des Ausgangs der Abstimmung. Noch bevor die Initiative abgelehnt wurde, starteten sie ihr Experiment. In einem Crowdfunding kamen 30‘000 Franken zusammen. Das Losglück traf Carole. An ihrem Beispiel sollte ein Jahr lang konkret gezeigt werden, was ein Grundeinkommen bewirkt. Mit 76.9 Prozent Nein-Stimmen scheiterte die Abstimmung vor allem an der Frage der Finanzierung. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens lasse sich aber nicht mathematisch lösen, sagen die Befürworter. Es ist vielmehr eine grundsätzliche, fast schon philosophische Denkaufgabe. Wird der Mensch faul oder fleissig, wenn man für die finanzielle Sicherheit nicht mehr arbeiten muss? Reporter Daniel Bodenmann war bei diesem Experiment ein Jahr lang dabei und hat Carole begleitet.

  • S2017E22 Der knallharte Zweifler

    • June 25, 2017

    Er wisse nicht, wo Gott hockt – und überhaupt: Auf einer Glaubensskala von 1 bis 10 gibt er Gott bloss eine fünf. Das Portrait über CVP-Präsident Gerhard Pfister fördert überraschend zu Tage: So sicher, wie man meinen könnte, ist sich der oberste Christdemokrat seiner Sache nicht. Gerade was die Sache mit Gott betrifft, ist Gerhard Pfister eher ein grosser Zweifler denn ein klarer Deuter. So hat ihm der Glaube in den schwersten Stunden seines Lebens – nach dem Amok-Attentat von Zug, wo er als Kantonsrat viele Freunde verlor – nicht geholfen. Dazu steht der gläubige Katholik. Und auch dazu steht er: Sein oftmals knallhart wirkendes Auftreten in Politdebatten am TV, an Podien oder im Parlament hat auch viel mit Kalkül zu tun: «Man muss manchmal einen Klotz einschlagen», sagt er, «um Wirkung zu erzielen.» Den Auftritt auf dem politischen Parkett liebt der Zuger, er gilt als einer der brillantesten Strategen im Bundeshaus und als einer, der sich auch mal vergisst und selbst Parteifreunde runterputzt. «Das ist eine Schwäche von mir.» Der «Reporter» von Michael Perricone zeigt, wo Pfister sonst noch Schwächen hat. Und was seine grossen Qualitäten sind.

  • S2017E23 Tod einer Königin

    • July 2, 2017

    Zuerst verlor Katharina Paholo Hänni ihr Herz an Afrika und nun dort ihr Leben. Die Schweizerin starb unerwartet und unter ungeklärten Umständen in ihrer Wahlheimat Kamerun. Im Hochland des Landes an der Westküste Afrikas fand die Beisetzung nach animistischer Art statt. Vor zwölf Jahren lernte Katharina Hänni aus Moosseedorf übers Internet Marcelin Paholo kennen, der sich ihr als Prinz vorstellte. Katharina Hänni verliebte sich Hals über Kopf in ihren Prinzen und wanderte nach Kamerun aus. Noch vor ihrer Abreise liess sie sich Visitenkarten drucken: «Reine Paholo» – Königin Paholo sollte sie fortan heissen. Ihr Mann, Marcelin Paholo, erwies sich tatsächlich als Prinz aus dem Stamm der Bamiléke. Aber sein «Königreich» war nur gerade ein paar Hektaren gross und anstatt in einem Palast lebte das Ehepaar in einer Hütte. Dennoch: Katharina beschloss, im Hochland Kameruns zu bleiben, mit Marcelin einen Haushalt aufzubauen und eine Familie zu gründen. Trotz Armut und einem Leben voller Hindernisse und Rückschläge, gab Katharina ihr afrikanisches Abenteuer nie auf. Zu den ständigen Geldsorgen und Schwierigkeiten in der Partnerschaft kamen auch gesundheitliche Probleme dazu: Malaria, Blutarmut und Durchfall schwächten die Schweizerin. Am Donnerstag, 20. April verstarb Katharina. Laut Totenschein erlag sie einem Herzinfarkt. An der Beerdigung interviewten die beiden Reporter Christoph Müller und Hanspeter Bäni aber auch Trauergäste, die glauben, dass die Schweizerin vergiftet wurde. Die Trauerzeremonie fand sieben Wochen nach ihrem Tod, im Juni, statt. Mehrere hundert Personen nahmen daran teil. Darunter auch Katharinas Sohn Sky, der erst kurz vor der Beerdigung erfahren hatte, dass seine Mutter gestorben war. Ihren Tod verschwieg Witwer Marcelin Paholo gegenüber dem 10-Jährigen lange, weil er ihn bis Ende des Schuljahres schonen wollte. «Sky hat nun den Leichnam gesehen, und er kann das gut verkraften, denn ich habe ihn wie einen Sold

  • S2017E24 Hanery Amman – Chasch mers gloube

    • July 9, 2017

    Er hat Polo Hofers grösste Hits komponiert: Hanery Amman, begnadeter Pianist, Mundart-Urgestein. Nach langer Krankheit und trotz zahlreicher Widerstände will der 64-Jährige an frühere Erfolge anknüpfen und nach 17 Jahren endlich sein neues Solo-Album produzieren. «Wenn dir das Schicksal Streiche spielt, hast du als Musiker wenigstens noch die Musik», sagt Hanery Amman in seinem Tonstudio in Interlaken. Er muss es wissen, denn Streiche hat ihm das Leben viele gespielt: Mitte 30 blieb von einer Ohrenoperation ein permanenter Tinnitus, vor 10 Jahren wurde bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert. Hanery Amman mag nicht klagen, er spielt lieber seine alten Hits vor ausverkauftem Haus. Dank der Musik, so scheint es, kann er seine Last zumindest ertragen. Hanery Amman ist der grosse Komponist des Mundartrock. Zusammen mit Polo Hofer und der Band Rumpelstilz hat er Mitte der 1970er-Jahre dieses Musikgenre begründet und die wichtigsten Songs von Hofers Karriere komponiert: «Alperose», «Teddybär» und «D´Rosmarie und ig». Trotz viel Talent hat er in den darauffolgenden 40 Jahren nur zwei Soloalben veröffentlicht – dafür aber hunderte Konzerte gespielt. Heute, kurz vor dem Pensionsalter, hat der Berner Oberländer grosse Pläne. Nach 17 Jahren will er erstmals wieder ein Album veröffentlichen und zudem arbeitet er an einem Konzertprogramm nur mit Klaviermusik. Reporter Fabian von Allmen hat den Mitbegründer des Mundartrock fast vier Jahre lang begleitet. Der Film erzählt von Studiosessions, Arztbesuchen, Konzertaufnahmen und zeigt Hanery Ammans unbändige Liebe zur Musik.

  • S2017E25 Ein Schweizer auf dem Flugzeugträger

    • August 27, 2017

    Eigentlich liegt die Heimatbasis von Militärpilot Andreas Kuhn in Meiringen. Aber der Luzerner ist weit weg von zu Hause - in Virginia Beach, an der amerikanischen Ostküste. Dort steht er vor der grössten Herausforderung seiner fliegerischen Karriere: dem Starten und Landen auf einem Flugzeugträger. Schon seit mehr als zwei Jahren ist Andreas Kuhn in den USA stationiert. Dass ein Schweizer bei der Navy fliegt, hat Tradition. Das Austauschprogramm begann, als die Luftwaffe 1995 Flugzeuge vom Typ F/A-18 anschaffte. Seither arbeitet immer ein Schweizer Militärpilot bei der Navy und ein amerikanischer Pilot bei der Luftwaffe. Der 37-jährige Kuhn ist als Fluglehrer in den USA und bildet amerikanische Piloten auf dem F/A-18 aus. Zum Aufenthalt des Schweizers gehört aber auch, dass er die sogenannte «carrier qualification» absolviert, also das Starten und Landen auf einem Flugzeugträger. Sechs Wochen lang hat Kuhn auf diesen Moment an Land trainiert. Dann steht die Bewährungsprobe auf dem offenen Meer an. Reporter Michael Weinmann und Kameramann Brian Gottschalk konnten als erstes Fernsehteam überhaupt einen Schweizer Piloten bei einer solchen Flugzeugträger-Qualifikation begleiten.

  • S2017E26 Kein Land für Träumer

    • September 3, 2017

    Die Stadt Lucas do Rio Verde im Bundesstaat Mato Grosso ist durch den Anbau von Soja zu einer der reichsten Städte Brasiliens geworden. Gegründet wurde die Stadt von Schweizer Auswanderern, die in der Savanne ihre Heimat kopieren wollten: gute Schulen, Mischkulturen und Gemeinschaftssinn. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs bewirtschaftete Anton Huber einen kleinen Hof in der Luzerner Gemeinde Kottwil. Er wollte seinen neun Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen. Das schien ihm zuhause unmöglich. Deshalb schloss sich die Familie Huber 1951 einer Gruppe von Auswanderern an, die in Brasilien eine bessere Zukunft suchte. Hier erschloss die Regierung in den 1970er Jahren das riesige Savannengebiet im Westen des Landes für die Landwirtschaft. Auch die Söhne der Hubers reservierten sich mit weiteren Interessenten ein Stück Land. Anton Huber, der älteste der Brüder, organisierte die Siedler in einer Genossenschaft. Sein Bruder Klaus baute mit seiner Frau Elisabeth gegen dreissig Schulen auf. Die Familien von Anton und Klaus Huber lebten in Zelten, sie wuschen sich im Fluss, wurden von Mücken fast aufgefressen. Aber ein grosser Idealismus gab den Siedlern Kraft: Sie wollten in der Savanne eine Kolonie aufbauen, in der Kleinbauern eine umweltverträgliche Landwirtschaft betreiben und ihre Produkte gemeinsam vermarkten. 30 Jahre später hat Reporter Ruedi Leuthold die Hubers in Lucas do Rio Verde besucht. Die Stadt zählt 60’000 Einwohner und bereits zwei Universitäten. In der Umgebung regieren Grossgrundbesitz und Monokultur. Anton Huber ist vor kurzem gestorben, sein Sohn Luis pflanzt Bäume auf seinem Land. Klaus Huber führt am Rande der Stadt ein Institut für Umwelterziehung und Alternativmedizin. Er beobachtet, dass immer mehr Bauern die Wälder an den Flussufern, die sie für den Sojaanbau abgeholzt hatten, wieder aufforsten. Gebildete Menschen und ein vernünftiger Umgang mit der Natur, das war es, was die Hubers anstrebten. Ihre Saat geht doc

  • S2017E27 Bondo – Der Bergsturz und seine Folgen

    • September 10, 2017

    Annemieke Buob Müller tut sich schwer. Seit dem Bergsturz müsse sie ihre Emotionen verdrängen und nur noch funktionieren. Ihr Mann Reto Müller steht ihr zur Seite. In seinen Schmerz mischt sich jedoch Genugtuung. Er habe seit langem gewarnt. Aber nur wenige hatten ihn und die Experten hören wollen. Der Bergsturz kam in der Tat nicht unerwartet. Doch als am 23. August 2017 mehr als drei Millionen Kubikmeter Felsen vom Piz Cengalo zu Tal donnerten und ein Murgang aus Schlamm und Wasser das Dorf Bondo bedrohte, erschütterte diese Naturgewalt die Menschen im Bergell in ihrem Innersten. Zum einen waren da die acht Menschen, allesamt Touristen, die am Berg starben. Zum anderen verloren Familien ihr Hab und Gut. Häuser wurden von einem Augenblick auf den anderen zerstört oder zumindest unbewohnbar. Immerhin: weil Bondo ein Notfallszenario vorgesehen hatte, war das Dorf innert nützlicher Frist evakuiert. Die Bewohner kamen nicht zu Schaden. Welche Auswirkungen aber hat der Bergsturz für die ganze Alpenregion? Wirft er ein neues Licht auf die Siedlungspolitik in den Bergkantonen? Und: Gibt es einen Zusammenhang mit dem Klimawandel? «Reporter» zeigt, welche Folgen der Bergsturz von Bondo für die Menschen im Dorf hat.

  • S2017E28 Grenzerfahrung

    • September 17, 2017

    Fabio Zgraggen will als Luftaufklärer vor der Küste Libyens Flüchtlinge und Migranten vor dem Ertrinken retten. Private Retter aber sind dort nicht mehr gern gesehen. Europa will diese Flüchtlingsroute schliessen, damit weniger Migranten nach Italien und auch an die Schweizer Südgrenze gelangen. Fabio Zgraggen kann nicht einfach zusehen, wie immer mehr Menschen bei ihrer gefährlichen Flucht übers Mittelmeer sterben – schätzungsweise 5‘000 Flüchtlinge und Migranten allein im letzten Jahr. Der erst 32-jährige Appenzeller hilft aus der Luft. Sechs Stunden am Tag fliegt er von Malta Richtung Libyen – auf der Suche nach seeuntauglichen Schlauchbooten mit oftmals mehr als hundert Menschen an Bord. Sie schaffen es nur mit Mühe ins offene Meer, geschweige denn die Überfahrt nach Süditalien! SRF-Italien-Korrespondent Philipp Zahn begleitet anfangs September die Arbeit des privaten Retters – denn sie wird immer schwieriger. Libysche Küstenwächter erhalten seit diesem Sommer Geld und Unterstützung aus Italien und sollen so schon in ihren Hoheitsgewässern die Migranten abfangen. Gleichzeitig kontrollieren aber auch libysche Milizen an Land das Geschäft der Schlepper. Einfache Lösungen gibt es nicht, das weiss der Autor, auch wenn alle in Europa den Rückgang von Flüchtlingen und Migranten begrüssen. Ende August fährt Philipp Zahn zur Italienisch-Schweizerischen Grenze und trifft in Chiasso Patrick Benz. Er ist beim Grenzwachkorps für den Fachbereich «Migration» zuständig. Auch in Chiasso spürt man, dass immer weniger Migranten und Flüchtlinge den Weg über das Mittelmeer und über Italien bis in die Schweiz schaffen. Wurden 2016 noch fast 34‘000 rechtswidrige Aufenthalte an der Südgrenze registriert, sind es dieses Jahr in den ersten acht Monaten weniger als 12'000. Über 80 Prozent der Aufgegriffenen werden sofort an die Italiener zurücküberwiesen. «Abweisen» ist für Patrick Benz das tägliche Geschäft. Nur wer glaubh

  • S2017E29 Der Bauernchef

    • October 1, 2017

    Wie ein Wanderprediger eilt er durchs Land für seine Schäfchen: Der oberste Chef der Schweizer Bauern, Markus Ritter. Die Abstimmung zur Ernährungssicherheit macht er kurzerhand zum Werbefeldzug für die einheimische Landwirtschaft. Sein Hof ist ein Idyll. Und er wird nicht müde zu betonen, wie gerne er hier sei und wie viel Kraft er da, oberhalb von Altstätten im St. Galler Rheintal, tanken könne. Fakt ist: Der Bio-Landwirt Markus Ritter kennt zwar noch all seine Kühe beim Namen, sehen tut er sie aber kaum mehr. Die Mehrheit der Woche ist er auswärts, daheim übernimmt dann seine Frau Heidi: «Ich denke, wir müssen das beide mittragen.» Der CVP-Nationalrat ist in erster Linie Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes. «Jeden Morgen sitze ich auf der Bettkante und denke an die 53'000 Bauernfamilien im Land. Für die will ich da sein. Die verlassen sich auf uns.» Ritters jüngster Coup: Die Initiative zur Ernährungssicherheit. In Rekordzeit zu Stande gekommen hatte sie im Rat einen schweren Stand. Schliesslich gab es einen Gegenvorschlag, den sich die Bauern zu eigen machten, weil er mehr Erfolg versprach. «Das Wichtigste ist, flexibel zu sein», sagt Ritter. Der Bauernverband sei wie ein Motorboot: «Schnell und wendig.» Das bedeute immer wieder viel Basisarbeit. Dass diese Abstimmung nun zum Sololauf für die Bauern wurde, freut Ritter. Wenn Kritiker monieren, die Ernährungssicherheit in dieser Form in der Verfassung festzuschreiben sei überflüssig und ein staatspolitischer Unsinn, lässt das den Bauernpräsidenten kalt. Viel mehr will er die Abstimmung dazu nutzen, «die Leute im Herzen zu berühren.» Kathrin Winzenried hat den unablässig kommunizierenden Bauernpräsidenten, der Politiker auch mal mit Kühen vergleicht, auf der Mission für seine Leute begleitet.

  • S2017E30 Letzter Halt Nordkorea

    • October 8, 2017

    Thomas Fisler lebt in Nordkorea. Seit vier Jahren leitet er das Büro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Pjöngjang. Jetzt wird der Diplomat pensioniert. Ein Leben im Ruhestand in der Schweiz kann er sich aber nicht vorstellen. «Warum glauben die, dass wir das glauben?», fragt Thomas Fisler und schüttelt den Kopf. Nach vier Jahren in Nordkorea gerät er immer häufiger ins Grübeln. Er werde das Land nie verstehen, sagt der gelernte Maurer, der sein Leben lang durch die entlegensten Winkel der Erde gezogen ist. Als Diplomat ist er es gewohnt, den pompösen Schau-Veranstaltungen des nordkoreanischen Regimes beizuwohnen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Doch eines hat er nie aufgegeben: «Man muss immer wieder Fragen stellen», sagt er. Doch auf viele Fragen bekam er in den vier Jahren nie eine schlüssige Antwort. Beklagen will sich Thomas Fisler nicht über sein Leben in der abgeschotteten Diktatur der Kim-Familie. Hinter den Mauern des diplomatischen Bezirks lässt sich auch in Nordkorea gut leben, mit harter Währung in den Taschen sowieso. Denn trotz Wirtschaftssanktionen sind die Regale der Einkaufsläden von Pjöngjang erstaunlich voll. Manchmal fehle zwar das eine oder andere Produkt für ein paar Wochen. Man müsse eben immer flexibel bleiben, sagt auch seine Frau Hilda. Frisches Gemüse pflanzt die gebürtige Kamerunerin selber an in ihrem Gewächshaus im Garten. Es ist ein guter Zeitvertreib, denn viel zu tun gibt es nicht in der Freizeit in Pjöngjang. Reporter Pascal Nufer hat Thomas Fisler in Pjöngjang, der letzten Station seiner Karriere bei der DEZA, besucht. Nach Ländern wie Nepal, Pakistan oder Myanmar war Nordkorea sozusagen die Krönung seiner Laufbahn. Doch eines sei klar für ihn: «Irgendwann wird auch dieses Land nicht mehr so sein, wie heute», sagt er.

  • S2017E31 Bivers letzter Streich

    • October 15, 2017

    Er könnte sich einen geruhsamen Lebensabend leisten. Schliesslich gehört er zu den 300 reichsten Schweizern. Aber Jean-Claude Biver kann es nicht lassen. Der erfolgreiche Uhrenmanager ist bereit, im Alter von 68 Jahren eine weitere Herausforderung anzunehmen. Mit 75, sagt Jean-Claude Biver, wolle er dann ein bisschen weniger arbeiten. Aber nicht aufhören. Denn aufhören sei für ihn gleichbedeutend mit alt werden. Und das will er auf keinen Fall. Der erfolgreiche Manager sucht auch im Pensionsalter den Wettbewerb. Gewinnen will er. So wie es ihm schon mehrfach gelungen ist. Mitten in der Uhrenkrise hat er Blancpain zu neuem Leben erweckt. Später hat er Spektakuläres mit Omega, Hublot und TagHeuer erreicht. Die schwächelnde Schweizer Uhrenmarke Zenith benötigt Hilfe, soll zurück auf die Erfolgsspur gebracht werden - soll nun seine Karriere krönen. Für den Erfolg arbeitet er hart. Mindestens doppelt so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter. Nachtarbeit ist Alltag für den Unternehmer. Wochenende? Kennt er nicht. Jedenfalls nicht eines ohne Arbeit. Nur mit hoher Arbeitsleistung schafft er es, erfolgreich die Uhrensparte des grössten Luxuskonzerns der Welt zu führen und sich daneben um die Zukunft der kleinen, feinen Zenith zu kümmern. Reporterin Monica Suter zeigt, wie Biver tickt. Wie der Uhrenmanager mit Milliardenumsatz nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg sucht, sondern dabei auch die Menschen, die ihn ermöglichen, nicht aus den Augen verliert.

  • S2017E32 Der Traumsimulator

    • October 22, 2017

    Markus Lang, Peter Krüsi und Thomas Binz haben seit ihrer Kindheit denselben Traum: Den Traum vom Fliegen. Doch dieser Traum wurde nie wahr. Dafür haben die drei einen Ausweg gefunden. Aus alten Fliegern bauen sie Simulatoren – nun gar einen Jumbo. Schon als Bub war für Markus Lang (52) klar: «Eines Tages will ich Jumbo-Pilot werden.» Die Boeing 747 hat es ihm durch ihre schiere Grösse und Technik angetan. Wegen eines Sehfehlers konnte er nie Pilot werden, hat aber den Traum der Fliegerei nie aus den Augen verloren. Nachdem das Simulatoren-Center in Dübendorf in den letzten 20 Jahren schon über ein halbes Dutzend Simulatoren aus alten Kampfjets und Linienfliegern gebaut hatte, wollte es Markus Lang vor vier Jahren nochmals wirklich wissen: Nun müsste ein Simulator aus einem alten Jumbo-Cockpit gebaut werden. So machte sich das Simulatoren-Team in der Freizeit daran, ein geeignetes Cockpit zu finden. Eine ziemliche Herkules-Aufgabe, wie sich mit der Zeit herausstellte. Nach jahrelanger Suche fanden sie eine passende Maschine in England. Was treibt diese Männer an, all ihre Freizeit und ihr Geld in solche Projekte zu stecken? Reporter Matthias Rusch hat das Simulatoren-Team eineinhalb Jahre lang begleitet – bis zum Erstflug mit dem neuen Jumbo-Simulator.

  • S2017E33 Der Unruhestifter

    • October 29, 2017

    Pfarrer Christian Walti will vor allem eins: Neue Menschen kennenlernen. Diese hat die abgemagerte Kirche 500 Jahre nach der Reformation dringend nötig. Doch dazu muss sie sich verändern – und Walti schlägt dafür auch gerne mal den Kopf an. Beim Einzug ins Pfarrhaus der Friedenskirche Bern verwandelte Christian Walti dieses kurzerhand in eine WG. Das Pfarrhaus sei nicht zeitgemäss, ebenso wenig wie vieles andere in der reformierten Kirche. Mit Zürcher Schnelligkeit versucht der 35-Jährige, eingerostete Strukturen aufzulockern – und wendet dafür auch mal Guerillataktik an. «Das gehört zur Rolle des Pfarrers», schmunzelt er und kompensiert dafür mit viel Offenheit und Charme. Experimentierfreudigkeit zeichnet den Tausendsassa ebenso aus, wie das Zurückbesinnen auf alte Werte. So organisiert er das «Death Café», in welchem er in der Quartierbar mit Unbekannten über den Tod plaudert und versucht gleichzeitig, alte Rituale in den Gottesdienst zurückfliessen zu lassen. Eine Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne, die ihn reizt und herausfordert. Die Ideen gehen ihm bestimmt nicht aus. Reporterin Patricia Banzer hat den jungen Pfarrer im Jubiläumsjahr der reformierten Kirche neun Monate lang begleitet.

  • S2017E34 Bis dass der Tod uns scheidet

    • November 5, 2017

    Die Liebe schlug ein wie ein Blitz. Lotti Geel war 15, Rudolf 20 Jahre alt. Mittlerweile liegen die Eiserne Hochzeit und ein gemeinsames Leben hinter ihnen. Für das hochbetagte Ehepaar kommt nun das allerletzte, vielleicht sogar schwierigste Stück. Hält das die Liebe aus? Lotti Geel (86) zieht ihrem Mann die Hosen an, knöpft das Hemd zu. «Eine Jacke?», will sie wissen. Eine schlüssige Antwort kriegt sie selten, häufig kommt einfach nichts. Rudolf Geel (91) ist seit acht Jahren an Demenz erkrankt, seine Frau betreut ihn rund um die Uhr. Eine starke Belastung für die an sich lebenserprobte Liebe. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Und mit uns altert die Liebe. Was heisst das? Werner Weiler (93) hat darauf eine Antwort: «Immerhin brauchen wir uns jetzt im Alter richtig.» Wenn er und seine Frau Yvonne (93) aus dem Haus gehen, halten sie Händchen. Sie, weil praktisch blind; er, weil wacklig auf den Beinen. Es passt! Reporterin Vanessa Nikisch hat die Ehepaare Weiler und Geel besucht und wollte wissen: Wenn Lotti Geel sagt, dass sich ihre Liebe zu ihrem demenzkranken Mann gewandelt habe, vergleichbar zu der eines Kindes, ist die Liebe dann nur noch Pflicht? Und wenn Werner Weiler betont, dass er die Hilfeleistungen seiner Frau nicht missen möchte, ist es dann nur noch Zweck? Oder ist nicht genau das die eigentlich wahre Liebeserklärung an den Partner?

  • S2017E35 Das kleine Leben der Sabine Bühler

    • November 12, 2017

    Sabine Bühler ist 46-jährig, 141 cm gross und 33 Kilo schwer – die Masse einer Zehnjährigen. Mit Essensverweigerung wehrte sie sich als Kind gegen die schweren sexuellen Übergriffe ihres Turntrainers. Heute, nach 34 Jahren Magersucht, will sie nicht mehr Opfer sein und kämpft sich zurück ins Leben. Der Fall schockierte Ende der neunziger Jahre die ganze Schweiz: Ein Primarlehrer und Turntrainer hatte über Jahre hinweg mehrere seiner Turnerinnen sexuell missbraucht und abhängig gemacht. Sabine Bühler war das Hauptopfer des übergriffigen Turntrainers: Sieben Jahre lang musste sie ihm Tag und Nacht zu Willen sein. Als Reaktion auf seine ständigen Penetrationsversuche, beschloss Sabine Bühler als 13-jährige, nicht mehr weiter zu wachsen. Sie hörte auf zu essen und blieb tatsächlich klein, doch der Missbrauch ging weiter. Erst mit 19 Jahren befreite sie sich aus der totalen Abhängigkeit von ihrem Turntrainer. Danach ging das Leiden aber erst richtig los – Zwangsstörungen, Medikamentenmissbrauch, Depressionen und lange Klinikaufenthalte prägten fortan ihr Leben. Zeitweise wog Sabine Bühler noch 17 Kilogramm. Im letzten Dezember dann die Wende: Sabine Bühler kehrte ihren Entschluss von damals um und beschloss, zu essen und Frau zu werden. Nach über 30 Jahren Hungern und Leiden will sie heute nicht mehr dem Bild zu entsprechen, welches der übergriffige Turntrainer von ihr entworfen hatte. In kleinen Schritten kämpft sie sich ganz allmählich zurück in einen «normalen» Alltag. Helen Arnet begleitet Sabine Bühler durch ihr überschaubares Leben, dessen Vorhersehbarkeit dem ehemaligen Missbrauchsopfer Sicherheit vermittelt.

  • S2017E36 Die Wohnschüler – Teil 1

    • November 19, 2017

    Janine Zobrist und Joël Hofstetter besuchen die Wohnschule von Pro Infirmis. Sie träumen davon, trotz ihrer kognitiven Beeinträchtigung in einer eigenen Wohnung zu leben. Der zweiteilige «Reporter» begleitet sie ein Jahr lang auf ihrem Weg in ein selbständiges Leben. Janine Zobrist kann lesen, schreiben, rechnen. Aber die 25-Jährige braucht dafür mehr Zeit als andere. Auch viele alltägliche Tätigkeiten muss sie Schritt für Schritt lernen. Früher lebte sie in verschiedenen sozialpädagogischen Einrichtungen. Wirklich wohl fühlte sie sich im betreuten Wohnen aber nie. Auch Joël Hofstetter sehnt sich schon lange danach, sein Leben selbständig und in einer eigenen Wohnung zu führen. Bisher lebte der 25-Jährige bei seiner Mutter. Die Wohnschule der Behindertenorganisation Pro Infirmis im zürcherischen Altstetten besteht aus zwei Wohnungen, die gleichzeitig WG und Unterrichtsräume sind. Schwerpunkte der rund dreijährigen Ausbildung sind die Haushaltsführung, der Umgang mit sich selbst und mit anderen, die Freizeitgestaltung und administrative Aufgaben des Alltags. Sozialpädagoginnen und -pädagogen leiten den theoretischen und praktischen Unterricht. Alle Bewohnerinnen und Bewohner der WG beteiligen sich am Haushalt, kochen, putzen und machen Besorgungen. Der Unterricht findet nachmittags statt. Am Vormittag arbeiten die Wohnschülerinnen und -schüler auswärts in spezialisierten Betrieben, Janine Zobrist bei der St.-Jakob-Bäckerei in Zürich und Joël Hofstetter bei der sozialen Institution ZüriWerk.

  • S2017E37 Die Wohnschüler – Teil 2

    • November 26, 2017

    Janine Zobrist und Joël Hofstetter kommen ihrem grossen Traum näher: Schon bald sollen sie in einer eigenen Wohnung leben. Was für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, mussten Janine und Joël wegen ihrer kognitiven Beeinträchtigung in der Wohnschule von Pro Infirmis lernen. Während drei Jahren eigneten sich Janine Zobrist und Joël Hofstetter in der Wohnschule der Behindertenorganisation Pro Infirmis Schritt für Schritt alle Fähigkeiten und Kompetenzen an, die sie für die Verwirklichung ihres Traums brauchen. Schwerpunkte der Ausbildung sind die Haushaltsführung, der Umgang mit sich selbst und mit anderen, die Freizeitgestaltung und administrative Aufgaben des Alltags. Sozialpädagoginnen und -pädagogen leiten den theoretischen und praktischen Unterricht. Der Unterricht findet nachmittags statt. Am Vormittag arbeiten die Wohnschülerinnen und -schüler auswärts in spezialisierten Betrieben, Janine Zobrist bei der St.-Jakob-Bäckerei in Zürich und Joël Hofstetter bei der sozialen Institution ZüriWerk. Die Wohnschule wird vom Kanton Zürich unterstützt. Das Schulgeld beträgt 3’600 Franken pro Monat. Diesen Betrag finanzieren die Wohnschülerinnen und -schüler mit Mitteln der IV und mit Ergänzungsleistungen. Reporter Patrick Schellenberg begleitete Janine Zobrist und Joël Hofstetter ein Jahr lang mit der Kamera. Mittlerweile haben beide den ersten Teil der Wohnschule erfolgreich abgeschlossen. Sie leben in eigenen Wohnungen, werden in der Anschlussphase aber noch regelmässig von den Sozialpädagoginnen und -pädagogen der Wohnschule besucht und gecoacht.

  • S2017E38 Einer gegen alle

    • December 3, 2017

    Kaum jemand kennt Eritrea besser als Toni Locher. Er ist Arzt, Entwicklungshelfer und Honorarkonsul, und er wird dafür kritisiert, dass er dem autokratischen Regime zu nahe stehe. Dabei war Locher einst ein Revoluzzer und engagierte sich für den Befreiungskampf Eritreas. Seit 30 Jahren betreibt Toni Locher in Wettingen im Kanton Aargau eine Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe. Eigentlich sollte er Priester werden, nach dem Wunsch seiner streng katholischen Mutter. Doch im Alter von 19 Jahren wurde Toni Locher Mitglied einer 3. Welt-Gruppe, lieferte Hilfsgüter nach Eritrea, versorgte Freiheitskämpfer im Bürgerkrieg als Assistenzarzt, ja er heiratetet sogar seine damalige Frau gleich hinter der Frontlinie. Heute ist Locher ernüchtert, aber er kämpft weiterhin gegen das schlechte Image des afrikanischen Landes, aus dem 30'000 Menschen in die Schweiz geflüchtet sind. Regelmässig besucht er Eritrea, wo er engste private Verbindungen pflegt, Pflegetöchter betreut, Spitäler unterstützt und Wasserprojekte fördert. Reporter Reto Brennwald hat Toni Locher mit der Kamera vor Ort begleitet.

  • S2017E39 Jean-Claude Bastos und das Wunder von Angola

    • December 17, 2017

    Vor der Publikation der sogenannten «Paradise Papers» kannte ihn kaum einer, plötzlich war er in aller Munde: Der Schweiz-Angolaner Jean-Claude Bastos, der den milliardenschweren Staatsfonds Angolas verwaltet. «Reporter» hat ihn in Luanda besucht. «Ich bin immer noch perplex», sagt Jean-Claude Bastos – und meint damit die Tatsache, dass er quasi über Nacht national bekannt wurde durch die sogenannten «Paradise Papers». Dabei handelt es sich um ein Konvolut von ursprünglich vertraulichen Unterlagen, die den Medien zugespielt wurden. Sie zeigen anhand von tausenden von Fällen, wie Reiche und Superreiche weltweit Steuervermeidung und Steuerhinterziehung betreiben. In den geleakten Unterlagen finden sich Datensätze zu mehr als 120 Staats- und Regierungschefs und Politikern aus 47 Ländern, darunter die britische Königin Elisabeth II. – und der bis dahin weitgehend unbekannte Jean-Claude Bastos. Bastos wurde 1967 in Freiburg geboren. Seine Mutter kam aus einer Uhrmacherfamilie in Welschenrohr. Sein Vater war aus Angola zum Studieren in die Schweiz gekommen. Während der Mittelschule wollte Bastos eigentlich Musiker werden; dem Vater schwebte aber etwas Nützliches vor. So studierte er Betriebswirtschaft – und entdeckte schnell, dass er unternehmerisches Talent hatte. Heute fliegt er in einem Privatjet um die Welt und verwaltet den milliardenschweren Staatsfonds Angolas. Reporter Simon Christen hat Bastos in der angolanischen Hauptstadt Luanda besucht. Er wolle mithelfen, Afrikas gewaltiges Potenzial zu entfesseln, sagt Bastos. Er sehe sich als Visionär, als Macher, der etwas bewege. Das Bild, das die Medien von ihm gezeichnet haben, ist für ihn «Chabis»: «Die haben keine Ahnung von der Realität hier in Afrika.»

Season 2018

  • S2018E01 Allein im Outback

    • January 7, 2018

    Auf einer Australienreise lernte Barbara Walker den Cowboy Roy kennen. Sie verliebten sich und heirateten. Seither lebt sie im Outback. «Australien hat mich schon immer fasziniert», sagt Barbara Walker. Mit 40 Jahren entschloss sie sich, Down Under fotografisch zu erkunden. Unterwegs traf sie den Cowboy Roy – einen Mann, der sein ganzes Leben in der Wildnis verbracht hatte. Die beiden verliebten sich und heirateten. Seither lebt Barbara Walker im Outback. Nach 13 gemeinsamen Jahren starb Roy Walker an Krebs. Das war 2006. «Für mich war klar, dass ich hierbleibe», sagt Barbara Walker, «denn das ist mein Zuhause.» Sie wolle das weiterführen, was ihr Mann aufgebaut habe: Einen Ort namens «Roy’s Retreat» – ein Busch-Camp mitten im Nirgendwo. Dort zieht sie Känguru-Babys auf, deren Mütter totgefahren wurden. Und sie engagiert sich für den Umweltschutz. Reporter Simon Christen hat Barbara Walker in ihrem eigenen kleinen Reich im Norden Australiens besucht. Dort ist sie in der Regenzeit über Monate von der Aussenwelt abgeschnitten und lebt als Eremitin wider Willen: Ganz allein sein, das wollte sie nie, das wollte das Schicksal.

  • S2018E02 Der grosse Schnee – Zermatt schaufelt sich frei

    • January 14, 2017

    Verschiedene Walliser Bergtäler waren in den letzten Tagen von der Umwelt abgeschnitten. Es herrschte höchste Lawinengefahr. «Reporter» ist nach Zermatt gereist und dokumentiert, wie die Einheimischen die Schneemassen bewältigen und erstaunt darob sind, wie die Weltpresse darüber berichtet. «Thousands of tourists stranded in Swiss Ski resort» titelte die britische Tageszeitung «The Guardian». Die ARD berichtete in der Tagesschau über die eingeschneiten Touristen in Zermatt und erläuterte, dass «Lawinensprengungen die Eingeschlossenen befreien sollen». Ob solchen Schlagzeilen schütteln die Einheimischen in Zermatt den Kopf. Die Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser meint dazu: «Ich sehe gut gelaunte Touristen und bin deshalb erstaunt ob all dem Rummel.» Tatsächlich sind die Schneemengen der letzten Tage auch für die Walliser aussergewöhnlich: Es ist Jahre her, dass innert kürzester Zeit so viel Schnee fiel. Kommt hinzu, dass die toxische Mischung aus Schnee und Regen besonders gefährlich ist. «Es sind Nassschnee- oder gemischte Lawinen. Diese schlagen weniger kaputt, dafür rücken sie bis in die Talsohlen vor», meint der krisenerprobte Lawinenexperte Bruno Jelk. «Für die Bahn und die Strasse sind die aktuellen Lawinen aufgrund ihrer Reichweite sehr gefährlich.» «In solchen Momenten müssen alle zusammenstehen. Eine Hand hilft der anderen, jeder springt dort ein, wo es ihn braucht», fasst der Zermatter Sicherheitschef Gerold Biner kurz und bündig zusammen, warum die Zermatter auch in solchen Ausnahmesituationen beinahe gelassen wirken. Und wenn die Aussenstehenden das alles so aussergewöhnlich finden, dann soll es den Zermattern nur recht sein. Die Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser ist gerne mit viel Schnee auf allen Kanälen präsent: «Wir hätten uns eine solche Werbung nie leisten können!»

  • S2018E03 Weiterleben, trotzdem

    • January 21, 2018

    Der Radio- und TV-Moderator Robin Rehmann (36) leidet an Colitis Ulcerosa. Die unheilbare, chronische Darmerkrankung zwang ihn, sein Leben radikal zu ändern. «Ich habe gerade wieder einmal in die Hosen gemacht», erzählt Robin Rehmann lachend. Der Radiojournalist kennt keine Tabus. Irgendwann müsse man über die schlimmen Auswirkungen der chronischen Darmentzündung auch lachen können, sonst drehe man durch. In der Reportage von Patrick Schellenberg spricht der 36-Jährige mit schonungsloser Offenheit darüber, wie die Krankheit die Kontrolle über sein Leben übernahm. Bevor er erkrankte, moderierte Robin Rehmann mit seinem komischen und spontanen Talent bei verschiedenen TV-Stationen. Er war die überdrehte Stimmungskanone, immer laut, immer schrill, immer auf der Überholspur. Bei SRF moderierte er Sendungen im Radio und im Fernsehen. Doch immer häufiger war die fröhliche Ausgelassenheit nur noch Fassade. Robin Rehmanns Körper machte das Leben auf der Überholspur nicht mehr mit. Aus seiner Not machte Robin Rehmann eine Tugend. Er erfand die Sendung «S.O.S. – Sick of Silence», in der Menschen mit psychischen und chronischen Erkrankungen das Schweigen brechen und offen über ihr Leiden sprechen. Niemand weiss besser als der Moderator selbst, wie einsam man sich mit einer unheilbaren Krankheit fühlen kann. Die Sendung für das Jugendradio SRF Virus zeichnet Robin Rehmann jeweils auf. Live moderieren kann er nicht mehr. Zu oft muss er unverhofft zur Toilette eilen.

  • S2018E04 Die Welt, ein Dorf, ein Präsident - Ein Tag in Davos

    • January 28, 2018

    Am Tag, an dem Donald Trump ans WEF nach Davos kommt, blickt «Reporter» über den Stacheldrahtzaun des Kongresszentrums hinaus. Wir porträtieren Menschen, die im Dorf ihrem Tagesgeschäft nachgehen und erzählen, was sie an diesem Tag bewegt. Modi, Merkel, Macron – auch die 48. Ausgabe des WEF wartet mit einer einmaligen Dichte an hochrangigen Politikerinnen und Wirtschaftsführern auf. 3000 Teilnehmende, 70 Regierungschefs, unzählige Wirtschaftskapitäne. Während vier Tagen ist das Bergdorf Davos der Nabel der Welt. Glanzvoller Höhepunkt des WEF ist die Abschlussrede von US-Präsident Donald Trump. Doch sein «America first» will nicht recht passen in die «gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt». So lautet das hochtrabende Motto. Kritiker werfen dem Stelldichein der Eliten vor, die sozialen Spannungen nicht zu lösen, sondern zusätzlich zu verschärfen. Während die ganze Welt nach Davos schaut, blickt «Reporter» einen Tag lang über den Stacheldrahtzaun des Kongresszentrums hinaus. Wir porträtieren Menschen, die im Dorf ihrem Tagesgeschäft nachgehen. Während sein Präsident in Millionen von Haushalte flimmert, bereitet sich der amerikanische Stürmerstar des HC Davos auf sein nächstes Spiel vor. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Asylzentrums denken über ihre Zukunft in der «zersplitterten Welt» nach.

  • S2018E05 Die Jurtenkinder

    • February 4, 2018

    Wer das urbane Zentrum von Ulan Bator verlässt, entdeckt zahllose Jurten und einfache Holzhäuser, die sich ringartig um die Stadt legen. Hier wohnen die Ärmsten. Alkohol, Gewalt und Missbrauch sind alltäglich. Die Bernerin Christine Jäggi kämpft dagegen an. Christine Jäggi, die als Reiseleiterin die Mongolei 2003 kennengelernt hat, wollte diese Abwärtsspirale nicht hinnehmen: Sie gründete einen Verein und engagiert sich seitdem für ein besseres Leben der Jurtenkinder. Heute ist die Kindertagesstätte Bayasgalant (mongolisch für «glücklich») für 175 Kinder zu einem zweiten Zuhause geworden. Hier bekommen sie drei Mahlzeiten am Tag, saubere Kleidung, Betreuung und Bildung, hier dürfen sie aber vor allem Kind sein und spielen. Die 56-jährige Jäggi, selber Mutter zweier erwachsener Kinder, kennt die Geschichten der Kleinen und Grossen. Mehrmals wöchentlich skypt sie mit der mongolischen Projektleiterin Zayanyam Okhinoo, die alles fest im Griff hat. Sie sprechen über Kinder, die zu Hause vom betrunkenen Vater angegriffen werden und freuen sich aber auch über den 18-jährigen Battur, der die Schule als Jahrgangsbester abgeschlossen hat und nun studieren will. Die Reporterin Elvira Stadelmann hat Christine Jäggi auf ihrer jährlichen Reise in die Mongolei begleitet, die sie macht, um sich vor Ort ins Bild zu setzen. Beim Wiedersehen gehen die Emotionen hoch, und es bestärkt Jäggi in ihrem Engagement, wenn sie sieht, wie Kinder, denen das Leben kaum eine Chance gibt, Fortschritte machen und selbstbewusst werden.

Season 2019

  • S2019E01 50 Jahre Mondlandung – Der neue Wettlauf ins All | Von Apollo 11 bis heute

    • June 20, 2019

    Nach vier wilden Jahren mit sechs Mondlandungen interessierte sich lange kaum jemand mehr für den Erdtrabanten. Jetzt hat die Mondfahrt plötzlich wieder Schub: Ein neues Rennen zum Mond hat begonnen. USA, China, Indien und Russland wollen auf den Mond – ebenso Jeff Bezos, der reichste Mann der Welt, und Elon Musk, der Rockstar unter den Unternehmern. «Moonrace 2.0» begibt sich auf die Spuren der beiden Rennen zum Mond. Der Film erzählt das Abenteuer der Tasa Gretzenbach, die zwei Wochen in einer selbstgebastelten Kapsel lebten. Länger als jeder Astronaut. Apollo-Experte Lukas Viglietti kennt die menschlichen Seiten der «Space Cowboys». Der Westschweizer hat zehn von den zwölf Mondfahrern persönlich getroffen. Beim heutigen Mondrennen ist Pius Durrer hautnah dabei. Der Schweizer arbeitet bei der «Mission to the Moon» mit, die bald weltweit live übertragen werden soll. Und Maschinenbauingenieurin Anna Kiener beschäftigt sich mit Raketen und Mondunterkünften. Denn dieses Mal geht ...

  • S2019E02 Leben mit einem behinderten Kind oder Schwangerschaftsabbruch? | Mona Vetsch fragt nach

    • July 14, 2019

    Olga Vonmoos und Michael Jappert hatten keinen Anlass zur Sorge. Knapp zwei Jahre nach dem ersten erwarteten die jungen Eltern ihr zweites Kind. Kurz nach der Geburt stellte sich heraus: Janusch hat das Downsyndrom. Wegen eines Darmverschlusses verbrachte er den ersten Lebensmonat auf der Intensivstation – ein Kampf zwischen Leben und Tod. Heute geht es ihm gut, aber Arztbesuche und aufwändige Therapien bleiben ein grosses Thema. Und trotzdem: «Um nichts in der Welt möchte ich das zusätzliche Chromosom wieder hergeben», sagt Olga Vonmoos. Die Trisomie 21 hätte mit pränataler Diagnostik festgestellt werden können. Bei einer solchen Untersuchung erfuhren Vera und Oliver Sigrist, dass ihr Baby nicht überlebensfähig wäre und und entschieden sich für einen Schwangerschaftsabbruch. Sie schildern SRF-Moderatorin Mona Vetsch, wie die Geburt unter diesen schwierigen Umständen verlaufen ist und wie sie dank professioneller Unterstützung lernen, mit der Trauer umzugehen.

  • S2019E03 Polyamorie – Leben mit mehreren Partnern | Mona Vetsch fragt nach

    • July 21, 2019

    Was ist, wenn die romantische Anfangsliebe in die Jahre gekommen, vom Alltag geprüft und abgeschliffen ist? «Reporter Spezial» hat im zweiten Teil der dreiteiligen Reihe Paare getroffen, welche die Liebe verloren haben und sich mitten im Leben neu orientieren müssen. Paare, welche nach Seitensprüngen und Krisen gestärkt weitermachen. Und Paare, die gemeinsam beschlossen haben, in Zukunft polyamourös zu leben. So wie Monica, 50, und Chris, 50: Die Eltern dreier Kinder sind seit über 30 Jahren ein Paar. SRF-Moderatorin Mona Vetsch hat die technische Redaktorin und ihren Mann, der als Leiter einer Softwarefirma arbeitet, zu Hause besucht und mit ihnen über ihr spezielles Beziehungsmodell gesprochen. Sie führen mittlerweile mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig. Sie gönnen einander das Fremdverlieben und das Glücklichsein, das sich nicht nur positiv auf die Ehe, sondern auf das ganze Familienleben auswirke. Eine Beziehung ausserhalb ihrer Ehe kommt für Katharina, 46, und Kaspar,...

Season 2020

  • S2020E01 Herr Henggeler studiert die Schöpfung – Von kleinen Wundern im australischen Busch

    • January 5, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Christof Henggeler lebt seit 30 Jahren im australischen Busch. Dort hat er eine Methode entwickelt, die zukunftsweisend sein könnte. Mit einfachsten Mitteln schafft er es, dass in wüstenähnliche Landschaften das Leben zurückkehrt. «Ich aktiviere die Selbstheilungskräfte der Natur», sagt er. Christof Henggeler hat eine Vision. Er will der Welt zeigen, dass der Mensch nicht nur das Potenzial hat, die Natur zu zerstören, sondern dass er ihr auch helfen kann, sich zu erholen, indem ihre Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Henggeler hat vor 30 Jahren im australischen Outback eine Farm namens Kachana aufgebaut, fast eine Flugstunde vom nächsten Ort entfernt. Dort treibt er Viehherden über sein Land. Das klingt banal, hat aber schier unglaubliche Effekte: In wüstenähnliche Landschaften kehrt das Leben zurück.

  • S2020E30 Mona Vetsch fragt nach – Macht Geld glücklich?

    • July 19, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die Suche nach Antworten auf die Frage, ob Geld glücklich mache, führt Mona Vetsch zunächst nach Frutigen, wo der Eremit Christoph Trummer lebt. Mit Anfang 20 zog es ihn aus der Enge des Berner Oberlandes in die Welt hinaus, um nichts weniger als den Sinn des Lebens zu finden. Kurz nachdem er in Indien angekommen war, wurden ihm alle Sachen gestohlen. Er entschied, sich nicht bei der Schweizer Botschaft zu melden, sondern lebte monatelang auf der Strasse – und war danach ein anderer. Als er alles Materielle verloren hatte, merkte er, dass er dadurch etwas gewonnen hatte: Freiheit. Als Trummer nach Frutigen zurückkehrte, entschloss er sich, so weiterzuleben: besitzlos, dafür frei und glücklich. Im Wallis trifft «Reporter Spezial» Art Furrer, der viel getan hat für die Bekanntheit des Aletschgebietes. Aber er hat auch gerne und häufig gestritten und war einer, der hart austeilt. Furrer stammt aus einfachsten Verhältnissen und wollte es materiell zu etwas bringen. Er baute ein Hotel-

  • S2020E31 Mona Vetsch fragt nach – Machen Kinder glücklich?

    • July 26, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Ihre Suche nach dem Kinderglück führt Mona Vetsch zu Sabina und Roger Rhyner in Glarus. Jahrelang bemühte sich das junge Paar vergeblich um Nachwuchs. Erst dank verschiedener Eizellen- und Samenspenden in Spanien stellte sich das Kinderglück ein. Dieses blieb Gabriela und Adrian Thomann auch nach zahlreichen In-Vitro-Fertilisationen versagt: «Dieses Hoffen und Bangen, die Enttäuschungen, wenn es wieder nicht geklappt hatte – es war eine schlimme Zeit», erinnert sich Gabriela Thomann. Was aber, wenn das lang ersehnte Kind oder das Muttersein nicht glücklich machen? «Ambivalente Gefühle der Elternschaft gegenüber sind nicht selten und sollten vom familiären Umfeld und Fachpersonen ernstgenommen und nicht einfach als «Babyblues» abgetan werden», sagt Andrea Borzatta, Präsidentin des Vereins Postpartale Depression Schweiz. Und manchmal gehen diese ambivalenten Gefühle nicht mehr vorbei und werden zur Reue: Zwei Betroffene erzählen zum Thema «Regretting Motherhood». Laut Glücksforsche

  • S2020E32 Mona Vetsch fragt nach – Macht Glauben glücklich?

    • August 2, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die Suche nach Antworten auf die Frage, ob Glauben glücklich macht, führt Mona Vetsch zunächst an den Stadtrand von Zürich, genauer gesagt zur katholischen Kirche Maria-Lourdes in Seebach. Dorthin nämlich pilgern täglich zahlreiche Menschen, um die Jungfrau Maria um Rat zu fragen, um ihr Dank auszusprechen oder um sich ihr einfach nahe zu fühlen. Auch Adelbert Imboden aus Brig kommt immer wieder hierher, vor allem jetzt, wo Wallfahrten ins Ausland wegen der Coronakrise schwierig sind. «Ich habe mich entschieden, mich dem Glauben hinzugeben», sagt der Walliser. Er bezweifle nicht, dass das der richtige Weg zum Glück sei. Der Stadtzürcher und Komiker Beat Schlatter kennt in Seebach eigentlich nur das Schwimmbad, ihn zieht es nach Würenlos in die Emma-Kunz-Grotte, wenn er auf der Suche nach Spiritualität ist. «Das ist ein Kraftort, die Energie hier ist unglaublich», meint Schlatter. Raphael Grubenmann aus Herisau hat eine unschöne Trennung von seinem Geschäftspartner hinter sich. Um mit

  • S2020E33 Mona Vetsch fragt nach – Macht Schönheit glücklich?

    • August 9, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    In einer der grössten Modelagenturen der Schweiz trifft Mona Vetsch bei einem Casting auf junge Menschen, die allesamt hoffen, dereinst von ihrer Schönheit leben zu können. Zum Beispiel Leon Bürgi. «Ich wurde in der Schule oft gehänselt, hatte Minderwertigkeitskomplexe und fand mich nicht schön», sagt der kaufmännische Lehrling. Die Agenturchefin sagt ihm nun eine rosige Zukunft voraus. Für den jungen Mann könnte sein Aussehen materielles Glück bedeuten, bei vielen anderen werden an diesem Casting Hoffnungen zerschlagen.Das 70-jährige Model Carmen Meier nimmt es gelassen, wenn ihr Typ gerade nicht gefragt ist. «Ich weiss mittlerweile, wer ich bin und wie das Geschäft läuft. Nichtsdestotrotz ist Schönheit in jeder Hinsicht zentral für mich, sie macht mich rundum glücklich.»Das kann Alexandra Baumann von sich nicht behaupten. Die 41-Jährige hatte zeitlebens Mühe mit ihrem Aussehen, ist übergewichtig und fand sich unansehnlich. Seit ihrer Magenbypass-Operation purzelten die Kilos und ihr

  • S2020E34 Und sie machten Ferien in der Schweiz

    • August 19, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Michael Kumli hat seine neue Stelle als Tourismus-Geschäftsführer des Kantons Basel-Landschaft im Mai dieses Jahres angetreten, mitten in der Coronakrise. Die Hotellerie im Kanton hat während des Lockdowns, aber auch danach stark gelitten – nicht zuletzt, weil die internationale Geschäftskunden und Messebesucherinnen ausblieben. Diese will man mit Deutschschweizer Feriengästen ersetzen. Mit der Kampagne «Das Ferne liegt so nah» verkauft man Baselland – mit einem Augenzwinkern – als eine Alternative zu Rio de Janeiro, dem Kilimandscharo oder Rom. Im Weltkurort Zermatt waren die Befürchtungen gross, dass nach dem desaströsen Frühling auch noch ein lauer Tourismussommer folgt: Die Europäer, Asiatinnen und Amerikaner machen im Sommer in der Regel weit über die Hälfte der Gäste aus. Dieses Jahr waren es aber Schweizerinnen und Schweizer, die in Scharen ins Matterhorndorf strömten. Oft allerdings nur für Tagesausflüge. Die Schweizer Gäste konnten die ausländische, zahlungskräftigere Kunds

  • S2020E35 Albtraum Südafrika – Weisse Farmer fliehen

    • August 26, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Vor 30 Jahren wurde Nelson Mandela freigelassen. Er träumte von einer «Regenbogennation, im Frieden mit sich selbst und der Welt». Heute sind Überfälle und Morde an der Tagesordnung in Südafrika. Weisse Farmer fühlen sich besonders bedroht. Wer kann, verlässt das Land. Der inzwischen 73-jährige Rolf Bill hatte schon als Kind von einem eigenen Bauernhof geträumt. Vor fünfzig Jahren wanderte er von der Ostschweiz nach Südafrika aus und wurde schliesslich Farmer. Heute leben er und seine Frau Bessie in ständiger Angst, denn die Gewalt hat das Land fest im Griff. Aus dem Traum wurde ein Albtraum. In den südafrikanischen Medien wird über Verbrechen inzwischen nur noch dann berichtet, wenn der Tatverlauf spektakulär war oder die Betroffenen bekannt sind. Überfälle und Morde sind an der Tagesordnung. Wer kann, flieht – oder versucht, sich zu schützen. Rolf Bill zeigt seine geladene Pistole, die er in seinem Nachttisch aufbewahrt. Die gebe ihm eine gewisse Sicherheit.Südafrika ist eine Projek

  • S2020E36 Militante Tierschützer

    • September 2, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Anja S., 25, hat bereits an vier Stallbesetzungen im Ausland teilgenommen und wurde dabei von der Polizei verhaftet. Jetzt, sagt sie, wolle sie sich endlich um Schweizer Tiere kümmern. Ausgesucht wurde ein Betrieb im Kanton Schaffhausen mit einem Label für tierfreundliche Haltung. Rund sechzig Aktivistinnen und Aktivisten aus sieben Ländern haben sich hier versammelt. Die Reportage von Thomas Vogel zeigt auf, wie minutiös die Tierschützer diese Aktion vorbereitet haben, wie exakt jede Aktivistin eine Rolle zugewiesen bekommt und wie aufwendig Aktivisten in ganz Europa mittels Livestream aus dem Bauernhof informiert werden. Die Aktion war illegal, die Aktivisten begingen Hausfriedensbruch. Die Polizei war zwar vor Ort, schritt aber nicht ein. Der Bauer verweigerte jede Diskussion mit den Besetzerinnen und Besetzern. Nicht alles bei der Aktion verlief wie geplant. Bei der ersten Besetzung eines Bauernhofes haben die Tierschützerinnen viel dazu gelernt. Sie haben angekündigt, dass..

  • S2020E37 Tschopps Haus auf der Krim

    • September 23, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Irgendwann ging es einfach nicht mehr. Der heute 56-jährige Roland Tschopp hatte genug. Über zwanzig Jahre war er als Inhaber einer Metallbaufirma stets auf Trab. Das Bangen um die Aufträge, das emotionale und finanzielle Auf und Ab hinterliessen Spuren. Bei Tschopp waren ein Herzinfarkt, ein Burnout und Gliederschmerzen die Folgen. So entschloss er sich zu einem radikalen Schritt: Er verkaufte seine Werkstatt und Wohnung und zog mit seiner Frau auf einen Zeltplatz. Sein Ziel: sich auf der Krim ein Haus zu bauen, dort zu leben und Wohnungen an russische Touristen zu vermieten. Ihm behage das Klima auf der Krim und er habe hier viel weniger Stress als in der Schweiz, sagt er. Baubeginn war im Herbst 2017. Der Anfang ist vielversprechend. Roland und Karyna sind oft vor Ort. Aber die Probleme häufen sich. Arbeiten werden schlecht ausgeführt, Termine nicht eingehalten. Und eine unliebsame Nachbarin beobachtet ständig die Baustelle und überschüttet sie mit Klagen und Einsprachen.

  • S2020E38 Mythos Matterhorn – Ein Erfahrungsbericht

    • September 30, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Kein anderer Berg dieser Welt hat so viele Todesopfer zu beklagen: Jährlich sterben durchschnittlich sechs Menschen am Matterhorn. Darunter letztes Jahr auch ein Bergführer mit seinem Klienten, als ein Fixseil aus dem Fels brach. Ist das Bergsteigen in den letzten Jahren gefährlicher geworden? Bröckelt der Berg aufgrund des schwindenden Permafrosts? Sind die Alpinistinnen und Alpinisten weniger gut vorbereitet als früher? Oder ist einfach zu viel los am bekanntesten Berg der Schweizer Alpen? An einem sonnigen Tag im Juli sind hundert Menschen auf dem Gipfel des Matterhorns keine Seltenheit. Reporter Matthias Lüscher steigt mit dem Zermatter Bergführer Anjan Truffer aufs Matterhorn und schaut dabei auf und hinter die Fassade des weltbekannten Fotosujets. Anjan Truffer war schon über zweihundert Mal ganz oben und hat als Chef der Bergrettung Zermatt unzählige Rettungen am Berg durchgeführt. Er kennt das Horu wie kein Zweiter. Eine Reportage auf den Spuren des Mythos Matterhorn.

  • S2020E39 Abt mit Leib und Seele

    • October 7, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Vor 900 Jahren wurde das Kloster Engelberg gegründet. Nun hat das Coronavirus dem Abt das Jubiläumsjahr verhagelt. Zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben. Im Frühjahr war das Kloster im Shutdown. Mit etwa hundert Angestellten ist das Kloster nach den Bergbahnen der zweitgrösste Arbeitgeber in Engelberg. Daher ist bis heute vom «Klosterdorf» die Rede. Die Gemeinschaft in Engelberg zählt derzeit zwanzig Mönche. Ihr Durchschnittsalter beträgt 63 Jahre. Für Abt Christian Meyer ist das Kloster kein lustfeindlicher Ort. Er isst, kocht und singt gerne. Wie lebt er die klösterlichen Versprechen Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit? Wie führt Abt Christian Meyer seine Mitbrüder und was bedeutet die Coronakrise für das Kloster im Jubiläumsjahr? Reporter Norbert Bischofberger begleitet Abt Christian Meyer in seinem Alltag im Kloster in bewegten Corona-Zeiten, ins Pfadilager und nach Basel, wo er aufgewachsen ist.

  • S2020E40 Rassismus in der Schweiz – Der Sommer, in dem ich «Schwarz» wurde

    • October 21, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    In Frutigen verbrachte sie ihre ersten Jahre, in der Agglomeration von Bern wuchs sie auf. Angélique Beldner, 44 Jahre alt, verheiratet, Mutter zweier Kinder. In einer weitgehend behüteten Umgebung wurde sie gross. Die weisse Mutter alleinerziehend, unterstützt von der Schweizer Grossfamilie, der schwarze Vater weit weg. «Ich bin voll und ganz Schweizerin, realisierte aber schon früh, dass ich anders war. Ich habe diese Erinnerung, wie sich Menschen in den Kinderwagen beugen und meine Haare berühren. Das begleitet mich bis heute und ist mir sehr unangenehm. Leute, die mir ungefragt ins Haar langen, das gibt es immer noch», sagt Angélique Beldner. Trotzdem: Solche Erlebnisse behält sie für sich. Wenn, spricht sie nur mit ihrer Mutter darüber. Beldners Strategie war stets: Rassismus überhören oder ihn kleinreden. «Bis zu diesem Sommer hat das bestens funktioniert.» «Black Lives Matter» hat ihre heile Welt aus den Fugen gebracht: «Auf einmal fragten mich alle nach meiner Meinun

  • S2020E41 Kilian – Eine Kindheit mit ADHS

    • October 28, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Als Achtjähriger war Kilian ein feingliedriger, liebenswerter und sehr neugieriger Junge, der aber immer übers Ziel hinausschoss. Seine Mutter kannte es nicht anders: Bereits als Kleinkind eckte Kilian überall an, klassische Spielplatzsituationen endeten jedes Mal in einem Drama. Nicht anders in der Schule: Kilian kam mit den Kollegen nicht klar und mit dem Schulstoff nicht nach, war nervös und fahrig und das alles trotz hochdosiertem Ritalin. Kilian wollte alles gut und richtig machen und trotzdem ging alles daneben. Fünf Jahre später trifft Autorin Michèle Sauvain Kilian erneut. Sein Leben ist alles andere als einfach verlaufen. Er hat einige Schulwechsel hinter sich, wurde sogar aus einer Sonderschule geworfen und hat grosse Lücken im Schulstoff. In einer Privatschule für Kinder mit Problemen soll er nun die Oberstufe in Angriff nehmen und sich mit der Berufswahl befassen. Aber es ist wie verhext, gleich nach dem Schulstart gibt’s wieder Streit mit den neuen Kollegen. Kilian wird

  • S2020E42 Vegane Bauern

    • November 18, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Es war das eine Erlebnis, das Claudia Troxler aufrüttelte: In der Nacht war im Stall von Ehemann Beat ein Kalb geboren worden. Es trank bei der Mutterkuh, war gesund und munter. Als Beat und Claudia Troxler Mutterkuh und Kalb zu trennen versuchten, wie es in der Milchproduktion üblich ist, begann das Unheil: Die Mutterkuh wurde aggressiv gegenüber den Besitzern, das Kälblein verweigerte die Nahrung und musste mit einer Sonde ernährt werden. «Nur weil wir die Milch wollen, die eigentlich für das Kalb vorgesehen ist, tun wir den Tieren unendlich viel Leid an», sagt Claudia Troxler. In Claudia Troxler und ihrem Mann Beat reifte der Plan heran, aus der Milchproduktion auszusteigen, Kälber und Mütter nicht mehr zu trennen und keine Mastschweine mehr in den Schlachthof zu bringen: Aus dem Hof Eichenmoos soll ein Lebenshof entstehen, wo Tiere dem Menschen keinen Nutzen mehr bringen müssen. Im August gingen die letzten Schweine in die Metzgerei, alle Kälber, die noch auf dem Hof geboren wer

  • S2020E43 Die Grande Dame der Chilbi trotzt der Coronakrise

    • December 9, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Den Kleinen noch anbinden, bitte!» Es ist September und Maya Hauri sitzt zum ersten Mal in dieser Chilbi-Saison im Häuschen ihres Autoscooters und gibt per Mikrofon Anweisungen durch. Den gesamten Frühling und Sommer über standen ihre Fahrgeschäfte im Lager, die Schausteller-Branche hatte aufgrund der Corona-Regeln faktisch Berufsverbot und Null Einnahmen. Die Witwe, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes das Geschäft allein führt, besitzt nebst den Autotütschis noch fünf weitere Kinderbahnen und drei Confiserie-Wagen. Normalerweise ist die 63-Jährige von März bis Dezember mit ihren Bahnen unterwegs und bringt, wie sie sagt, Jung und Alt Freude und Zerstreuung in den Alltag. Nun kämpft die zweifache Grossmutter ums Überleben und lebt vom Ersparten. «Der Bund hat uns Schaustellerinnen zwar Geld zugesprochen, nur bekommen haben wir noch nichts.» Ende Sommer, als die erste Corona-Welle verebbt war, und der Bund Veranstaltungen bis zu tausend Besuchende wieder erlaubte, organisie

  • S2020E44 Ecolsiv – Lehrer mit Beeinträchtigung

    • December 16, 2020
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Ja, es ist ein Tabubruch», sagt Institutsleiter Mathias Gubler. In der Zürcher Volksschule sollen seit einigen Jahren möglichst alle beeinträchtigten Kinder in Normalklassen eingeschult werden. Dass dabei auch Lehrpersonen mit Beeinträchtigung mithelfen können, ist neu. Die pädagogische Hochschule Unterstrass in Zürich bildet beeinträchtigte Lehrerinnen und Lehrer aus, die in ihren Klassen vor der Aufgabe stehen werden, Kinder mit sogenannt besonderen Bedürfnissen in die Regelklassen zu integrieren. Beeinträchtigte Lehrerinnen und Lehrer sind langsamer, genauso wie es Kinder mit besonderen Bedürfnissen oft auch sind. «Warum diese nicht zusammenführen?», fragten sich Gubler und sein Team. Das war der Start des Projekts «Ecolsiv». Als erster «Ecolsiv»-Student hat der 30-jährige Lucien Le nach drei Jahren an der PH Unterstrass im Juni dieses Jahres sein Studium erfolgreich und mit Diplom abgeschlossen. Was einfach tönt, war ein langer Weg, auch für die Mitstudierenden und Dozieren

Season 2021

  • S2021E01 Der schmale Grat zum Eiger – Ein Erlebnisbericht

    • October 20, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Der Eiger (3967 m ü. M.) im Berner Oberland gehört zu den berühmtesten Bergen der Alpen. Die Eigernordwand, aber auch alle anderen Zustiegsrouten, ziehen Bergsteigende aus der ganzen Welt an. Reporter Matthias Lüscher stellt sich der Herausforderung und steigt über den schmalen Grat auf den Eiger. Matthias Lüscher ist mit der Bergführerin Laura Bomio unterwegs, der ersten weiblichen Bergführerin aus Grindelwald. Er ist ihr 13. Gast auf dieser Route, die über den Mittellegigrat führt. Die Bergtour auf den Eiger ist nichts für schwache Nerven. Links und rechts geht es mehrere tausend Meter in die Tiefe. Wie schmal der Grat zwischen Glück und Unglück sein kann, erlebte Laura Bomio schon am eigenen Leib, als ein Gast am Mittellegigrat ausrutschte und sie ihn glücklicherweise im richtigen Moment halten konnte.

  • S2021E02 Marco Cortesi tritt ab – Der Polizeisprecher als Medienstar

    • January 20, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die Medien bespielte er souverän, in der Bevölkerung geniesst Marco Cortesi Kultstatus: Sein Lispeln wurde zum Markenzeichen, sein Bündner Dialekt war ein Sympathie-Bonus. Ob 1.-Mai-Demonstration, Geiselnahme, Verkehrsunfall oder Grossbrand – stets trat Cortesi rasch vor die Medien und rückte die Polizeiarbeit ins rechte Licht. Er sei der «Fan-Club» der Stadtpolizei, werfen Kritiker ihm vor, seine Arbeit schramme an der Selbstinszenierung vorbei. Der Popularität tat dies nie Abbruch. Den beruflichen Ehrgeiz entwickelte Cortesi erst spät. Er war Skilehrer und Express-Pöstler, bis er nach Zürich kam und 1984 die Polizeischule antrat. Dann aber arbeitete er sich rasch hoch und verschaffte sich bei der Stadtpolizei Zürich über all die Jahre einen Spielraum, wie kaum ein anderer Mediensprecher ihn mehr hat. Als grössten Erfolg seiner Karriere bezeichnet Cortesi die Sicherstellung von millionenschweren Gemälden der Sammlung Bührle, die drei bewaffnete Räuber in einem filmreifen Coup au

  • S2021E03 Chronisch krank

    • January 27, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Ständiger Durchfall, schlimme Bauchkrämpfe, Darmblutungen und bis zu dreissig Stuhlgänge am Tag: Robin Rehmann ging sieben Jahre durch die Hölle. Sein Leben als Partymacher und Sänger einer Punkband war mit der Diagnose vorbei. Er zog sich zurück und verbrachte die Tage allein auf dem Sofa und der Toilette. Die endgültige, operative Entfernung des Dickdarms ist nach einem besonders schlimmen Schub der Autoimmunerkrankung die letzte Hoffnung auf Besserung. Doch das Risiko, dass bei der Operation etwas schiefläuft oder sich die chronische Entzündung an anderer Stelle ausbreitet, ist gross. «Wenn ich diese OP absage, dann verpasse ich ein energetisches Leben. Und wenn ich sie mache und etwas schief geht, versaue ich mein Leben noch mehr.» Den ersten Termin für die Operation sagt er ab. Wie durch ein Wunder geht es ihm plötzlich viel besser, die Entzündungswerte gehen runter, er ist wieder voller Energie. Doch die gute Phase hält nicht lange an. Ende Dezember 2018 erleidet Robin Rehmann

  • S2021E04 Das Leben eines Betrügers – Teil 1

    • February 10, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Als Josef Jakob im Alter von 71 Jahren starb, weinte ihm niemand eine Träne nach. Selbst sein Bruder Anton nicht, dessen Pensionskassengeld er sich ergaunert hatte. Seine Opfer waren vor allem Kleinanleger. Für seine Taten verbüsste Josef Jakob eine Haftstrafe von insgesamt 15 Jahren. 2005 kam er in Freiheit und gründete kurz danach eine Firma für Vermögensverwaltung. Bereits Monate später wurde Josef Jakob von mehreren Geschädigten eingeklagt. Das Gericht sprach ihn schuldig und verurteilte ihn zu hundert Stunden gemeinnütziger Arbeit. «Das Rückfallrisiko ist bei Betrügern enorm hoch», sagt Psychiater Thomas Knecht, der über Josef Jakob ein Gutachten erstellt hat. «Solche Wirtschaftskriminelle manipulieren andere und sind Egoisten – ohne jede Hemmung.» Im Jahr 2011 fand Josef Jakob, geschieden und zweifacher Vater, neues Liebesglück. Doch die Beziehung überdauerte den Sommer nicht. Von da an drehte sich die Spirale seines Schicksals abwärts. Reporter Hanspeter Bäni hat Josef Jak

  • S2021E05 Das Leben eines Betrügers – Teil 2

    • February 17, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Als Josef Jakob im Alter von 71 Jahren starb, weinte ihm niemand eine Träne nach. Selbst sein Bruder Anton nicht, dessen Pensionskassengeld er sich ergaunert hatte. Seine Opfer waren vor allem Kleinanleger. Für seine Taten verbüsste Josef Jakob eine Haftstrafe von insgesamt 15 Jahren. 2005 kam er in Freiheit und gründete kurz danach eine Firma für Vermögensverwaltung. Bereits Monate später wurde Josef Jakob von mehreren Geschädigten eingeklagt. Das Gericht sprach ihn schuldig und verurteilte ihn zu hundert Stunden gemeinnütziger Arbeit. «Das Rückfallrisiko ist bei Betrügern enorm hoch», sagt Psychiater Thomas Knecht, der über Josef Jakob ein Gutachten erstellt hat. «Solche Wirtschaftskriminelle manipulieren andere und sind Egoisten – ohne jede Hemmung.» Im Jahr 2011 fand Josef Jakob, geschieden und zweifacher Vater, neues Liebesglück. Doch die Beziehung überdauerte den Sommer nicht. Von da an drehte sich die Spirale seines Schicksals abwärts. Reporter Hanspeter Bäni hat Josef Jak

  • S2021E06 Corona-Impfung – Unheil oder Segen?

    • February 24, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Vorsorgen ist besser als heilen», sagt die 87-jährige Ida Erb. Sie wohnt im Alters- und Pflegeheim «Eigen» in Faulensee am Thunersee. Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner dieses Heims lassen sich impfen. «Die Risiken der Impfung sind im Vergleich zu den Nebenwirkungen der Krankheit vernachlässigbar», sagt der Anästhesist Zeno Supersaxo. Er ist Teil des mobilen Impfteams des Kantons Bern. Viele Pflegende vertrauen solchen Aussagen nicht: Sie fürchten sowohl die Neben- als auch die Langzeitwirkungen dieser genbasierten mRNA-Impfung, die so schnell entwickelt wurde, wie kein Impfstoff zuvor. Nicht überall werden diese Bedenken ernst genommen und respektiert. Reporterin Kathrin Winzenried spricht mit Pflegenden, die sich unter Druck fühlen: «Die Geimpften sind die Guten, die nicht Impfwilligen gelten als unsolidarisch», erzählt eine Pflegefachfrau, die anonym bleiben möchte. «Reporter» findet gar ein Heim, das seinen nichtimpfwilligen Mitarbeitenden mit der Kündigung droht. «Viele B

  • S2021E07 Kulturkampf im Toggenburg

    • March 10, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Reporter Christof Franzen hat niemanden getroffen, der mit der derzeitigen Situation im Obertoggenburg zufrieden ist. Bis 2019 konnte man noch mit einem einzigen Ski-Ticket auf beiden Bahnen, also Wildhaus und Chäserrugg, fahren. Inzwischen ist das nicht mehr möglich. Die Verbindungspisten sind gesperrt. Im Tal spricht man vom «Eisernen Vorhang». Gäste und Einheimische beklagen sich. Hotelbesitzer, Geschäftsbetreiber sprechen von Kundschaft, die abgesprungen sei. Im Tal gibt es zwei unterschiedliche Modelle für die Zukunft der Bergbahnen. Auf der einen Seite eine kleine, aber reiche Investorengruppe um das Ehepaar Mélanie und Matthias Eppenberger im Gebiet von «Chäserrugg». Sie besitzen nach eigenen Aussagen die Mehrheit des Aktienkapitals. Aber für sie gilt: Wer so viel investiert, will auch die Entscheidungen treffen. Sie streben eine Fusion, faktisch eine Übernahme der Bergbahnen «Wildhaus» an. Auf der anderen Seite Wildhaus. Hier sind die Bergbahnen im Besitz von über zweitau

  • S2021E08 Magersucht – Beste Freundin, schlimmste Feindin

    • March 17, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Reporter» begleitet zwei junge Frauen bei ihrem Versuch, den Lockrufen der Magersucht zu widerstehen. Wenn Naera Giaimo in den Spiegel blickt, sieht sie eine fremde Person: «Jahrelang habe ich mich mit der Essstörung identifiziert, jetzt muss ich erst herausfinden, wer diese Naera eigentlich ist», sagt die 24-jährige Kauffrau in Weiterbildung. Naera war eine intelligente und sehr sportliche 16-Jährige, als ein Krankheitsfall in ihrer Familie sie aus dem Tritt brachte. Sie hatte wenig Appetit und bemerkte, dass sie mit dem Verzicht aufs Essen ihre Traurigkeit unterdrücken konnte. Fortan übernahm die Stimme der Magersucht die Führung über Naeras Tun und Denken: Sie lobte Naera fürs Verzichten und verdammte sie, wenn sie gegessen hatte. Naera wurde immer dünner und landete schliesslich in einem lebensbedrohlichen Untergewicht, das sie beinahe das Leben gekostet hätte. Dass Flavia Maier noch am Leben ist, grenzt an ein Wunder. Im Januar 2020 mussten ihre Eltern entscheiden, ob ihre

  • S2021E09 Minderjährige Flüchtlinge in der Schweiz – Teil 1

    • March 24, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Malyar aus Afghanistan lebte 2017 zusammen mit Yusef in einer Wohngruppe im Kanton Basel-Land. Keine einfache Konstellation: Der Eritreer fiel immer wieder negativ auf. Malyar kam im Frühling 2016 in die Schweiz, nachdem er als 15-Jähriger monatelang allein auf der Flucht war. Inzwischen fühlt er sich wohl hier, schreibt gute Noten in der Schule und hofft, damit eine Lehrstelle als Polymechaniker zu finden. «Ich sah schon viele Tote, flüchtete vor den Taliban und war vorwiegend zu Fuss mit wenig Essen und Trinken unterwegs. Nun möchte ich in der Schweiz meine Chance packen, um etwas aus meinem Leben zu machen», erzählt er. Das trifft auch auf seine Landsleute Shezhad und Sheraz zu. Die beiden Cousins wurden 14- und 17-jährig von ihren Eltern auf die Flucht geschickt und kamen nach einer Reise voller Gefahren 2015 in der Schweiz an. Inzwischen leben sie in einer eigenen Wohnung und werden unterstützt durch die Fürsorge. Obwohl sie gewillt sind, sich hierzulande zu integrieren, läuft

  • S2021E10 Minderjährige Flüchtlinge in der Schweiz – Teil 2

    • March 31, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Malyar aus Afghanistan lebte 2017 zusammen mit Yusef in einer Wohngruppe im Kanton Basel-Land. Keine einfache Konstellation: Der Eritreer fiel immer wieder negativ auf. Malyar kam im Frühling 2016 in die Schweiz, nachdem er als 15-Jähriger monatelang allein auf der Flucht war. Inzwischen fühlt er sich wohl hier, schreibt gute Noten in der Schule und hofft, damit eine Lehrstelle als Polymechaniker zu finden. «Ich sah schon viele Tote, flüchtete vor den Taliban und war vorwiegend zu Fuss mit wenig Essen und Trinken unterwegs. Nun möchte ich in der Schweiz meine Chance packen, um etwas aus meinem Leben zu machen», erzählt er. Das trifft auch auf seine Landsleute Shezhad und Sheraz zu. Die beiden Cousins wurden 14- und 17-jährig von ihren Eltern auf die Flucht geschickt und kamen nach einer Reise voller Gefahren 2015 in der Schweiz an. Inzwischen leben sie in einer eigenen Wohnung und werden unterstützt durch die Fürsorge. Obwohl sie gewillt sind, sich hierzulande zu integrieren, läuft

  • S2021E11 Ein Apotheker mit Nebenwirkungen

    • April 14, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Wenn der Profit wichtiger ist als die Patientin oder der Patient, ärgert sich der Berner Apotheker Silvio Ballinari. Er will deshalb Pharmariesen keine Plattform bieten und verzichtet in seinem Geschäft auf Produktewerbung. Im Schaufenster stellen stattdessen Künstlerinnen und Künstler ihre Werke aus. Ballinaris Arbeit hat ihn in die Schlagzeilen gebracht, sogar im Parlament war davon die Rede: Vor ein paar Jahren brachte eine amerikanische Pharmafirma einen alten Wirkstoff als teures Medikament auf den Markt. Ballinari zeigte, wie er ein Mittel mit gleichem Wirkstoff in seiner Apotheke herstellt. Der Preis: zehnmal günstiger. Ballinari macht viel im Leben – und alles mit viel Leidenschaft. Er ist nicht nur Apotheker, sondern auch Künstler, Philosoph und Musiker. In «Reporter» tüftelt er an einem alten Rezept aus dem Emmental, er zeigt, warum der Garten seiner Apotheke im Frühling zur Quartierattraktion wird, und er erklärt der Reporterin Samira Zingaro, warum ein Wirkstoff allein n

  • S2021E12 Ein Vater kämpft um seine Kinder

    • April 21, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Peter Schlagmüller lernte seine spätere Ehefrau vor 12 Jahren im Internet kennen. Sie, 28, war im Personalwesen tätig, er, 32, Kadermann in einer Gemeindeverwaltung. Nach zwei Jahren Fernbeziehung holte er sie aus Russland in die Schweiz, heiratete sie und hatte zwei Kinder mit ihr. Nach aussen das perfekte Familienglück. Tatsächlich kriselte es schon lange. Ende 2018 kommt es zur Trennung. Die Frau reist mit den beiden gemeinsamen Söhnen, damals 4 und 2 Jahre alt, in ihre Heimat – angeblich ferienhalber. Dort verliert sich ihre Spur. Peter Schlagmüller hofft seither verzweifelt, dass er René und André, heute 6 und 4 Jahre alt, irgendwann wieder in seine Arme schliessen kann. Die Reporter Simon Christen und Jevgenij Rudnyi haben Peter Schlagmüller eineinhalb Jahre lang beim Kampf um seine Kinder begleitet. Unter anderem zu einem Gerichtstermin in St. Petersburg, wo er mithilfe des sogenannten «Haager Abkommens», das auch Russland unterzeichnet hat, erreichen will, dass er seine Söhn

  • S2021E13 Zwei Männer im Kampf gegen Corona

    • April 28, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Er bringe Unruhe in die Familie, weil er pausenlos telefoniere, sagt die Ehefrau von Martin Bühler, Chef des Kantonalen Führungsstabs Graubünden. Um den Frieden in der Familie zu bewahren, aber auch, um sie vor einer Ansteckung zu schützen, zieht Bühler daheim aus. Im Ausnahmezustand kann er sich nun seiner bisher grössten beruflichen Herausforderung stellen: dem Kampf gegen die Pandemie. Bald schon sorgt der 44-jährige Bündner landesweit für Aufsehen. Er und sein Team setzen innovative Ideen um, die mittlerweile das Bundesamt für Gesundheit BAG als wegweisend bezeichnet. Vom BAG unfair behandelt fühlt sich indes Martin Bachmann, Professor und Leiter des Labors Immunologie am Inselspital Bern. Der Forscher entwickelte zusammen mit seinem Team einen Corona-Impfstoff. Das BAG habe anfänglich Interesse gezeigt, doch drei Tage vor Unterzeichnung des Vertrages hätten die Behörden einen Rückzieher gemacht, erzählt Bachmann. Ein weiteres Problem taucht auf, als der Impfstoff in grösseren Men

  • S2021E14 Patricia Danzi – Unterwegs für eine bessere Welt

    • May 12, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Bereits im Gymnasium wusste Patricia Danzi, dass sie sich beim Internationalen Roten Kreuz IKRK engagieren wollte. Auf ihre Bewerbung antwortete das IKRK der damals 15-Jährigen, sie solle erst studieren und sich dann wieder melden. Gesagt, getan. Zehn Jahre später, nach abgeschlossenem Studium der Umwelt- und Agrarwissenschaften heuerte die unterdessen 25-Jährige abermals an. Diesmal erfolgreich. Ihre erste Reise führte sie sogleich nach Bosnien und Herzegowina. Unmittelbar nach dem Balkankrieg in den 90er-Jahren. Reporterin Monica Suter begleitet Patricia Danzi auf ihrer ersten Auslandreise als Direktorin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA. Es ist eine ungewöhnliche Reise in Zeiten der Covid-Pandemie. Doch 20 Stunden Busfahrt sind kein Hindernis für die Amtsdirektorin. Die Reise führt sie zurück an den Beginn ihrer Berufskarriere, auf den Balkan. Zurück zum Trauma, das der Krieg in der Bevölkerung hinterlassen hat. Noch immer sind die Folgen davon spürbar. Deshal

  • S2021E15 Spätschicht auf dem Notfall – Der ganz normale Wahnsinn

    • May 19, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Eine Notfallmedizinerin muss schnell entscheiden können», sagt Oberärztin Aline Herzog. Seit sechs Jahren arbeitet die 39-Jährige in der Notfallstation des Universitätsspitals Zürich. Arbeitskollege Christian Tek, der in der Pflege arbeitet, ergänzt: «Gute Nerven sind von Vorteil und dass man es gerne hektisch hat.» Noch während der Übergabe von der Früh- zur Spätschicht kommt ein dringender Fall rein: Treppensturz eines älteren Mannes. Er blutet stark und wird von oben bis unten abgecheckt. Ein beinahe identischer, allerdings weit schlimmerer Fall wird kurz darauf mit der Rega eintreffen. Über 45'000 Patientinnen und Patienten behandelt das Team der Notfallstation der Uniklinik pro Jahr. Dreieinhalb Stunden dauert im Schnitt eine Abklärung, nach viereinhalb Stunden werden die Patientinnen und Patienten entlassen oder auf die Bettenstation verlegt. Der Notfall platzt aus allen Nähten. Corona hat die Situation zusätzlich verschärft. «Es ist ein Stressjob, doch wir sind ein gutes

  • S2021E16 Schluss mit Perioden-Scham!

    • May 26, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Beatrice Loosli zeigt an einer Plüsch-Vagina, wie man geschickt einen Tampon einführt. Die 42-Jährige bietet Kurse zum Thema «natürlich Frausein» an. Zur Periode hat sie auch privat ein unverkrampftes Verhältnis. «Ich weiss gar nicht, warum Menschen sich noch immer für ihre Körperflüssigkeiten schämen?!» Auch die Basler Jungpolitikerin Jo Vergeat macht sich für eine Enttabuisierung der Menstruation stark. «Sogar wir Frauen haben diesbezüglich noch immer Hemmungen.» Jo Vergeat und Beatrice Loosli sind zwei von sechs Frauen, die im «Reporter» von Vanessa Nikisch unverblümt offen den Alltag ihrer Regelblutungen zeigen: das Trocknen der Periodenslips auf der Heizung, die Bauchkrämpfe während der Arbeit, das Leeren der Menstruationstasse auf der Skipiste. Während die einen sich abgeschlagen und unfit fühlen, leiden andere unter Stimmungsschwankungen oder haben unerträglich starke Unterleibsschmerzen, funktionieren aber trotzdem – Monat für Monat. Die Umgebung nimmt davon kaum Notiz. N

  • S2021E17 Nathalie und der Oktopus

    • June 2, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Nathalie Küttel ist Schauspielerin und lebt in Renens bei Lausanne. Von klein auf hatte sie eine starke Beziehung zu Tieren. Als Schauspielerin rückt sie diese ins Scheinwerferlicht. Pferde, Gänse und Hunde waren bisher ihre Bühnenpartner. Nun will sie ausgerechnet mit einem Oktopus auf die Bühne. Vor sechs Jahren löste ein Dokumentarfilm über Kraken Nathalies Obsession aus. Sie reiste nach Neapel ins Meeresbiologische Institut und lernte die Meerestiere näher kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Daraufhin hat sich Nathalie Küttel fünf Jahre auf ihr Projekt vorbereitet. Anfang September 2020 ist alles bereit. Bei Sète in Südfrankreich nimmt sie einem Berufsfischer zwei Kraken ab. Der Transport in die Schweiz ist der erste Härtetest. Bei Gimel im Kanton Waadt hat die 46-Jährige eine professionelle Aquarium-Anlage installiert. Hier werden die zwei Meerestiere während vier Monaten auf das Theaterstück vorbereitet. Oktopusse sind schüchterne Tiere und leben einsam. Trotzdem sin

  • S2021E18 Nahtoderfahrungen – Blicke ins Jenseits

    • June 16, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Andrea Pfeifer war 26 Jahre alt, als sie im Urlaub eine Lebensmittelvergiftung bekam, an der sie beinahe gestorben wäre. Was sie erlebte, als sie mit einem Fuss im Jenseits stand, behielt sie für sich. «Ich habe es ganz lange niemandem erzählt, weil man automatisch in eine Schiene reingedrängt wird: In eine spirituelle oder religiöse Schiene, wo ich überhaupt nicht hingehöre.» Heute kann sie von dem erzählen, was in jener Nacht passiert ist: «Es gab einen Moment, als etwas in meinem Körper zum Stillstand gekommen ist. Als wäre ich ein Uhrwerk: Plötzlich rastete es ein. Da wusste ich: Jetzt ist es gar nicht mehr gut.» Dann habe sie eine Bewegung wahrgenommen. «Ich habe den Kopf gedreht. Es sass jemand neben meinem Bett: ein junger Mann. Aber er war ganz etherisch, ausgefüllt mit Licht.» Rund fünf Prozent der Menschen machen im Laufe ihres Lebens eine sogenannte Nahtoderfahrung. Aber nur wenige reden darüber – oft aus Angst, nicht ernst genommen zu werden. Bei jenen, die davon erzähle

  • S2021E19 Mona Vetsch fragt nach – Machen Kinder glücklich?

    • July 18, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Ihre Suche nach dem Kinderglück führt Mona Vetsch zu Sabina und Roger Rhyner in Glarus. Jahrelang bemühte sich das junge Paar vergeblich um Nachwuchs. Erst dank verschiedenen Eizellen- und Samenspenden in Spanien stellte sich das Kinderglück ein. Dieses blieb Gabriela und Adrian Thomann auch nach zahlreichen In-vitro-Fertilisationen versagt: «Dieses Hoffen und Bangen, die Enttäuschungen, wenn es wieder nicht geklappt hat – das war eine schlimme Zeit», erinnert sich Gabriela Thomann.Was aber, wenn das lang ersehnte Kind oder das Muttersein nicht glücklich macht? «Ambivalente Gefühle der Elternschaft gegenüber sind nicht selten und sollten vom familiären Umfeld und Fachpersonen ernst genommen und nicht einfach als 'Babyblues' abgetan werden», erklärt Andrea Borzatta, Präsidentin des Vereins Postpartale Depression Schweiz. Und manchmal gehen diese ambivalenten Gefühle nicht mehr weg und werden zur Reue: Zwei Betroffene erzählen zum Thema «Regretting Motherhood».Laut Glücksforscher Mathias

  • S2021E20 Macht Arbeit glücklich?

    • July 25, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Michaël und Marie Tuil aus Basel finden: 15 Stunden Arbeit pro Woche genügen. Das Unternehmer-Ehepaar hat seine Lebenshaltungskosten drastisch reduziert und leistet sich so den Luxus, weniger zu arbeiten und mehr Zeit mit den beiden Kindern zu verbringen: «Wir sind reich an Zeit und an Beziehungen, und das macht uns glücklich», sagt Michaël Tuil. Rundum glücklich macht der Job auch Sabrina Kern aus Zürich – als Schauspielerin hat sie den Sprung nach Hollywood geschafft. Doch der Traumjob hat auch seine Schattenseiten: «Du musst mit der finanziellen Unsicherheit leben können und auch damit, immer und immer wieder Absagen nach den Castings zu erhalten.» Mona Vetsch fragt nach den Traumberufen und den Albtraumjobs von Schweizerinnen und Schweizern. Im Gespräch mit «Sternstunde»-Moderatorin Barbara Bleisch erfährt sie, dass Arbeit unserem Leben Struktur und dem Einzelnen Anerkennung gibt und das gute Gefühl, Teil eines grösseren Ganzen zu sein. Sie erfährt, dass Arbeit zwar nicht imm

  • S2021E21 Macht Landleben glücklich?

    • August 8, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Drei Viertel der Bevölkerung in der Schweiz leben in städtischem Gebiet. Das heisst, in Kernstädten und Agglomerationen. Seit Corona ist der Wunsch nach mehr Platz und Freiraum allgegenwärtig und Städte verlieren erstmals seit Langem wieder an Attraktivität. Reporterin Mona Vetsch trifft Menschen, die aus unterschiedlichsten Perspektiven vom Leben auf dem Land erzählen können. Erica und Rolf Knecht zogen mit Beginn der Pandemie aus der Millionenmetropole Kuala Lumpur ins Berner Oberland. «Am Anfang war es ein Kulturschock», sagt Rolf Knecht. Und Erica Knecht meint: «Mir fehlt das Grossstadtleben schon.» Doch der Kinder wegen habe sich der Umzug in die Berge mit Sicherheit gelohnt: Ihre beiden Töchter und der Sohn hätten in dieser ländlichen Umgebung innert kurzer Zeit Sinneserfahrungen und Fortschritte gemacht, die sie als Eltern nicht für möglich gehalten hätten und sie schlicht beglückten. Auch Bewohnerinnen einer Frauen-WG aus Dittingen im Kanton Baselland erzählen Mona Vetsch

  • S2021E22 Macht Verzicht glücklich?

    • August 15, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Er ist Millionär, aber lebt das Konzept des Minimalismus und wohnt mit seiner Familie in fast leeren Zimmern. Cédric Waldburgers wenige Kleider sind alle schwarz und er will seine Tochter frühzeitig lernen, immer etwas wegzugeben, wenn sie etwas Neues bekommt. Das habe ihn glücklich gemacht, sagt der junge Unternehmer. Sandra Buchser langweilte sich in ihrer Wohnung und mit ihrem Büro-Job. Sie begab sich auf eine Wanderung quer durch die Schweiz und suchte nach alternativen Lebensformen. Ihre Erkenntnis: Wer es unbequem habe, komme geistig und körperlich in Bewegung. Kurzerhand zog sie in eine Jurte. Tina Schmidt war Pin-Up-Girl und Unternehmerin. Partys, Mode, Drogen und Sex in Hülle und Fülle machten ihr Leben aus. Damals war sie in ganz Bern bekannt als Venus. Dann die Kehrtwende. Sie verzichtete für vier Jahre vollständig auf Sex und krempelte ihr Leben um. Daniel Hellemann hatte irgendwann genug von SMS-Kommunikation und ständiger Erreichbarkeit. Kurzentschlossen warf er

  • S2021E23 Magersucht – Beste Freundin, schlimmste Feindin

    • August 18, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Wenn Naera Giaimo in den Spiegel blickt, sieht sie eine fremde Person: «Jahrelang habe ich mich mit der Essstörung identifiziert, jetzt muss ich erst herausfinden, wer diese Naera eigentlich ist», sagt die 24-jährige Kauffrau in Weiterbildung. Naera war eine intelligente und sehr sportliche 16-Jährige, als ein Krankheitsfall in ihrer Familie sie aus dem Tritt brachte. Sie hatte wenig Appetit und bemerkte, dass sie mit dem Verzicht aufs Essen ihre Traurigkeit unterdrücken konnte. Fortan übernahm die Stimme der Magersucht die Führung über Naeras Tun und Denken: Sie lobte Naera fürs Verzichten und verdammte sie, wenn sie gegessen hatte. Naera wurde immer dünner und landete schliesslich in einem lebensbedrohlichen Untergewicht, das sie beinahe das Leben gekostet hätte. Dass Flavia Maier noch am Leben ist, grenzt an ein Wunder. Im Januar 2020 mussten ihre Eltern entscheiden, ob ihre damals 22-jährige Tochter noch einmal zwangsernährt werden oder ob man sie auf der Palliativstation ste

  • S2021E24 Macht Risiko glücklich?

    • August 22, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Mona Vetsch begleitet Basejumper Florian Zimmermann bis zum Absprung. Der Grafiker springt in seiner Freizeit im freien Fall Klippen und Felswände hinunter. Viel Risiko für wenige Sekunden Glück – so scheint es. Doch das Glücksgefühl hält, laut Zimmermann, nachhaltig an. Der 32-Jährige fühlt sich dank dem Extremsport gestärkt und zufriedener in allen Lebensbereichen. Doch was, wenn das Spiel mit dem Risiko schiefläuft? Die Filmemacherin Mirjam von Arx kämpfte gegen Krebs, als ihr damaliger Lebensgefährte beim Basespringen tödlich verunglückte. Dieser Sprung hat die heute 55-Jährigen dauerhaft geprägt, obwohl ihr Leben danach eine glückliche Wendung nahm. Wie konnte er sein Leben quasi wegwerfen, während sie um ihres rang? Wie viel Risiko nimmt man in Kauf? Den Traum vom Auswandern haben viele, aber nur wenige wagen den Schritt tatsächlich. Roland Tschopp setzte für den Traum eines friedlichen Lebensabends auf der Insel Krim alles auf eine Karte und riskierte seine Ehe, seine Gesu

  • S2021E25 Emils Unfall – Das Schicksal einer Familie

    • August 25, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Am 1. Mai 2018 kommt es in Pany, einem Bergdorf im bündnerischen Prättigau, zu einem schweren Unfall. Während der kleine Emil im Sandkasten spielt, will sein Grossvater Niklaus nur schnell den Traktor umparkieren. Er sieht nicht, wie der Bub zum Traktor rennt und dabei unter die schwere Maschine gerät. Schwer verletzt wird er mit der Rega ins Bündner Kantonsspital gebracht. Die Ärzte kämpfen erfolgreich um sein Leben. Ob Emil aber jemals sprechen oder gehen kann, können sie nicht voraussagen. Seit dem Unfall sind drei Jahre vergangen. Drei Jahre, in denen kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Reporterin Susanne Arnold erzählt die Geschichte von Emil Kindschi, der heute fünf Jahre alt ist und sich ins Leben zurückkämpft. Aber auch die Geschichte seiner Mutter Ladina, deren Ehe ob diesem Schicksalsschlag in die Brüche ging und die trotz allem den Mut nicht verlor. Und nicht zuletzt ist es auch die Geschichte von Niklaus Kindschi, Emils Grossvater, der damit leben muss, den Unfall

  • S2021E26 Die neuen Walliser – Lockrufe vom Rande der Schweiz

    • September 1, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Ein bisschen Angst sei schon auch dabei – vor allem vor der Kälte, sagt der Inder Murlidhar Mhamane, während er mit seiner Frau Pallavi die Koffer packt. Neu gekaufte dicke Jacken und andere Winterkleider für ihre zwei kleinen Kinder gehören dazu. Solche Kleider hätten sie noch nie gebraucht. Die indische Familie lebt seit acht Jahren in Singapur. Murlidhar arbeitet dort bei der regionalen Lonza. Jetzt macht er sich mit seiner Familie auf ins Wallis. Murlidhar ist einer von rund 1500 Fachkräften, die allein in diesem Jahr bei der Lonza in Visp eine neue Stelle antreten. Menschen aus rund sechzig Ländern arbeiten dort. Mehrheitlich kommen sie aus Deutschland oder Österreich. Für sie ist die Integration meist einfacher, kulturell und von der Sprache her. Solche, die nur Englisch sprechen, haben es schwieriger. Die Walliser Wirtschaftspromotoren möchten, dass diese Menschen bleiben. Es brauche sie langfristig. Das bietet auch Chancen für kleinere Berggemeinden wie Zeneggen, oberhal

  • S2021E27 Mona fragt nach – Das pralle Leben

    • September 5, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Im Alter zwischen 35 und 55 sind Beziehungen oft das dominante Thema. Was ist, wenn die romantische Anfangsliebe in die Jahre gekommen, vom Alltag geprüft und abgeschliffen ist? «Reporter Spezial» hat im zweiten Teil der dreiteiligen Reihe Paare getroffen, welche die Liebe verloren haben und sich mitten im Leben neu orientieren müssen. Paare, welche nach Seitensprüngen und Krisen gestärkt weitermachen. Und Paare, die gemeinsam beschlossen haben, in Zukunft polyamourös zu leben. So wie Monica, 50, und Chris, 50: Die Eltern dreier Kinder sind seit über 30 Jahren ein Paar. SRF-Moderatorin Mona Vetsch hat die technische Redaktorin und ihren Mann, der als Leiter einer Softwarefirma arbeitet, zu Hause besucht und mit ihnen über ihr spezielles Beziehungsmodell gesprochen. Sie führen mittlerweile mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig. Sie gönnen einander das Fremdverlieben und das Glücklichsein, das sich nicht nur positiv auf die Ehe, sondern auf das ganze Familienleben auswirke. Eine B

  • S2021E28 Kampf mit der IV

    • September 22, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Selina Matter, 9, hat das Rett-Syndrom und ist geistig und körperlich schwer beeinträchtigt. «Selina gibt uns so viel zurück mit ihrer Lebensfreude, wir sind glücklich mit ihr!», sagt ihre Mutter Isabelle Matter. Doch ein Rechtsstreit mit der IV des Kantons Luzern liegt wie eine schwarze Wolke über der Familie – Jahre lang und mithilfe von Anwälten kämpfen Isabelle und Toni Matter mit der IV um eine Kostengutsprache für die Kinderspitex. «Die Leute wissen nicht, dass es für uns eigentlich die grösste Kraft braucht, mit der IV Lösungen zu finden», sagt Selinas Vater Toni Matter. Ähnliche Erfahrungen musste auch Charlotte Menzi machen. Ihr fünfeinhalbjähriger Sohn Cederic erlitt noch im Mutterleib zwei Schlaganfälle und ist seither körperlich und geistig schwer behindert. Charlotte Menzi teilt das Schicksal von Familie Matter und unzähligen anderen Familien und wartet teilweise Jahre lang auf Kostengutsprachen und Revisionen. Ihre Querelen mit der IV beschreibt sie Reporterin Helen Ar

  • S2021E29 Anna Rosenwassers queere Welt

    • January 13, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Diese Szene hat sich in den letzten Jahren regelrecht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und mitten in die Jugendkultur katapultiert. Stellvertretend für die neue gesellschaftliche Akzeptanz von Queerness stehen die klaren Abstimmungsergebnisse beim «Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung» im Februar 2020 und bei der «Ehe für alle» im September 2021. Die 31-jährige Anna Rosenwasser war als Geschäftsführerin der Lesbenorganisation Schweiz in den letzten Jahren eine der wichtigsten Stimmen der Community und damit Teil dieses Erfolgs. Reporterin Simone Herrmann begleitet sie bei ihrer Arbeit und auf dem Weg in die Selbständigkeit. Als Kolumnistin, Autorin, Moderatorin, aber auch LGBTQ-Expertin und Aktivistin ist Anna Rosenwasser für öffentliche Auftritte gefragt wie nie. Ihr Stil aber polarisiert. Bei ihrem Kampf für Gleichberechtigung setzt sie sich immer auch selbst in Szene und gibt sich in den sozialen Medien ebenso persönlich wie angriffig. In der jungen qu

  • S2021E30 Pädophilie – Kein Täter werden

    • November 10, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Pascal, der im richtigen Leben anders heisst, hat schon früh gemerkt, dass da etwas nicht stimmt. Als Zehnjähriger verliebt er sich zum ersten Mal in einen gleichaltrigen Buben. Als er sich mit 16 wieder in einen Zehnjährigen verliebt, wird ihm klar: Irgendetwas ist da falsch. Für ihn steht fest: Er will nie zum Täter werden. Er sucht Hilfe und stösst dabei auf Psychotherapeutin Monika Egli-Alge. Martin, der ebenfalls anders heisst, gesteht sich erst später ein, dass ihn der vorpubertierende Mädchenkörper erregt. Doch Martin hat Glück: Ihn erregen nicht nur kindliche Körper, sondern auch die erwachsener Frauen. Nach zehn Monaten Beziehung gesteht er seiner Partnerin, dass er eine pädophile Neigung hat. Für sie bricht eine Welt zusammen. Und doch schaffen es die beiden, zusammen zu bleiben. Im Film von Senta Keller erzählen Betroffene sowie Therapeutinnen und Therapeuten, was es heisst, ein Leben ohne reale Sexualität zu führen. Welche Auswirkungen das Doppelleben haben kann, das

  • S2021E31 Höhenangst – Meine Angst vor dem tiefen Fall

    • November 17, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Salar Bahrampooris Bergliebe wird immer wieder auf die Probe gestellt. Der ausgebildete Schneesportlehrer muss auf exponierte Skitouren verzichten. Auch hat der Bündner seinen Berufswunsch, Bergführer zu werden, vor Jahren an den Nagel gehängt. Zu gross die Angst vor dem tiefen Fall. Über die Jahre hat sich seine Höhenangst sogar verstärkt. Nun ist der 42-Jährige an einem Punkt angelangt, an dem er sich nicht mehr einschränken lassen möchte. Vor allem will er sich endlich seinen Kindheitstraum erfüllen: den höchsten Berg der Schweiz erklimmen – die Dufourspitze, auf 4634 Meter über Meer. Für sein Vorhaben lässt Salar Bahrampoori nichts unversucht. Ob mit Virtual Reality, Gesprächstherapie, auf Klettertouren oder indem er sich 27 Meter weit abseilt, der SRF-Moderator exponiert sich immer wieder aufs Neue. Wird er am Schluss die Dufourspitze erklimmen oder siegt einmal mehr die Angst? Ein Film von Salar Bahrampoori und Viveca Kammermann.

  • S2021E32 Strafe muss sein – Gespräche mit Gefangenen

    • November 24, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Was wäre ohne Gefängnisse?», fragt der 30-jährige Giorgio, um die Frage gleich selbst zu beantworten: «Anarchie würde herrschen. Strafe muss sein. Wer einbrechen oder einen Mord begehen konnte, der muss bezahlen.» Er selber wurde zu 6 Jahren und 9 Monaten Freiheitsentzug verurteilt wegen bandenmässigem Einbruchdiebstahl. Bald wird er entlassen. Dann will er sich einen Job suchen und seinen Platz in der Gesellschaft finden. Ohne Ausbildung ist das allerdings schwer. Er hofft, dass ihm jemand eine Chance gibt – trotz seiner Biografie. Im Alter von drei Jahren kam er ins Heim. Dann von Pflegefamilie zu Pflegefamilie. Und schon bald stand er zum ersten Mal vor dem Jugendanwalt: der Anfang einer kriminellen Karriere, die nun endlich enden soll. «Ich will nie wieder in den Knast!», sagt Giorgio. Haben Strafen eine abschreckende Wirkung? Und: Lässt sich diese Wirkung mit härteren Strafen steigern? Diese Fragen gehören zu den am besten erforschten Themen der Kriminologie. Und die Antworten

  • S2021E33 Narben – Philipps Kampf zurück ins Leben

    • December 8, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Was Philipp auszeichnet, ist sein Wille», sagt sein Umfeld. Nie hat er sich beklagt über die Schmerzen – im Spital und später im Alltag. Nie hat er den Glauben daran verloren, dass er wieder ein selbstständiges Leben führen kann – obwohl das vor sieben Jahren, zum Zeitpunkt seines Unfalls, unmöglich schien angesichts seiner Verbrennungen, die ihn 88 Prozent seiner Haut kosteten. Halt fand Philipp im Sport. Um seine Beweglichkeit nicht zu verlieren, musste er ohnehin ständig seine vernarbte Haut dehnen. Er begann zu laufen, zu schwimmen, Rad zu fahren – und landete beim Triathlon. Mit seiner positiven Art beeindruckte er die anderen Athleten, die ihn rasch ins Herz schlossen. Doch auch heute noch ist Philipps Leben ein Kampf. Täglich muss er sich überwinden, sich den Blicken seiner Mitmenschen zu stellen. Philipps Äusseres überfordert jeden, der ihn zum ersten Mal sieht. Und das ist selbst für einen Kämpfer wie ihn schwer auszuhalten, obwohl auch bei dieser Herausforderung Aufgeb

  • S2021E34 Der Stadt-Land-Graben – Einmal quer durch die Schweiz

    • December 15, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die grossen Städte der Schweiz werden von den Menschen im Lande als dominierend wahrgenommen. Aber wenn man die politischen Abstimmungen der letzten Jahre anschaut, sieht es umgekehrt aus: Oft waren es die links-grün regierten Kernstädte, die verloren haben. Seit Beginn der 20er-Jahre wurden sie in 11 von 22 Abstimmungen überstimmt, sagt der Politologe Michael Hermann. Er hat im Auftrag der Agrargenossenschaft eben erst einen Stadt-Land-Monitor verfasst. Dort, wo das Land verliert, wird es dann aber schnell einmal emotional. Paradebeispiel: das Nein zum Jagdgesetz. Dieses hätte den Kantonen mehr Kompetenzen gegeben bei der Regulierung, sprich beim Abschuss, von Wölfen. Doch die Mehrheit der Schweiz sagte knapp Nein. Beim Besuch von «Reporter» im Val Lumnezia war der Ärger darüber noch spürbar. Ein anderes Thema, das bis heute in den Bergkantonen für Emotionen sorgt, ist die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative und der Raumplanung. Was bei der Thematik Stadt-Land manchmal vergess

  • S2021E35 Simplon Dorf sucht Nachwuchs

    • December 22, 2021
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die frischgebackene Primarlehrerin Sara Zwahlen unterrichtet in Simplon Dorf eine gemischtstufige Klasse mit sechs Kindern. Sie ist die Nachfolgerin des langjährigen Lehrers, der drei Generationen im Dorf unterrichtet hat. Aber Sara bleibt nur bis Februar, danach will sie auf Reisen gehen. Ihre Nachfolgerin Cornelia Widmer zog einst der Liebe wegen nach England. Bald packt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern die Koffer und kehrt in die Schweiz zurück, nach Simplon Dorf. Den Gemeindepräsidenten Sebastian Arnold freuts, denn das bedeutet Nachwuchs für die Schule und das ganze Dorf. Doch der Wechsel vom urbanen Umfeld in die ländliche Gegend ist eine Herausforderung. Sebastian Arnold will das Dorf in die Moderne führen. Auch in der Sennerei und anderen Betrieben versucht man mit der Verbindung von Traditionellem und Neuem in die Zukunft zu gehen. In dieser Phase des Umbruchs sind Vereine wichtig. Sie sorgen für Zusammenhalt und sind der soziale Kitt. Reporterin Elvira Stadel

Season 2022

  • S2022E01 Auswanderung mit Hindernissen – Neustart in Litauen für Bolligers?

    • January 12, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Karin und Stefan Bolliger gehören nicht zu den Menschen, die sich schon lange mit dem Gedanken getragen haben, die Schweiz zu verlassen. Beide reisen zwar gerne, aber sie stehen mit beiden Füssen in ihrem Berufsalltag. Karin arbeitet als Forensikerin bei der Kantonspolizei Zürich und sichert Spuren, nachdem ein Verbrechen begangen wurde. Stefan hat eine Kaderstelle bei einer Firma für Sicherheitstechnik. Eine Art «Erleuchtung» in den Töff-Ferien im Baltikum ändert jedoch alles: Karin glaubt plötzlich zu wissen, dass sie hierhergehöre. Damit sie sich daran erinnert, wo sie diesen Gedanken hatte, macht sie ein Foto der nächstbesten Ortstafel. Dass dies ihr Leben auf den Kopf stellen würde, ahnten die beiden damals noch nicht. Zwei Jahre später stehen Karin und Stefan Bolliger auf einem idyllischen Grundstück an einem See – gute zwei Autostunden von der Hauptstadt Vilnius entfernt. Sie haben ihre Ersparnisse plus Pensionskassen-Geld in die Entwicklung einer Ferienanlage gesteckt. Es ist e

  • S2022E02 Online-Betrug durch Fake-Investoren – Zwei Erfinder verlieren alles

    • January 19, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Entwickler haben immer Chaos», so Jürg Nigg bei den ersten Filmaufnahmen vor zehn Jahren. Damals war er ein erfolgreicher Unternehmer, der in der ganzen Welt herumreiste, um seine elektronischen Innovationen unter die Leute zu bringen. Heute steht der 88-Jährige vor einem Scherbenhaufen. Angefangen hat das Debakel mit der Entwicklung einer Wasserflasche, mit der sich verschmutztes Wasser reinigen lässt. Um das Produkt in grossen Mengen herstellen zu lassen, macht sich Nigg auf die Suche nach Geldgebern. Via Internet erhält er verlockende Angebote. Dass es sich dabei um geschickte Betrüger handelt, erkennt er nicht und verliert so rund zweihunderttausend Franken. Nebst dem finanziellen Schaden erwartet Jürg Nigg weiteres Ungemach. Er muss nach vielen Jahrzehnten seine geliebte Tüftler-Werkstatt aufgeben, weil er einen Vorvertrag für den Verkauf seines Geschäftshauses nicht im Detail studiert hat. Es droht die Zwangsräumung. Bruno Foser geht es ähnlich. Um die serielle Herstellung des v

  • S2022E03 Christine Schraners Kampf gegen Myanmars Diktatur

    • January 26, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Niemand wollte ihr glauben, als Christine Schraner Burgener im Januar 2021 vor einem bevorstehenden Coup in Myanmar warnte. Doch verhindern konnte ihn auch die UNO-Sonderbotschafterin nicht. Das einstige Burma mit seiner Friedensikone Aung Saan Suu Kyi galt fast zehn Jahre lang als die grosse Demokratiehoffnung Südostasiens. Friedlich hatte es seine Vergangenheit als Militärdiktatur abgestreift und sich auf den Weg zu einer ernst zu nehmenden Demokratie gemacht. Als dann am 1. Februar die Panzer aufrollen, platzt nicht nur für 54 Millionen Burmesinnen und Burmesen ein Traum. Auch für Botschafterin Schraner Burgener beginnt über Nacht ein komplett neues Kapitel ihrer Arbeit. Im Auftrag des UNO-Generalsekretärs soll sie mit den Generälen in Kontakt bleiben. Bald schon gibt es erste Tote und Menschenrechtsverletzungen sind in Myanmar plötzlich wieder an der Tagesordnung. Mit eiserner Faust drehen die Generäle die Uhr der einstigen britischen Kolonie zurück in eine Zeit, die längst vergess

  • S2022E04 Ecolsiv – Lehrer mit Beeinträchtigung

    • February 9, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Ja, es ist ein Tabubruch», sagt Institutsleiter Mathias Gubler. In der Zürcher Volksschule sollen seit einigen Jahren möglichst alle beeinträchtigten Kinder in Normalklassen eingeschult werden. Dass dabei auch Lehrpersonen mit Beeinträchtigung mithelfen können, ist neu. Die pädagogische Hochschule Unterstrass in Zürich bildet beeinträchtigte Lehrerinnen und Lehrer aus, die in ihren Klassen vor der Aufgabe stehen werden, Kinder mit sogenannt besonderen Bedürfnissen in die Regelklassen zu integrieren. Beeinträchtigte Lehrerinnen und Lehrer sind langsamer, genauso wie es Kinder mit besonderen Bedürfnissen oft auch sind. «Warum diese nicht zusammenführen?», fragten sich Gubler und sein Team. Das war der Start des Projekts «Ecolsiv». Als erster «Ecolsiv»-Student hat der 30-jährige Lucien Le nach drei Jahren an der PH Unterstrass im Juni 2020 sein Studium erfolgreich und mit Diplom abgeschlossen. Was einfach tönt, war ein langer Weg, auch für die Mitstudierenden und Dozierenden. Mittlerweil

  • S2022E05 Das Frauengefängnis

    • February 16, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Weibliche Strafgefangene sind eine grosse Minderheit: Nur eine von 20 Strafgefangenen in der Schweiz ist eine Frau. Viele der Frauen haben selbst Gewalt erlebt, sexuellen Missbrauch, viele sind traumatisiert, psychisch krank und haben Suchtprobleme. Einige der Insassinnen haben schwere Straftaten verübt: Ein Drittel sitzt wegen Gewaltdelikten. Manche Frauen sitzen auf unbestimmte Zeit, viele Jahre, oder auch nur wenige Monate. Etwa die Hälfte sind Schweizerinnen, die anderen kommen aus rund 30 Ländern und sitzen in Hindelbank, weil sie in der Schweiz verhaftet wurden. Rund 60 Prozent der Frauen sind Mütter. Kleine Kinder bis drei Jahre dürfen mit der Mutter in einer eigenen Mutter-Kind Wohngruppe leben. Die Direktorin von Hindelbank, Annette Keller, sieht es als ihre oberste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Frauen auf eigenen Beinen stehen können, wenn sie entlassen werden – und dass sie nicht rückfällig werden. Dafür sollen sie sich intensiv mit ihrem Delikt und mit sich selbst ause

  • S2022E06 Valeria – Ein Medikament für ein Leben

    • February 23, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die Reizübertragung in Valerias Gehirn funktioniert nicht richtig, sie kann ihre Muskeln nicht steuern und leidet unter schmerzhaften Krämpfen. Bei Recherchen im Internet finden Mario und Alexandra Schenkel in den USA ein Team von Wissenschaftlerinnen und Ärzten, die ein Medikament für Valeria entwickeln könnten. Da in der Schweiz weder Krankenkasse noch IV Entwicklungskosten von Medikamenten finanzieren, müssen die Eltern alles selbst zahlen. Die Hälfte des Betrages stammt aus ihren Ersparnissen sowie Spenden von Familie und Freunden. Für die restliche Million organisieren sie eine breite Sammelkampagne. Nach nur drei Tagen haben sie die fehlende Million beisammen – das gab es in der Schweiz noch nie. Einige Monate später reisen sie voller Hoffnung in die USA, wo das Medikament kurz vor der Zulassung steht. Doch dann heisst es warten: Zusätzliche Tests und nicht zuletzt Corona verzögern die Behandlung um ein Jahr. Im September 2020 bekommt Valeria endlich die erste Dosis «Valeriasen»

  • S2022E07 Krieg in der Ukraine – Hintergründe einer Eskalation

    • March 2, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Dass Putin in die Ukraine einmarschiert ist, kam für viele überraschend – ich war auch überrascht», sagt Christof Franzen. Wer verstehen wolle, wie es zu diesem Krieg gekommen sei, der müsse zurückgehen ins Jahr 2014 und zu den Ereignissen auf dem «Maidan», Kiews zentralem Platz. Danach wandte sich die Ukraine von Russland ab und dem Westen zu. Putin reagierte mit der Annexion der Krim. Und in der ostukrainischen Region Donbass rufen die von Moskau unterstützten Separatisten die «Volksrepublik Donezk» aus, Luhansk folgt. Zusammen mit Christof Franzen sucht Reporter Simon Christen Antworten auf die Frage, was das alles mit dem Krieg zu tun hat, der die Welt zurzeit in Atem hält. Peter Wermuth war in Charkiw, der zweitgrössten Stadt der Ukraine, weit im Osten, als die russischen Luftschläge begannen. Wermuth ist seit den 1990er-Jahren geschäftlich in der Ukraine tätig. Er baute dort ein kleines «Kaffee-Imperium» auf, darum nennt man ihn auch den «Kaffee-König». Jetzt versucht er sich mi

  • S2022E08 Russisches Geld in der Schweiz

    • March 23, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Andrey Melnichenko, russischer Oligarch mit Wohnsitz in St. Moritz, steht seit Mitte März auf der Schweizer Sanktionsliste. Er gehöre zum engeren Kreis der Putin-Oligarchen und unterstütze mit seinen Rohstofffirmen den Krieg in der Ukraine, sagt die EU-Sanktionsbehörde. Gegenüber SRF «Reporter» gibt sich der Gemeindepräsident des Bündner Nobelkurortes, Christian Jott Jenny, ungewöhnlich wortkarg: Er kommentiere die Sanktionen und deren Auswirkungen nicht. Die Sanktionsbehörde Seco wiederum sucht weder aktiv nach den Vermögenswerten des Oligarchen, noch interessiert sie sich fürs Geld aus den «Firesale»-Aktienverkäufen. Auch der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler weiss nichts davon, obwohl die Firmensitze des Oligarchen in Zug sind. «Ich kann nicht alles wissen», sagt er gegenüber SRF «Reporter». Die Spurensuche nach russischem Geld in der Schweiz zeigt: Wer abhängig ist von grossen Geldgebern, dem fällt es schwer, sich davon zu distanzieren. Und: Die Jagd nach russischen Vermögenswerten

  • S2022E09 ME/CFS – Die heimtückische Krankheit

    • March 30, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Zwanzig Minuten für einen Besuch mit der Kamera gesteht Dejan Lauber, 30, Reporterin Helen Arnet zu. So viel Energie steht ihm pro Tag zur Verfügung. Geht ein ME/CFS-Betroffener über seine Grenzen hinaus, präsentiert ihm die Krankheit ein, zwei Tage später die Quittung in Form von noch grösserer körperlicher Schwäche und einer Verstärkung aller anderer Symptome wie Herzrasen, Konzentrationsstörungen und «Brain Fog», Muskelschmerzen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Kreislauf- oder Magen-Darm-Beschwerden. Diese Zustandsverschlechterung nach körperlicher oder kognitiver Überanstrengung ist das Leitsymptom der noch weitestgehend unerforschten Krankheit ME/CFS. Auch Cassandra Helfer, 29, leidet an ME/CFS. Sie erkrankte mit 16 Jahren am Pfeifferschen Drüsenfieber. Die Fachfrau Gesundheit erholte sich nie mehr von dieser Viruserkrankung, wurde immer schwächer und gab schliesslich ihre Arbeit auf. Heute verbringt sie ihr Leben meist auf dem Sofa oder in ihrem Bett, weitgehend abgeschirmt von U

  • S2022E10 Radikale Christen – Mein Ausstieg aus der OCG (Teil 1)

    • April 13, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Begonnen hat er klein: Ivo Sasek gründet im ausserrhodischen Walzenhausen eine kleine christliche Gemeinschaft mit dem Ziel, Randständigen und Familien zu helfen. Noch heute propagiert Sasek, er helfe Familien, doch die Realität ist eine andere. Wer sich nicht seiner Lehre unterwirft und eigene Wege gehen möchte, fällt unter das sogenannte «Aussätzigen-Gesetz»: Aussteigende dürfen keinen Kontakt mehr zu anderen OCG-Anhängerinnen und -Anhängern haben, auch wenn das ihre eigene Familie betrifft. Erfahren mussten dies auch Ivo Saseks Söhne. Simon, David und Joschua Sasek: Alle drei sind ausgestiegen. In seinen Predigten verweist ihr Vater darauf, dass sie von dämonischen Mächten gefangen seien, Infizierte, und damit eine Bedrohung für die OCG. Warum die Söhne ausgestiegen sind, davon erzählt er wenig oder nur zu seinen Gunsten. In «Reporter» schildern die Söhne, was sie bewegt hat, die Sekte ihres Vaters zu verlassen. Und sie decken auf, was ihr Vater seit Jahrzehnten bestreitet und als «

  • S2022E11 Radikale Christen – Die Sekte von Ivo Sasek (Teil 2)

    • April 20, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Begonnen hat er klein: Ivo Sasek gründet im ausserrhodischen Walzenhausen eine kleine christliche Gemeinschaft mit dem Ziel, Randständigen und Familien zu helfen. Noch heute propagiert Sasek, er helfe Familien, doch die Realität ist eine andere. Wer sich nicht seiner Lehre unterwirft und eigene Wege gehen möchte, fällt unter das sogenannte «Aussätzigen-Gesetz»: Aussteigende dürfen keinen Kontakt mehr zu anderen OCG-Anhängerinnen und -Anhängern haben, auch wenn das ihre eigene Familie betrifft. Erfahren mussten dies auch Ivo Saseks Söhne. Simon, David und Joschua Sasek: Alle drei sind ausgestiegen. In seinen Predigten verweist ihr Vater darauf, dass sie von dämonischen Mächten gefangen seien, Infizierte, und damit eine Bedrohung für die OCG. Warum die Söhne ausgestiegen sind, davon erzählt er wenig oder nur zu seinen Gunsten. In «Reporter» schildern die Söhne, was sie bewegt hat, die Sekte ihres Vaters zu verlassen. Und sie decken auf, was ihr Vater seit Jahrzehnten bestreitet und als «

  • S2022E12 Enes Kanter Freedom – Der Preis der Freiheit

    • April 27, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Seine bunt bemalten Schuhe sind sein Markenzeichen: «Völkermord», «Folter», «Vergewaltigung», «Sklavenarbeit» steht auf den Basketballschuhen geschrieben, mit denen der bald 30-jährige Enes Kanter Freedom auf die Menschenrechtsverletzungen in China aufmerksam macht. Doch sein Engagement für die Uiguren, Tibet, Taiwan und Hongkong wurde dem NBA-Spieler zum Verhängnis: Statt des geplanten Wechsels von den Boston Celtics zu den Houston Rockets wurde Kanter Freedom aus der NBA ausgeschlossen. Eine offizielle Erklärung der NBA für den Rauswurf gibt es nicht, doch der Schluss liegt nahe, dass sein Aktivismus gegen China der Grund dafür ist: «Wenn das der Grund dafür ist, dass die NBA mich aus der Liga wirft, kann ich nichts dagegen tun. Aber irgendjemand muss diese Dinge tun», sagt der ehemalige NBA-Spieler. Enes Kanter Freedom, der letztes Jahr US-Amerikanischer Staatsbürger wurde und dabei seinen Nachnamen von Kanter zu Freedom wechselte, wurde 1992 in Zürich geboren. Sein Vater Mehmet Kan

  • S2022E13 Mein Leben mit Übergewicht – Von Kilos, Mut und Selbstliebe

    • May 11, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Das Gewicht soll in meinem Leben nicht mehr so viel Platz einnehmen», das ist Alexandra Baumanns grösster Wunsch. Der Teufelskreis aus Esssucht, Diäten und Scham beginnt bei ihr schon in der Pubertät. Die Kommunikationsfachfrau hat zwei Waagen zuhause, wiegt sich mehrmals am Tag. Trotz viel Bewegung und zahllosen Diäten ist sie schliesslich 140 Kilo schwer, bei einer Grösse von 1,60 Meter. Sie leidet an gewichtsbedingter Diabetes. Beim Spielen mit dem Gottimeitli kommt Alexandra nicht mehr vom Boden hoch: «Ich hätte einen Kran gebraucht!» Alexandra Baumann zieht die Reissleine und entscheidet sich für einen Magenbypass. Heute, drei Jahre nach der Operation, steht Alexandra Baumann am Scheideweg. Trotz 40 Kilo Gewichtsverlust hat sich das ersehnte Normalgewicht nicht eingestellt. Soll sie sich noch weiter einschränken und mehr trainieren – oder kann sie Frieden schliessen mit ihrem Körper, so wie er ist? Alexandra Baumann entscheidet sich fürs Trainieren. Ein Klettersteig wird zum Jahr

  • S2022E14 Berner Waldmenschen

    • May 16, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Viel Gepäck hat Reporter Donat Hofer beim Einzug nicht dabei. Zelt, Schlafsack, die Kamera natürlich und Bratwürste – als Mitbringsel für die Waldbewohner. Unter anderem sind das «Chrütli» und Urs. Die beiden führen den Reporter sogleich ins Waldleben ein. Dazu gehört auch, wo und wie man in freier Natur seine Notdurft verrichtet. Zwar leben sie am Rande der Gesellschaft, doch auch hier gelten klare Regeln fürs Miteinander. Chrütli lebt bereits zehn Jahre illegal im Wald. Der gelernte Bereiter stand kurz vor einem Burnout, als er sich bewusst aus dem gängigen System zurückzog in den Wald, wie er erzählt. Sehr zum Ärger der Waldburger, auf dessen Boden Chrütli und eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten wild campierten. Die verhängten Bussgelder hat Chrütli zwar im Gefängnis abgesessen, ist aber gleich wieder in den Wald gezogen. Um den Streit zu schlichten, hat die Stadt Bern den Waldmenschen einen Flecken Erde zur Verfügung gestellt. Wem gehört der Wald? Was bedeutet eine solche Lebens

  • S2022E15 Spätschicht auf dem Notfall – Der ganz normale Wahnsinn

    • May 25, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Eine Notfallmedizinerin muss schnell entscheiden können», sagt Oberärztin Aline Herzog. Seit sieben Jahren arbeitet sie in der Notfallstation des Universitätsspitals Zürich. Arbeitskollege Christian Tek, der in der Pflege arbeitet, ergänzt: «Gute Nerven sind von Vorteil und dass man es gerne hektisch hat.» Noch während der Übergabe von der Früh- zur Spätschicht kommt ein dringender Fall rein: Treppensturz eines älteren Mannes. Er blutet stark und wird von oben bis unten abgecheckt. Ein beinahe identischer, allerdings weit schlimmerer Fall wird kurz darauf mit der Rega eintreffen. Über 45'000 Patientinnen und Patienten behandelt das Team der Notfallstation der Uniklinik pro Jahr. Dreieinhalb Stunden dauert im Schnitt eine Abklärung, nach viereinhalb Stunden werden die Patientinnen und Patienten entlassen oder auf die Bettenstation verlegt. Der Notfall platzt aus allen Nähten. Corona hat die Situation zusätzlich verschärft. «Es ist ein Stressjob, doch wir sind ein gutes Team», sagt Alin

  • S2022E16 Lotti Latrous – Ein Leben für die Armen

    • June 8, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Vor fünf Jahren musste Lotti Latrous eines ihrer Zentren aufgeben, damit der Staat auf diesem Gebiet eine Flugpiste bauen konnte. Nach langem Suchen fand sie einen Platz für die Errichtung einer neuen Wirkungsstätte. Gebaut wurde das neue Zentrum mit Waisenhaus, Ambulatorium und Spital unter Anleitung von Lottis Ehemann Aziz Latrous, einem pensionierten Bauingenieur. Die Gebäude stehen auf Pfählen mitten im sumpfigen Slum, die Bewohnenden hausen in Hütten, die behelfsmässig aus Brettern zusammengezimmert wurden. Es mangelt an Essen, und Krankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose sind weit verbreitet. Diese Not der Slumbewohnenden versucht Lotti Latrous zu lindern. Sie empfängt täglich bis zu 250 Hilfesuchende. Die «Schweizerin des Jahres 2004» kümmert sich zusammen mit ihren rund 80 Mitarbeitenden selbstlos um die Kranken. Manchmal kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Ohne Tabu aber mit viel Einfühlungsvermögen teilt Lotti Latrous den todkranken Patientinnen und Patienten mit, dass sie

  • S2022E17 Nicht ohne meinen Zwilling

    • June 15, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Bis vor zwei Jahren lebte Samuel in verschiedenen betreuten Institutionen. Der 32-Jährige war unglücklich und aggressiv, bekam Medikamente zur Beruhigung. Darum entschied sich Virginie, ihren Zwillingsbruder zu sich zu nehmen. Schon immer habe sie sich für Samuel verantwortlich gefühlt. Ihre Eltern Rose-Marie und Emmanuel Bickit waren bei der Geburt überrascht: «Diskordante Down-Syndrom-Zwillinge» – ein äusserst seltenes Phänomen. In der Schweiz gibt es schätzungsweise eine Handvoll. «Für mich war es ein Schock. Ich dachte, Zwillinge … da ist alles in Ordnung.», sagt Rose-Marie Bickit. Um beiden gerecht zu werden, kämpften die Eltern der Zwillinge bei den Behörden, sodass auch Samuel in eine Regelklasse konnte. Samuel arbeitet vier Tage pro Woche in einer Stiftung im Gartenbereich. Sein Betreuer Börge Pietschmann steht dem Zusammenleben von Virginie und Samuel kritisch gegenüber: «Samuel ist ein erwachsener Mann. Er sollte eine Wohngruppe haben, ein eigenes Zuhause. Einen Ort, wo er me

  • S2022E18 Familie mit ALS-Diagnose

    • June 22, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die Geschichte beginnt 2013. Dennis und Daniela werden ein Liebespaar. Sechs Monate später diagnostiziert man bei Dennis die unheilbare Nervenkrankheit ALS, mit einer Lebenserwartung von drei bis fünf Jahren. Die beiden heiraten und gründen eine Familie. Während die Tochter an Lebenskraft gewinnt, baut der Vater ab. Doch die Familie kämpft für ein selbstbestimmtes Leben. Heute ist Tochter Melissa 5-jährig und Dennis fast komplett gelähmt. Er kann noch sprechen, schlucken und mit einem Finger die Maus des Computers bedienen. Einschränken lässt sich der ehemalige Volleyballspieler von der Krankheit nicht. Er ist Assistenztrainer beim Volleyballclub BTV Aarau und so oft es geht mit Tochter Melissa draussen unterwegs. «Ich bin ein hoffnungsloser Optimist. Wegen der Krankheit den Kopf in den Sand zu stecken, bringt ja nichts.» Assistenzpersonen und Spitex unterstützen die Familie. Davor lastete das meiste auf der heute 35-jährigen Daniela. Die Mehrfachbelastung als Mutter, Arbeitstätige und

  • S2022E19 Synchronschwimmen – Zwischen Eleganz und Erniedrigung

    • June 29, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Synchronschwimmen verlangt von den Mädchen und jungen Frauen – und es sind auch heute noch fast ausschliesslich Frauen – extrem viel ab. Die Trainings und der Umgang im Hallenbad sind hart, nicht selten übers erträgliche Mass hinaus. Das wissen Anouk, Fabienne und Aline aus jahrelanger Erfahrung. Alle drei sind im Kanton Bern aufgewachsen, alle drei haben schon in jüngsten Jahren mit Synchronschwimmen begonnen. Bald kamen die ersten Wettkämpfe. Physische und psychische Übergriffe hätten zum Alltag gehört, erzählen sie, «so ist das Synchro-Leben». Es klingt nach Déjà-vu: Im Herbst 2020 gab es schon einmal einen riesigen Knall im Schweizer Sport. Im Kunstturnen und in der Rhythmischen Sportgymnastik wurden Missstände aufgedeckt; Athletinnen, die eingeschüchtert und erniedrigt worden waren. Die sogenannten Magglingen-Protokolle. Es gab einen Aufschrei, die Politik reagierte. Bundesrätin Viola Amherd zeigte sich persönlich betroffen. Bundesrätin Amherd rief eine neue Beschwerdestelle ins L

  • S2022E20 Einmal Täter, immer Täter?

    • July 3, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Giorgio kam als 3-Jähriger ins Kinderheim – der Anfang einer Odyssee durch verschiedene Institutionen und Pflegefamilien. Er war schon früh verhaltensauffällig und tat sich schwer damit, Regeln einzuhalten. Als Jugendlicher beging er Bagatelldelikte. Als Volljähriger wurde er zum Serieneinbrecher und verbrachte insgesamt fast zehn Jahre im Gefängnis. Heute ist er dreissig Jahre alt und seit einem halben Jahr auf freiem Fuss. Arbeit hat er noch nicht gefunden. Er hofft auf eine Musik-Karriere. Giorgio möchte unter dem Künstlernamen «Scorp808» Hip-Hop-Star werden. Und wie gross ist die Chance, dass er wieder kriminell wird? «Gering», antwortet er auf Mona Vetschs Frage. «Ich bin älter geworden und kann mir nicht vorstellen, wieder einbrechen zu gehen. Ich habe so viel Zeit verschwendet im Gefängnis. Das will ich nicht mehr.» Hansueli Gürber kennt solche Fälle. Gürber wurde zum wohl bekanntesten Jugendanwalt der Schweiz, weil er den sogenannten «Fall Carlos» betreute. Dass er diesen Fall

  • S2022E21 Einmal Opfer, immer Opfer?

    • July 10, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Corinnes T.’s Ehe war ein Albtraum, der zwölf Jahre dauerte: Nach der Geburt des gemeinsamen Kindes fühlte sich ihr Ehemann vernachlässigt, tröstete sich mit Alkohol und wurde gewalttätig. Mehrere Male brach er Corinne T. das Nasenbein und schlug sie spitalreif. Die Demütigungen und Schläge führten dazu, dass Corinne T. jegliches Selbstwertgefühl verlor. «Es war wie eine Gehirnwäsche – ich war überzeugt davon, dass ich nichts wert war und ich dankbar sein musste, dass er sich überhaupt mit mir beschäftigte», erzählt Corinne T. Mona Vetsch. Heute habe sie sich mit Therapie und viel Selbstliebe aus der Opferrolle befreien können. Doch das Erlebte hinterliess auch bei ihrem Sohn Spuren. Darum rät sie Betroffenen: «Wenn ihr nicht wegen euch gehen könnt, geht wegen eurer Kinder!» Denn anders als vermutet, habe das gemeinsame Kind jede einzelne Facette des jahrelangen Terrors mitbekommen. Mona Vetsch trifft auch Bloggerin Morena Diaz. Diese wurde 2018 von einem guten Freund vergewaltigt und

  • S2022E22 Extremsegler Alan Roura – Allein um die Welt

    • August 14, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Alan Roura ist erst sechs Jahre alt, als seine Eltern sich entscheiden, alles zu verkaufen, eine Segelyacht zu erwerben und von da an elf Jahre die Weltmeere zu befahren. Zur Schule geht Alan nie. Bis zum Alter von 13 Jahren unterrichtet ihn seine Mutter. Schon als Jugendlicher arbeitet er nur auf ein Ziel hin: Er will sich sein erstes eigenes Boot kaufen. Heute gehört der 27-jährige Genfer zu den besten Einhandseglern der Welt. Im August 2019 stellt er einen neuen Weltrekord für die Atlantik-Überquerung im Einrumpf-Boot auf. Sein grosses Ziel aber ist, an der Vendée Globe das Ziel zu erreichen: möglichst schnell, unversehrt und ohne Schiffbruch. Reporter Florian Zutt hat Alan Roura während zwei Jahren begleitet. Er wird Zeuge, wie Roura sich schindet, plant und vorbereitet. Aber auch wie er seine Partnerin heiratet und zum ersten Mal Vater wird. «Reporter» geht der Frage nach, warum es den Hochsee-Segler immer wieder aufs Meer zieht, er seine Liebsten für Monate allein lässt, und sein

  • S2022E23 Mein Körper und ich

    • August 14, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Ja, ich bin fett», sagt Melanie Dellenbach von sich selbst. Sie habe die Begriffe «dick» und «fett» für sich zurückerobert und möchte damit den Beleidigungen die Macht entziehen. Als sogenannte Fett-Aktivistin hat die Pflegefachfrau der Gewichtsstigmatisierung den Kampf angesagt. Denn gerade mehrgewichtige Menschen haben es in unserer Gesellschaft nicht eben leicht, sie erleben Gewichtsdiskriminierung und Ausgrenzung in fast allen Lebensbereichen. Schlanke, durchtrainierte Bodies sind längst ein Massenphänomen und Garantie für Anerkennung und Likes. Den Körper zu formen, ist für die beiden Natural Bodybuilderinnen Rahel Scherrer und Venesa Sadrijaj eine den Alltag beherrschende Leidenschaft. Muskeltraining, Aufbau- und Diätphasen geben den Takt vor. Wann wird Kalorienzählen zur Sucht? Bei Naera Giaimo begann die Krankheit schleichend und endete fast tödlich. Die 26-Jährige hat zwar ins Leben zurückgefunden, ihre Beziehung zum Körper ist aber nach wie vor kompliziert. Franziska Quadri

  • S2022E24 Neuanfang - wie kann er gelingen?

    • August 21, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Der Krieg hat tausende Menschen aus der Ukraine vertrieben. Die zweifache Mutter Natalia Kaminska ist eine davon. Seit drei Monaten lebt sie im Reka-Dorf an der Lenk. Vorübergehend. Ihre Tochter Aline geht da zur Schule und möchte in der Schweiz bleiben. Natalia Kaminskas 17-jähriger Sohn hingegen ist noch in der Ukraine. Er will in den Krieg ziehen und kämpfen. Für die Mutter eine unfassbar schreckliche Vorstellung und das grösste Hindernis, um an einen Neuanfang ausserhalb ihrer Heimat zu denken. Noch während der Dreharbeiten wird sie in die Ukraine zurückreisen, um ihren Sohn in die Schweiz zu holen. Ob ihr das gelingen wird? «Du musst das Schicksal annehmen und weitergehen», sagen Ladina und Sven Kindschi. «Nur so gelingt ein Neuanfang.» Auch sie mussten unfreiwillig neu anfangen. Ihr Sohn Emil wurde von einem Traktor überfahren und ist seither schwer behindert. Für die Familie eine grosse Belastung. Die Beziehung des Paars ging in die Brüche. Die Sorge um Emil helfe aber auch, zu

  • S2022E25 Ode an Berlin

    • August 31, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Inge Schmidt wohnt seit 40 Jahren im Prenzlauer Berg, hat die Verwandlung eines schäbigen Quartiers zum Trend-Ort miterlebt. Die rasante Gentrifizierung hat ihr Freunde genommen – und doch möchte sie nirgendwo anders leben. Kamerafrau Vivian Wang ist in einem Land aufgewachsen, das es nicht mehr gibt. Als die Mauer fiel, war sie ein Teenager. Sie erzählt, wie die DDR sie geprägt und sie ihren Weg in einer neuen Welt gefunden hat. Video-Editor Julius Eisel blickt auf den Hedonismus seiner Stadt und was in den letzten Jahren aus ihm geworden ist. Und Denise Fetzke gewährt Einblicke in den Alltag einer Lehrerin an einer Berliner Brennpunktschule. Sie alle haben Bettina Ramseier während vieler Jahre begleitet und waren Inspiration für ihre Arbeit als Journalistin. Von Berlin hat sie gelernt, wie von keiner anderen Stadt: Über die Geschichte Europas, über Politik, über Armut in einem reichen Land. Denn in Berlin zeigen sich die Versäumnisse der deutschen Regierung besonders deutlich: Eine W

  • S2022E26 Mein Brieffreund in der Todeszelle

    • September 14, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    «Mein Name ist William Kopsho. Ich bin seit 21 Jahren im Gefängnis. Ich wurde zum Tod verurteilt, weil ich jemandem das Leben genommen habe», sagt ein sympathisch wirkender Mann Mitte 60. Er hat in einem Streit seine Frau erschossen. Nun wartet er in einem Gefängnis im Bundesstaat Florida auf seine Hinrichtung. Einer seiner engsten Freunde wohnt im Kanton Bern. Patrik Gerber ist Mitte 20 und studiert Medizin. Kennengelernt haben sich die beiden über einen Verein namens «Lifespark», der seit fast 30 Jahren Brieffreundschaften mit Menschen in der Todeszelle vermittelt. «Wenn Patrik Urlaub macht oder mit Freunden essen geht, schickt er mir Fotos», erzählt William Kopsho der Sendung «Reporter». «Das gibt mir das Gefühl, dabei zu sein. Und das ist wunderbar. Durch ihn fühle ich mich zwischendurch wie ein freier Mann. Zumindest in meinem Geist.» Patrik Gerber auf der anderen Seite ist durch die Freundschaft mit Kopsho klar geworden, was für ein Privileg es ist, frei zu sein: «Ich schätze und

  • S2022E27 Christoph Spörri muss ins Gefängnis

    • September 21, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    14. März 2022, 09.50 Uhr, Bern. Christoph Spörri verbringt seine letzten Minuten in Freiheit. Er muss ins Gefängnis. Zurück lässt er seine zwei Söhne und seine Frau. «Ich liebe dich, pass gut auf die Kinder auf», sind seine letzten Worte zu seiner Frau. Dann ist er weg, im Regionalgefängnis Bern. Das Verdikt der Richter 2018: Vier Jahre Freiheitsstrafe wegen Anstiftung zu Brandstiftung und versuchten Versicherungsbetrugs. Verurteilt wurde der Ex-DJ Christoph Spörri in einem Indizienprozess. Für die Richter war klar, dass er seine Plattensammlung abfackeln liess, um die Versicherungssumme zu kassieren. Doch Christoph Spörri sagt bis heute, dass er unschuldig sei. Sein Kampf gegen die Verurteilung war aber erfolglos. Christoph Spörri und seine Frau Tina müssen deshalb den Kindern erklären, dass ihr Vater ins Gefängnis gehen muss. «Wir sprechen offen mit ihnen. Sie wissen, was geht. Unsere Familie ist ein Team, wir halten zusammen», erklärt Christoph Spörri. Seine Frau Tina blickt sorgevo

  • S2022E28 Kranke Kinder ohne Heimat

    • September 28, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Die überlebenswichtigen Therapien können nicht warten, bis wieder Frieden herrscht. Deshalb fliehen die drei ukrainischen Kinder Anhelina, 8, Denis, 8, und Nazar, 11, schon bald nach Kriegsausbruch zusammen mit ihren Müttern und Geschwistern aus dem bombardierten Land. Im zürcherischen Küsnacht finden sie Zuflucht im stillgelegten Altersheim «Sonnenhof». Seither leben sie zusammen mit anderen jungen «Sonnenhöflern», die das gleiche Schicksal teilen – alle mit der Ungewissheit, ihre Väter, Grosseltern und Haustiere vielleicht nie wieder zu sehen. Kinder wie Anhelina, Denis und Nazar haben krankheitsbedingt schon viel erleiden müssen. Und auch dieser Situation stellen sie sich tapfer. Unterstützung bekommen sie von Menschen aus der Region: Sie sollen sich zuhause und willkommen fühlen. Die Kinder nutzen Freizeitangebote, bekommen Schulunterricht, Velos, Kleider und sogar neue Möbel. Dennoch: Das Heimweh bedrückt Anhelina, Denis und Nazar und deren Mütter je länger je mehr. Sie sehnen sic

  • S2022E30 Dominik Bein – Opfer lebenslänglich

    • October 12, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Am 26. April 2003 wurde der 15-jährige Schüler Dominik Bein beim Eisenwerk in Frauenfeld von sieben Rechtsextremen halb totgeprügelt. Dominik Bein ist seither schwer behindert. Und er wartet noch immer auf Schadenersatzzahlungen der Täter. Rosmarie Bein, Dominiks Mutter, bricht heute noch in Tränen aus, wenn sie von Dominiks Peinigern spricht: «Ich versuche immer, diesen Menschen zu vergeben. Aber ich kann es nicht – die Wut kommt immer wieder durch.» Die sieben Skinheads haben nicht nur Dominiks Leben zerstört. Auch Rosmarie Bein, 73, musste ihr bisheriges Leben aufgeben. Sie kümmert sich seit bald zwanzig Jahren Tag und Nacht um ihren Sohn, um diesem möglichst viel Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

  • S2022E31 Silvias Leben mit Parkinson

    • November 30, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    2019 nimmt Silvia bei der grossen «SRF DOK»-Expedition mit Hundeschlitten quer durch Lappland teil. Damit geht für sie ein fast unerreichbarer Traum in Erfüllung – denn vier Jahre zuvor wird bei ihr Parkinson diagnostiziert. Sie zieht die fünftägige Tour durch – bei teils 30 Grad minus. Dank Medikamenten und vor allem ihrem starken Willen. Ein Jahr später wäre eine solche Tour nicht mehr möglich gewesen – die Symptome und die Schmerzen sind zu stark, mit der Medikation ist sie am Limit. Denn Parkinson ist eine degenerative Nervenkrankheit, die nicht heilbar ist. Doch Silvia ist eine Kämpferin. Als sie die Diagnose erhält, gründet sie einen eigenen Verein für junge Parkinson-Erkrankte, trainiert für die Parkinson-Tischtennisweltmeisterschaft und spielt weiter Tenorhorn in einer Brassband – obwohl ihr die Kontrolle über ihren Körper immer schwerer fällt. Doch der Parki, wie Silvia ihn nennt, schreitet voran. Im Sommer 2021 ist die Tiefenhirnstimulation ihre einzige Hoffnung. Es ist eine

  • S2022E32 Nico Georgiadis und das Schachspiel

    • December 14, 2022
    • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

    Nico Georgiadis ist einer der besten Schachspieler der Schweiz. Der 26-jährige Schwyzer darf sich Grossmeister nennen. Dieser international anerkannte Titel ist ein Ritterschlag in der Schachwelt. Seinen Erfolg hat er nicht zuletzt seinem ehrgeizigen und zielstrebigen Vater zu verdanken. Wie man im Schach mehrere Züge vorausdenken muss, so hat er die Schach-Karriere seines Sohnes mit strategischem Weitblick geplant. In jungen Jahren ist Nico Georgiadis dem Schach-Club beigetreten, hat Fachbücher auswendig gelernt und sich sogar für mehrere Monate bei der Nummer 1 von Spanien weitergebildet. Irgendwann aber ist er am Spiel fast zerbrochen – zu gross war die Angst vor dem Versagen. Beim Schach wird man unmittelbar mit den eigenen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Anders als bei fast allen anderen Spielarten kann man die Schuld hier auf niemanden abschieben. Reporterin Viveca Kammermann begleitet Nico Georgiadis nach Indien an die Schach-Olympiade, an das grösste Schachturnier der Welt. Hi

Season 2023

  • S2023E01 Andrea Schläfli – Plötzlich ohne Augenlicht

    • January 11, 2023

    Von einem Tag auf den anderen wurde aus Andrea Schläfli, der Auftritts- und Kommunikationsberaterin, Schauspielerin, Sekundarlehrerin, Theaterpädagogin und Kulturmanagerin ein Mensch mit Sehbehinderung. Ihr Alltag sei ein Memoryspiel, bestehend aus auswendig Gelerntem, Erinnerungen und einem kleinen Sehrest auf ihrem rechten Auge, erzählt sie Reporterin Helen Arnet. Es war ein langer, schmerzhafter Prozess, in dem sich Andrea Schläfli ins Leben und in den Berufsalltag zurückkämpfte. Eine IV-Rente zu beantragen, widersprach ihrem Selbstverständnis: Sie kehrte in ihre früheren Tätigkeitsfelder zurück und wagte sogar den Schritt in die Selbstständigkeit. Doch immer wieder traf und trifft sie auf Hindernisse, die sie und andere Menschen mit Behinderung diskriminieren – sei es an ihrem ehemaligen Arbeitsort, dem «Superblock» der Stadt Winterthur, in überfüllten Bahnhofsunterführungen ohne Blindenleitsystem oder auf nicht barrierefreien Webseiten. Es sei anstrengend, sich als Mensch mit Behi

  • S2023E02 Spätschicht im Kinderspital – Notaufnahme am Anschlag

    • February 15, 2023

    «Egal, wie sehr wir unter Druck stehen: Eine Notaufnahme kann nicht schliessen», sagt Ivo Iglowstein, Leiter des Kispi-Notfalls in St. Gallen. Sein Team ist seit Monaten unterbesetzt, die Anzahl Patientinnen und Patienten hingegen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Mit diesem unheilvollen Mix würde das Personal schlicht verheizt. Für Pflegefachfrau Ginja Busch ist klar: «Mehr Erholungszeit für denselben Lohn, das würde helfen.» Keine ihrer Freundinnen stemme in diesem Job ein 100%-Pensum. «Reporter» ist bei der Spätschicht am Kinderspital St. Gallen dabei.

  • S2023E03 Ein Haus zerstört im Krieg – Von Überlebenden eines Bombenangriffs

    • February 22, 2023

    Als am 9. März 2022 eine Fliegerbombe des Typs FAB-500 auf das Haus an der Perwomajskaja in Isjum fiel, befanden sich über 50 Personen im Keller. Sie hatten Schutz gesucht vor russischem Artilleriebeschuss. Nur wenige Personen überlebten den Angriff durch eine der schwersten Waffen, die Russland im Krieg gegen die Ukraine einsetzt. SRF-Korrespondentin Luzia Tschirky hat die Stadt besucht und sich auf die Suche nach Überlebenden und Angehörigen gemacht. Das Haus in Isjum steht stellvertretend für das Schicksal zehntausender Menschen im Land, denen dieser Krieg alles genommen hat.

  • S2023E04 Stunk wegen Schweinegestank – Von Gülle-Geruch und unbewilligten Bauten

    • March 11, 2023

    Nur vierzig Meter liegen zwischen seinem Haus und der Schweinescheune des Nachbarn. «Es stinkt mal wieder!» Anwohner Markus Ineichen rümpft die Nase. Vor 25 Jahren schon reklamierten er und seine Frau wegen des Schweinegestanks. Die Politik reagierte aber erst 2021: Das «Ressourcenprojekt Ammoniak und Geruch» wurde ins Leben gerufen, mehrheitlich finanziert durch nationale Steuergelder. Die vorläufige Bilanz: Nur ein Bauer hat einen neuen Luftwäscher installiert. Anwohnerinnen und Anwohner ärgern sich über Verzögerungen und unbewilligte Umbauten. Wie konnte das passieren? Ist das Prestigeprojekt gescheitert? «Stunk wegen Schweinegestank» – ein Landwirtschaftskrimi von Reporterin Karin Bauer im Luzerner Schweinegürtel.

  • S2023E05 Der jüngste Bestatter der Schweiz – Sein Kampf um Anerkennung

    • March 22, 2023

    2020 landete Kevin Huguenin vor dem Staatsanwalt. Kundinnen und Kunden warfen dem jüngsten Bestatter der Schweiz Wucher, Betrug, Urkundenfälschung, Einschüchterungsversuche und pietätloses Verhalten gegenüber Verstorbenen und Trauernden vor. Nach minutiöser Untersuchung kam die Staatsanwaltschaft zum Schluss, der Berner habe sich nicht strafbar gemacht und stellte das Verfahren ein. Trotz seiner bewiesenen Unschuld steht Kevin Huguenin nun vor einem riesigen Scherbenhaufen: kaum mehr Aufträge, nur noch ein Mitarbeiter auf Freelance-Basis und sein Ruf ist ruiniert. Gelingt es dem inzwischen 24-Jährigen, sein Geschäft wieder anzukurbeln? Wie verändert ihn das Erlebte als Mensch? Kann er wieder aufstehen? Der Reporter Samuel Bürgler begleitet Kevin Huguenin ein Jahr lang: vom Moment an, als im Januar 2022 die Berner Staatsanwaltschaft die Untersuchung gegen ihn einstellt. Eine Beobachtung über einen aussergewöhnlichen Menschen, der zielstrebig seinen eigenen Weg geht – allen Widrigkeiten

  • S2023E06 Schlittenhunde statt Finanz-Karriere – Ein Ex-Banker in Norwegen

    • March 29, 2023

    Der ehemalige Jurist und Banker Andreas In Albon fängt in Norwegen nochmals ganz von vorne an. Er will sein Geld mit seinen Schlittenhunden verdienen. Doch es läuft nicht nach Plan. Die Touristinnen und Touristen bleiben wegen der Pandemie komplett aus. Der 54-Jährige kämpft um seine Existenz. Um über die Runden zu kommen, hütet er im Sommer Schafe auf einer Bündner Alp. Er muss seine Familie und Hunde in Norwegen zurücklassen. Trotz aller Widrigkeiten ist für In Albon klar: Der Entscheid, seinen Traum zu leben, war richtig. Er ist glücklicher als damals als Banker an der Bahnhofstrasse.

  • S2023E07 Die Polizeischüler

    • April 5, 2023

    Jana Stierli ist 21 und hat gerade ihre Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau abgeschlossen, als sie in ihren eigentlichen Traumberuf einsteigt: Sie will zur Polizei. Zusammen mit Jana Stierli fängt auch der 24-jährige Nando Wüthrich bei der Polizei Basel-Landschaft an. Er arbeitete zuletzt im Eventmanagement und tritt nun in die Fussstapfen seines Vaters: Der ist ebenfalls Kantonspolizist, allerdings in Basel-Stadt. Reporter Simon Christen hat Jana Stierli und Nando Wüthrich durch ihr Jahr an der Polizeischule begleitet – und durch ihr anschliessendes Praxisjahr bei der Polizei Basel-Landschaft.

  • S2023E08 Leben mit Downsyndrom – Janusch und seine Familie

    • April 19, 2023

    Olga Jappert Vonmoos und Michael Jappert hatten keinen Anlass zur Sorge. Knapp zwei Jahre nach dem ersten erwarteten die jungen Eltern ihr zweites Kind. Kurz nach der Geburt stellte sich heraus: Janusch hat das Downsyndrom. Wegen eines Darmverschlusses verbrachte er den ersten Lebensmonat auf der Intensivstation – ein Kampf zwischen Leben und Tod. Heute geht es ihm gut, aber Arztbesuche und aufwändige Therapien bleiben ein grosses Thema. Und trotzdem: «Um nichts in der Welt möchte ich das zusätzliche Chromosom wieder hergeben», sagt Olga Jappert Vonmoos.

  • S2023E09 Autismus und Schule – (K)eine Liebesbeziehung

    • May 3, 2023

    Kinder im Autismusspektrum (ASS) nehmen die Welt anders wahr: Ihnen fehlen «Filter», um äussere Reize zu verarbeiten. Lärm im Klassenzimmer oder neue Situationen sind enorm anstrengend für sie. In der Schule «funktionierte» Nino, 12, problemlos. Zuhause liess er seinem Frust freien Lauf. Autistin Kira, 14, hingegen schrie bei Überforderung im Klassenzimmer ohrenbetäubend, was eine Integration in den Schulbetrieb unmöglich machte. Oftmals wird die Erziehungsfähigkeit der Eltern angezweifelt, wenn autistische Kinder mit dem Schulalltag überfordert sind. Um Nino zu helfen, schickten ihn seine Eltern in eine Privatschule, die sie allerdings selbst finanzieren müssen.

  • S2023E10 Der Korallengärtner – Rettungsversuch für ein Riff

    • May 17, 2023

    Früher war Ahmad Allahgholi, den alle Aki nennen, ein erfolgreicher Banker. Er lebte auf grossem Fuss und hatte wenig Zeit für sich. Nebenbei führte er die angesagte Messeturm-Bar in Basel. Doch ein Burnout zwang Aki dazu, sein Leben zu überdenken. Seit sechs Jahren pflanzt er überall auf der Welt Korallen, um dem Korallensterben entgegenzuwirken. Auf den Malediven, in Soneva Fushi, wo das ursprüngliche Riff durch eine Korallenbleiche zerstört wurde, will er mit seinem Team 50'000 Korallen ansiedeln. Reporterin Sabrina Inderbitzi hat Aki bei seinem bisher grössten Projekt begleitet.

  • S2023E11 Der Mann mit dem Vogel – Ein Schweizer Hobby-Ornithologe und seine Eule

    • May 24, 2023

    Werner Fischer, 65, und seine Eule Bubo sind ein auffälliges Duo im rätoromanischen Dorf Ftan. Besonders, wenn sie zusammen spazieren, im Dorfladen einkaufen oder wenn die beiden einen Kindergarten besuchen. Damit will Fischer den Kindern die ansässigen Wildtiere näherbringen. Sein ornithologisches Wissen nutzt er auch, um anderen Wildvögeln zu helfen. Der ausgebildete Lehrer und Bergführer hat bei sich zuhause eine kleine Greifvogel- und Eulen-Pflegestation auf die Beine gestellt. Der Kern seines unermüdlichen Engagements für Vögel ist nicht nur die Liebe zu seiner Uhu-Dame Bubo. Er möchte damit ein friedliches Miteinander zwischen Mensch und Tier fördern. Reporterin Selina Beeri hat das aussergewöhnliche Duo Werner Fischer und Uhu-Dame Bubo während dreier Monate begleitet.

  • S2023E12 Luxus-Tourismus am Urnersee – Wie eine Grüne Samih Sawiris stoppen will

    • May 31, 2023

    Anders als in Andermatt UR bläst dem ägyptischen Milliardär Samih Sawiris am Urnersee mit seinem «Marina»-Projekt eine steife Brise entgegen. Die Pläne einer künstlichen Bucht mit Bootsanlegestelle, einem Hotel mit 50 Zimmern und 100 Apartments an der Isleten wollen einige versenkt sehen. Kopf des Widerstands ist die Präsidentin der Grünen Uri, Eveline Lüönd. Finanziell und organisatorisch unterlegen, kämpft die Urner Berglerin gegen den Luxus-Tourismus des ägyptischen Investors.

  • S2023E13 Aufstieg ohne Schulabschluss – Wandel eines missverstandenen Teenagers

    • June 14, 2023

    Heute, mit 28 Jahren, schaut John auf diese Zeit zurück. «Sowohl in der Schule als auch daheim fühlte ich mich fremdbestimmt. Alle übten Druck auf mich aus», sagt der heute 28-jährige John Bürki rückblickend auf seine Zeit in der Sekundarschule im aargauischen Birr. Sein streng gläubiger Stiefvater versuchte es zuerst mit gutem Zureden, später mit Schlägen. Nachdem der Jugendliche nach einer Sachbeschädigung, Drogenkonsum sowie weiteren Vorkommnissen erwischt wurde, verwies man ihn von der Schule. Ohne Abschluss begann für den damals 16-Jährigen eine Zeit ohne Orientierung. Als er die Rekrutenschule absolvierte, erwachte der junge Mann. Er entschloss sich, für sein Leben die Verantwortung zu übernehmen. Reporter Hanspeter Bäni begleitete John bereits 2011 durchs letzte Schuljahr und ging nun der Frage nach, was aus dem ehemaligen Schulversager geworden ist.

  • S2023E14 Wohncontainer für die Ukraine – Mit dieser Idee will ein Schweizer helfen

    • June 21, 2023

    Zuerst hatte Andreas Seiz, Eigentümer einer Holzbaufirma im Zürcherischen Buchs, wie viele andere Geld gespendet für die ukrainischen Kriegsopfer. Doch als er von 28 Wohncontainern hörte, die die Asyl-Organisation Zürich nicht mehr weiternutzen konnte, kam ihm eine Idee: Wieso nicht diese Container in die Ukraine bringen und dort aufbauen – für Menschen, die ihr Dach über dem Kopf verloren haben? Für dieses Projekt konnte er auch Yullia Petermann gewinnen, eine seit Jahren in der Schweiz lebende ukrainische Psychologin. Hilfswerksvertretende sagen, Private sollen besser ihr Geld spenden, statt selbst solche Projekte umzusetzen. Doch Andreas Seiz zeigte sich von Anfang überzeugt von seiner Idee. Die Reporter Peter Balzli und Christof Franzen haben die Realisierung dieses privaten Hilfsprojektes beobachtet und begleitet.

  • S2023E15 Integrative Schule – Lehrpersonen stossen an ihre Grenzen

    • August 30, 2023

    Seit 2011 sollen möglichst alle Kinder in der öffentlichen Schule integriert werden. Basel-Stadt nimmt eine Vorreiterrolle ein. Die Auswirkungen dieses Systems zeigen sich gut in Kleinbasel: Lernstarke Kinder treffen auf bildungsferne Schülerinnen und Schüler. Kinder mit Diagnosen brauchen Sonderprogramme. Die Lehrkräfte sind gefordert. Sandra Maître, Markus Harzenmoser und Corina Büsch sind Primarlehrerinnen und -lehrer in den Schulhäusern Thomas Platter und Wettstein. Sie sind erschöpft und zweifeln, ob sie mit den bestehenden Mitteln die Schule für alle schaffen. «SRF Reporter» zeigt ihr Dilemma: Alle zu integrieren, ohne sich dabei selbst zu verlieren.

  • S2023E16 Jung und kriminell – Wie gelingt der Weg aus der Kriminalität?

    • September 13, 2023

    Ilias Schoris Strafregisterauszug ist lang: Hausfriedensbruch, Drohung, Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sachbeschädigung, Raub, banden- und gewerbsmässiger Diebstahl. Noch länger ist die Liste der Institutionen und Pflegefamilien, in denen der heute 30-jährige Schori seine Jugend verbrachte. «Reporter» taucht ein in Ilias Schoris Alltag in der Jugendkriminalität, aus dem er für den Verein «Gefangene helfen Jugendlichen» in Schulen und Heimen erzählt. Dabei holt Schori seine Vergangenheit ein: Die Trauer über seine verlorene Kindheit, Schuld- und Schamgefühle seinen Opfern gegenüber übermannen ihn. Mehr zum Thema gibt es hier: https://www.srf.ch/audio/input/vom-einbrecher-zum-buenzli-ex-haeftling-klaert-ueber-jugendkriminalitaet-auf?id=12452073

  • S2023E17 Die Frauenfussball-Chefin – Tatjana Haennis neues Leben in New York

    • September 17, 2023

    Sie war Schweizer Nationalspielerin, leitete während achtzehn Jahren die Frauenfussball-Abteilung im Weltfussballverband FIFA und amtete zuletzt für vier Jahre als Direktorin Frauenfussball im Schweizerischen Fussballverband. Die gebürtige Bernerin ist die Funktionärin mit der grössten Erfahrung, den besten Kontakten, den mutigsten Ideen. In den USA warten weitaus grössere Aufgaben. Den neuen Job geht Haenni offen und zuversichtlich an, aber nicht frei von Zweifeln. Auch, weil sie ihr gewohntes Umfeld, Familie, Freundinnen und Freunde verlässt, um allein in New York ein neues Leben zu beginnen.

  • S2023E18 Olma in finanzieller Not - Direktorin auf Rettungsmission

    • October 11, 2023

    In der Bergregion Wildhaus aufgewachsen, bezeichnet sich Messedirektorin Christine Bolt als urban und wirtschaftlich-denkende Frau mit den Füssen im Kuhfladen. Bodenständig und offen geht sie auch durch die schweren Zeiten. Doch die Krise nimmt kein Ende. Die 47-jährige Direktorin ist gefordert. Sie lässt keine Möglichkeit offen, «ihre» Olma gut zu verkaufen. Das anspruchslose Bratwurst-Image gehöre zwar zur Messe. Aber man müsse auch grösser, weiter und moderner denken. Mit deutlichen Worten und hohem Tempo geht sie voraus, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

  • S2023E19 Wenn der Traum vom PET-Recycling zum Albtraum wird – Ein Schweizer in Ghana

    • October 25, 2023

    Jeffrey Provencal, 36, führt das erste PET-Recycling-Unternehmen in Ghana. Rund 3000 Sammlerinnen und Sammler tragen in der prallen Hitze Plastikflaschen zusammen, die sich überall im Land zu Bergen türmen. Vor ihm war PET-Recycling in Ghana sozusagen inexistent. Sämtliche Flaschen landeten am Strassenrand, im Meer oder wurden verbrannt. Dies zu ändern, verlangt dem Jungunternehmer alles ab. Reporter Stephan Rathgeb begleitet ihn durch Höhen und Tiefen: von Lastwagen, die den Geist aufgeben, sowie braune und grüne PET-Flaschen, die recyclet plötzlich niemand mehr will.

  • S2023E20 Eine Reise mit Erich von Däniken – Den Ausserirdischen auf der Spur

    • November 8, 2023

    Der Schweizer Autor ist bis heute erfolgreich, obwohl seine Hypothesen vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als nicht mal diskussionswürdig erscheinen. Er ist sich sicher: «Wissenschaft und Medien trauen sich nicht die Wahrheit auszusprechen». Für Filmemacher Leins eine Herausforderung. Mit mittlerweile 88 Jahren tourt Erich von Däniken noch immer durch die Welt und füllt ganze Säle mit seinen Vorträgen. Wie lässt sich der Erfolg des Schweizers und seine Anziehungskraft auf seine Fans, trotz aller Kritik, erklären? Mit welchen Methoden fesselt Erich von Däniken seine Fans und Leser?

  • S2023E21 Fachkräftemangel in Afrika – Schweizerin bringt Berufsbildung nach Ruanda

    • November 15, 2023

    Auch eine Generation nach dem Genozid, bei dem Mitte Neunziger rund eine Million Menschen getötet wurden, sind die Folgen noch spürbar. So fehlen dem Land heute nicht nur Fachkräfte, sondern auch Ausbildnerinnen und Ausbildner. Hier setzt Jackie Helfenbergers Hilfsprojekt an: Sie bringt Know-how aus der Schweiz und ermöglicht jungen Menschen aus Ruanda eine Ausbildung umsonst. Reporter Pascal Nufer begleitet die Schweizerin zur Diplomfeier der ersten 120 Absolventinnen ihrer Schule. Mit dabei ist auch eine Gruppe junger Bäckerinnen aus der Schweiz, die ihre Brotbackkünste an lokale Berufskolleginnen weitergeben wollen.

  • S2023E22 Solaranlage in den Alpen – Schweizer Pionier kämpft gegen Energiekrise

    • November 29, 2023

    Er glaubt an eine Lösung für die drohende Energiekrise: Renato Jordan will mit über zwanzigtausend Solarpanels in Form von Bäumen den dringlich benötigten Winterstrom produzieren. Seit Jahren tüftelt der pensionierte Lehrer an einer Solarlösung auf seiner Alp, ein Erbstück, auf 2000 Meter über Meer. Der saubere Bergstrom aus dem Wallis ist Renato Jordans grosser Traum, doch der Widerstand gegen das Projekt mehrt sich – Landschaftsschützer sehen darin eine Verschandelung der Bergwelt. «SRF Reporter» porträtiert den Walliser im Spannungsfeld zwischen Landschaftsschutz und Energiewende.

  • S2023E23 Lobbyieren im Bundeshaus – Wie wird man Bundesrat?

    • December 13, 2023

    Eine erfolgreiche Bundesratskandidatur wird Monate im Voraus geplant. Nicht nur der Zeitpunkt der Lancierung wird dabei mit anderen Kandidatinnen und der eigenen Partei abgesprochen. Wer Bundesrätin oder Bundesrat werden will, braucht ein Team aus befreundeten Politikerinnen und Medienprofis, die im Parlament und in den Medien ein gutes Wort einlegen. Kein Schritt wird dabei dem Zufall überlassen: An Anlässen und Aperos schaffen Bundesrats-Anwärter Nähe zum Parlament, in Meetings wird die Medien-Berichterstattung analysiert und Kommunikations-Strategien entworfen. «Reporter» begleitet die Top-Kandidaten für die Nachfolge von Alain Berset mit der Kamera und blickt hinter die Kulissen der Bundesratswahl.

Season 2024

  • S2024E01 Hindu-Priester in der Schweiz – Spagat zwischen Integration und Tradition

    • January 10, 2024

    Rund 60’000 Tamilinnen und Tamilen leben in der Schweiz. Die meisten streben nach Integration, wollen aber dennoch nach hinduistischer Tradition Leben und Sterben. Einer, der zwischen den beiden Welten vermittelt: Sasikumar. Der gelernte Koch führt ein Restaurant und leitet den hinduistischen Reform-Tempel im Haus der Religionen in Bern. Eines seiner Anliegen: Wasserbestattungen. Für die Hindus heilig, in der Schweiz verboten. Sasikumar will dies ändern.

  • S2024E02 Russische Kriegsgegner in der Schweiz – Widerstand gegen die Wehrpflicht

    • January 17, 2024

    In der Schweiz ein neues Leben aufzubauen, ist für Wehrdienstverweigerer aus Russland schwierig. «Reporter» begleitet die Ärztin Jekaterina Sinitsa und den Ökonomen Alexander Euler, die auf ihren definitiven Asylentscheid warten. Den Dienst in der russischen Armee zu verweigern, ist bisher kein Grund, in der Schweiz Asyl zu bekommen. Aus Sicht der Schweizer Behörden ist unklar, welche Strafe den Fahnenflüchtigen in Russland drohen würde. Für Hochqualifizierte wie Artur Grigoriev stehen an der ETH Zürich die Türen offen. In anderen Berufen sind die Hürden höher, wie Kameramann Wiktor Wolkow erfahren muss.

  • S2024E03 Lebensmittel der Zukunft – Food-Tech revolutioniert die Käseindustrie

    • January 24, 2024

    Pflanzliche Käse-Alternativen haben den Winterthurer Raffael Wohlgensinger nie überzeugt. Deshalb hat er vor fünf Jahren in Berlin sein eigenes Start-up gegründet. Sein Ziel: im Labor «echte» Milchprodukte herstellen, aber ohne Tiere. Sondern mithilfe von Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefepilzen. Mittlerweile arbeiten für die Firma des 30-Jährigen fast 100 Personen. Von Investoren erhielt er eine Rekordfinanzierung von 52 Millionen Euro. Dieses Jahr, 2024, kommen die ersten Produkte auf den Markt. Reporter Christoph Muggler begleitet seinen Schulfreund Raffael Wohlgensinger auf dem Weg dahin.

  • S2024E04 Gambias Diktatur vor Schweizer Gericht – Eine Tochter will Gerechtigkeit

    • January 31, 2024

    Der April 2016 veränderte Fatoumatta Sandengs Leben für immer: Ihr Vater, ein Oppositionspolitiker in Gambia, wurde brutal ermordet. Sein Tod führte zu Protesten und markierte das Ende der Diktatur. Fatoumatta widmet seither ihre Energie und Zeit dem Gedenken an den Vater. Als Privatklägerin ist sie auch am Prozess in Bellinzona TI gegen Ousman Sonko, einem langjährigen Minister Gambias. Kann ein Schweizer Gericht Fatoumatta Gerechtigkeit bringen? Welchen Preis zahlt sie für ihren Kampf? «Reporter» begleitet die junge Mutter ans Gericht nach Bellinzona TI und an die Orte des Verbrechens nach Gambia.

  • S2024E05 Weiterleben in Putins Russland – Ein Schweizer in Sibirien

    • February 7, 2024

    Es war die Erfüllung eines Buben-Traums: 2016 fuhr Lukas Achermann von Luzern bis zum Baikalsee in Ostsibirien. Sein Ziel war: eine Tour-Firma gründen und für westliche Klientel ausbiebige Reisen im Baikalgebiet anbieten. Covid und der Krieg durchkreuzten seine Pläne. Das Tour-Business ist kaputt. Jetzt macht Achermann Ausflüge für lokale Seniorinnen und andere Einheimische in seiner Wahlheimat Burjatien. Während der Dreharbeiten verreist auf einmal auch einer seiner besten Freunden an die Front.

  • S2024E06 Weiterleben in Putins Russland – Eine Reise am Rande der Dämmerung

    • February 14, 2024

    «Reporter» besucht einen erfolgreichen Tourismus-Unternehmer, der häufig in den Westen reist, aber Putins Krieg dennoch unterstützt und einen Neffen an der Front hat. Die Mutter eines politischen Häftlings erzählt, warum ihr Sohn seine Entscheidung, gegen den Krieg zu protestieren, trotz jahrelanger Lagerhaft bis heute nicht bereut. In Karelien trifft «Reporter» Menschen in Dörfern, die ihre Soldaten an der Front aktiv unterstützen – sich aber uneinig sind, wo die russischen Grenzen enden. Und eine junge, sehbehinderte Frau versucht mit Protestaktionen dafür zu sorgen, dass ihre Mitmenschen endlich die Dinge klarer sehen.

  • S2024E07 Alzheimer mit 56 – Das Familienleben nach der Diagnose

    • February 21, 2024

    «Ich habe nicht mehr den Partner neben mir, den ich geheiratet habe», beschreibt Nadine Haldemann, 50, die Beziehung zu ihrem Ehemann Stefan. Drei Jahre nach ihrer Heirat erhält Stefan T. Müller die Diagnose Demenz. Im Alter von 56 Jahren. Die Schock-Diagnose verändert das Leben des Paars fundamental. Stefan T. und Nadine Haldemann geben «SRF Reporter» einen intimen Einblick in ihr Leben mit der Krankheit. Eine Krankheit, die ihn in die Abhängigkeit treibt und sie zur vollständigen Übernahme der Verantwortung zwingt.

  • S2024E08 Schicksalsschlag Long Covid – Von Stillstand und Sehnsucht

    • March 13, 2024

    «Wir lassen niemanden hängen», war das Versprechen des Bundesrats während der Pandemie. Ausgerechnet die Menschen, die das Virus mit aller Härte getroffen hat, fühlen sich nun aber im Stich gelassen: Menschen, die bis heute an der postviralen Krankheit Long Covid leiden, die in schweren Fällen in die neuroimmunologische Krankheit ME/CFS mündet. SRF «Reporter» trifft Betroffene vier Jahre nach Ausbruch der Pandemie. Eine Bestandesaufnahme.

  • S2024E09 Wiederaufstieg eines Unternehmers – Mit fairem Bio-Kaffee zum Erfolg?

    • March 20, 2024

    Fox Hardegger, 54, ist ein unerschütterlicher Optimist. Auch wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht, sieht er noch lauter Chancen. Er und seine Frau haben eine Kaffeerösterei eröffnet. Der Start ist gelungen, dann wurde es schwierig: wegen Corona. Reporter Simon Christen hat ihn drei Jahre lang begleitet, um herauszufinden, ob er es ein drittes Mal nach oben schafft.

  • S2024E10 Der Wunderheiler – Energietherapie als Ergänzung zur Schulmedizin?

    • April 17, 2024

    «Extraktion von pathologischer Information», kurz EPI – so nennt sich die Heilmethode, die Hannes Jacob erfunden hat. Zwei kurze Behandlungen, wenige Tage nacheinander, sollen in der Regel reichen für eine Verbesserung oder die Genesung. In der Romandie hat der gebürtige Appenzeller damit grossen Erfolg. In der Deutschschweiz kennt man ihn dagegen noch kaum. Schulmedizinische Offenheit gegenüber seiner Methode ist selten, Desinteresse bis Ablehnung die Regel. Dabei wünscht sich Hannes Jacob nichts mehr, als mit der Wissenschaft in einen Austausch zu kommen. Reporter Simon Christen begleitet den «Wunderheiler» in seiner Arbeit.

  • S2024E11 Männer in Bewegung – Auf der Suche nach einer neuen Männlichkeit

    • April 24, 2024

    Mario Meier aus Solothurn coacht Männer auf dem Weg zu einer achtsamen und bewussten Männlichkeit. Er nennt es den «Mann der neuen Zeit». Mit Übungen wie Seilziehen im Regen oder blind durch den Wald tappen, lernen Männer, männliche und weibliche Energien bestmöglich zu kombinieren. Der Zürcher Männercoach Arsim Muslija schlägt kritischere Töne an. Bei ihm lernen Männer, wieder selbstbewusster durchs Leben zu gehen. Er sagt, viele Männer seien heute verweichlicht. Männliche Eigenschaften wie Direktheit oder Stärke würden heute zu wenig geschätzt.

  • S2024E12 Armut im Lakota-Reservat – Schweizerin kämpft für eine bessere Zukunft

    • May 1, 2024

    Im Pine Ridge Reservat – auf dem Land ihres mittlerweile verstorbenen Mannes Bob – hat Isabel Stadnick vor Jahren eine Waldorfschule gegründet. Heute ist diese ein wichtiges Zentrum für die Kinder der Lakota, die hier gratis Schulbildung erhalten. Das Leben im Reservat ist hart: Suizide, Diabetes, Alkohol, Drogenmissbrauch und häusliche Gewalt gehören zum Alltag. Isabel und ihre Töchter kämpfen seit Jahren unermüdlich gegen dieses Elend an.

  • S2024E13 Autismus bei Erwachsenen – Woran Betroffene in der Arbeitswelt leiden

    • May 8, 2024

    Das Gefühl, anders zu sein als die anderen, begleitet Stephanie, seit sie sich erinnern kann. Sie bemühte sich als Kind und Jugendliche mit allen Kräften, «normal» zu wirken. Erst ein Burnout im Erwachsenenalter und die darauffolgende Diagnose Autismusspektrumsstörung führten der Art Directorin vor Augen, woher ihr Anderssein rührt. Heute kann die 28-Jährige klar formulieren, was sie von ihren Arbeitgebenden für Bedingungen braucht, um ihr Potenzial zu entfalten. «Reporter» porträtiert Menschen im Autismusspektrum und zeigt, welche Aspekte der Arbeitswelt Stress auslösen.

  • S2024E14 Machtmissbrauch in der Oper – Sängerinnen erheben ihre Stimme

    • May 22, 2024

    «Mach‘ deinen Job und schweig», hat man Opernsängerin Marion Ammann zu Karrierebeginn geraten. Und Regula Mühlemann, der Star am Schweizer Opernhimmel, sagt: «In der Branche herrscht ein Machtgefälle. Das birgt die Gefahr, dass die Leute auf der unteren Stufe sich nicht wehren.» Auch Marysol Schalit hat in ihrer internationalen Karriere mehrfach sexistische und verbale Grenzüberschreitungen erlebt. «Der Verhaltenskodex in den Theatern ist mehrheitlich Alibi», sagt die preisgekrönte Sopranistin. Die Bernerin erzählt von einer Welt abseits der Scheinwerfer und dem Mut, für sich einzustehen.

  • S2024E15 Musizierende brechen ein Tabu – Karriere auf Kosten der Gesundheit

    • May 29, 2024

    Anaïs Chens Finger machen nicht mehr mit. Jahrelang ging bei der Schweizer Violinistin alles gut. Doch nun steht die Karriere der international renommierten Künstlerin für Alte Musik auf dem Spiel. Sie leidet unter einer fokalen Dystonie, dem Musikerkrampf. Gegenüber SRF «Reporter» bricht sie ein Tabu und zeigt ungeschönt, was es bedeutet, wenn bei einer Profi-Musikerin die Gesundheit nicht mehr mitspielt. Wird sie es schaffen, auf die Bühne zurückzukehren? «SRF Reporter» begleitet die 43-Jährige auf ihrem Weg zwischen Diagnose und Karriere.

  • S2024E16 Lobbying im Bundeshaus – Hinter den Kulissen der Schweizer Politik

    • June 12, 2024

    Sie trinken mit Politikern Kaffee, warten in der Wandelhalle, laden über Mittag in die Restaurants rund ums Bundeshaus ein: Eine grosse Schar von Lobbyisten umschwärmt in Bundesbern die gewählten Parlamentarierinnen. Etwa die Agentur von Fabienne Thomas: Die Expertin für erneuerbare Energien berät Politikerinnen im Sinne ihres Verbandes zum Stromgesetz. Äusserst erfolgreich vermittelt sie einen Kompromiss zwischen allen Parteien für das neue Gesetz. Umso erstaunter ist sie, als plötzlich ein unbekannter Polit-Aktivist das Referendum ankündet. Nun muss Fabienne Thomas in den Abstimmungskampf. Ein ungefilterter Blick hinter die Kulissen der Schweizer Demokratie und auf die Rolle von Lobbyistinnen und Lobbyisten im Bundeshaus.

  • S2024E17 Bildung im Wandel – Lehrer will die Schule auf den Kopf stellen

    • August 21, 2024

    Nils und Hanna Landolt sind überzeugt, dass Kinder freier und selbstbestimmter lernen sollten, als das in der Volksschule der Fall ist. Deshalb haben sie in Mollis GL eine Privatschule gegründet. Doch die Finanzen sind knapp und Nils Landolt nimmt einen Job als Klassenlehrer in Wald ZH an. Auch an der Volksschule will er ohne Noten und ohne Fächer unterrichten. Das Wagnis löst heftige Reaktionen aus. Die Eltern wehren sich gegen Landolt und schliesslich wird sein Vertrag aufgelöst. Doch Landolt macht immer weiter und unternimmt im Kanton Glarus einen politischen Vorstoss für den Schulwandel.

  • S2024E18 Flüchtlinge aus der Ukraine – Wie weiter mit dem Schutzstatus?

    • August 28, 2024

    «Reporter» trifft Frauen und Männer aus der Ukraine, die zwischen Bangen und Hoffen auf diesen Entscheid warten. Der Schutzstatus S bietet den Schutzsuchenden im Vergleich zu Flüchtlingen anderer Länder gewichtige Vorteile. So haben die Menschen aus der Ukraine unter anderem schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt und sie dürfen ohne Reisebewilligung ins Ausland reisen und wieder in die Schweiz zurückkehren. Inzwischen wird aber auch Kritik laut. Diese Privilegien würden missbraucht, nicht alle würden wirklich den Schutz der Schweiz brauchen und der Anteil derjenigen, die tatsächlich arbeiten, sei zu gering.

  • S2024E19 Mit Bitcoin reich geworden – So lebt es sich als Millionär

    • September 9, 2024

    Der 48-jährige Niklas Nikolajsen zeigt seinen Reichtum gerne. Der Softwareingenieur habe hart dafür gearbeitet und das erste Krypto-Handelsunternehmen in Zug gegründet: Bitcoin Suisse. Das Magazin «Bilanz» zählt ihn zu den 300 reichsten Schweizern. Nikolajsen provoziert gerne. Er veranstaltet Feuerwerke und wirft in seiner Heimat Dänemark Geld zum Fenster raus. Der Bitcoin-Millionär setzt auch auf bewährte Werte. Am Zugersee hat er den denkmalgeschützten St. Karlshof umgebaut – und sich damit ein eigenes Denkmal gesetzt. Reporter Harry Stitzel begleitete den Mann, der die Freiheit liebt und den Staat eher weniger.

  • S2024E20 Der Traum von den Paralympics – Schweizer will Ghanaer werden

    • September 18, 2024

    Obwohl ihm der rechte Unterschenkel nach einem Unfall amputiert wird, steht Patrik Ifanger mit beiden Beinen im Leben. Er hat sich zum Ziel gesetzt, als Bahn-Radfahrer an den Paralympics in Paris starten. Dafür tut er alles – sogar eine neue Staatsbürgerschaft will er beantragen. Das westafrikanische Land Ghana könnte ihm die Teilnahme ermöglichen. Was fehlt, ist der Pass. Ein Jahr vor den Paralympics reist Patrik Ifanger in seine hoffentlich neue Heimat, um den Prozess zu beschleunigen. Gleichzeitig sucht er Sponsoren und trainiert, als ob er den Pass schon hätte. Doch es wird knapp für Paris 2024. Ein Weg mit vielen Herausforderungen. Reporterin Katharina Deuber hat ihn während eineinhalb Jahren dabei begleitet.

  • S2024E21 Trauer um Sternenkind – Leben nach einer Stillgeburt

    • September 25, 2024

    Das eigene Kind nie kennengelernt zu haben, ist für die betroffenen Eltern vielleicht der schlimmste, denkbare Verlust. Sarah und Phil haben Lennard kurz vor dem Geburtstermin verloren, ihnen geht es jetzt ums Erinnern und nicht ums Vergessen. Reporter darf die Familie auf ihrem Weg der Bewältigung zwei Jahre lang begleiten und geht der Frage nach, was bleibt, wenn ein Kind kurz vor der Geburt stirbt.

  • S2024E22 US-Wahlen 2024 – Wie Trump meine Swiss-American Family spaltet

    • November 1, 2024

    Die USA sind politisch gespalten und dieser Riss geht durch viele Familien. Auch durch die Grossfamilie von SRF-Reporterin Kathrin Winzenried: Die Positionen reichen von «far right» bis «left wing». Beim Besuch mit der Kamera gilt deshalb eine klare Regel: keine Diskussion über Politik an einem Tisch mit allen Beteiligten. Diskutiert wird in diesem Film trotzdem sehr viel – und der Eklat ist unvermeidlich. Doch wie Familie Winzenried mit diesem Konflikt umgeht, zeigt wohl den entscheidenden Unterschied zum Rest der Gesellschaft: Politische Meinungen sind das eine. Die Gemeinschaft der Familie lässt sich dadurch aber nicht sprengen.

  • S2024E23 Auswandern nach Russland – Ein Paar wagt den Neuanfang

    • November 20, 2024

    Ein Haus mit viel Land, Touristen empfangen, Landwirtschaft betreiben oder online für Schweizer Firmen arbeiten. Das Berner Paar hat Ideen für das Leben in Sibirien. Drei Monate lang suchen sie nach dem besten Ort. Vor allem in der Baikalsee-Region nahe der Grenze zur Mongolei. Die Menschen hätten Freude, dass sie da seien, sagen sie. Doch das Prozedere für die Aufenthaltsbewilligung wird erschwert und zunehmend an politische Bedingungen geknüpft. Der Krieg in der Ukraine ist präsent: Plakate werben für den Kriegsdienst; auf Friedhöfen wehen russische Fahnen auf den Gräbern der Gefallenen.

  • S2024E24 Eine Auszeit vom Sterben – Wie ein Kinderhospiz die Eltern entlastet

    • December 18, 2024

    «Stella spricht nicht gerne über den Tod, sie will leben und das Leben geniessen», erzählt Sarah Weishaupt über ihre zehnjährige Tochter. Für ihre Eltern indes ist Stellas nahender Tod eine unumstössliche Realität: Rund um die Uhr muss Stella betreut werden. Auch für die Eltern von Xenia – neun Jahre alt – steht die Lebensqualität ihrer Tochter im Zentrum: «Wir sind glücklich, wenn Xenia glücklich ist.» Doch auch sie sind erschöpft. Im Kinderhospiz wird Xenia gut betreut und die Eltern können derweil in den Ferien Kraft für die Betreuung ihrer todkranken Tochter schöpfen.

Season 2025

  • S2025E01 Heiraten mit Beeinträchtigung – Eine jüdische Traumhochzeit

    • January 22, 2025

    Damit sie ihre Hochzeit feiern können, muss das beeinträchtigte Paar einige Hürden bewältigen. Lange habe sie mit ihrem Wunsch zu heiraten, niemand richtig ernst genommen, sagen sie. Als sie konkrete Hochzeitspläne schmieden, können sie nicht allein entscheiden. Das Wohnheim, ihre Familien und Beistände sprechen mit. Nicht alle halten sie für urteilsfähig genug für eine Heirat. Ein psychiatrisches Gutachten erklärt sie schliesslich für urteils- und damit ehefähig. Nach der zivilen Trauung gibt ihnen auch der Rabbiner nach mehreren Gesprächen seinen Segen. Reporterin Corinne Naef hat das Paar bis zum Hochzeitsfest begleitet.

  • S2025E02 Von Verlust und Neuanfang – Weiterleben nach dem Erdbeben in der Türkei

    • January 29, 2025

    Mindestens 60'000 Menschen sollen dem schweren Erdbeben am 6. Januar 2023 im Südosten der Türkei zum Opfer gefallen sein. Auch Aliye Gül verliert ihren Mann, der in den Trümmern der gemeinsamen Wohnung stirbt. Für Aliye und ihre gesamte Familie in der Schweiz ist es ein schwerer Schicksalsschlag. Doch die Thurgauerin gibt nicht auf und versucht den Neuanfang: für sich selbst und ihre Familienangehörigen, die ebenso schwerere Verluste erleiden mussten. Und sie hilft mit eigenen Mitteln aber auch mit Spendengeldern aus der Schweiz, um die notleidende Bevölkerung im Erdbebengebiet zu unterstützen.

  • S2025E03 Proteste und Widerstand in Georgien – Eine Schweizerin in der Konfliktzone

    • February 12, 2025

    Seit bald zwanzig Jahren führt Barbara Gimelli Sulashvili ein sehr aktives Leben in Georgien. Ehefrau, Mutter, Lehrerin an einer Steiner Schule und Besitzerin eines biologischen Landwirtschaftsbetriebs. Die Bernerin ist Mitglied des Stadtparlaments von Tiflis. Zurzeit ist sie aber vor allem Aktivistin. Auf der Strasse fordern sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter Neuwahlen, ein Ende der Polizeigewalt und die Befreiung politischer Gefangener. Die autoritäre Regierung heble die Gewaltentrennung aus. Die Oppositionellen fürchten um Georgiens Weg in die EU. Das Land könnte weiter unter den Einfluss Russlands geraten.

  • S2025E04 Landwirtinnen am Anschlag – Bauernberuf in Zeiten des Hofsterbens

    • March 12, 2025

    Die Bäuerinnen Sophie Bührer und Sarah Dähler haben beide den Hof ihrer Väter übernommen. Sie mussten seither finanzieller Druck und unerwartete Ereignisse aushalten. Reporterin Désirée Ottiger begleitet die beiden und zeigt auf, wie viel Arbeit der Bauernberuf wirklich mit sich bringt. Sarah Dähler, 38, führt einen Bio-Gemüsebetrieb in Seftigen, Bern. Regen und Hagel haben ihr zweimal die gesamte Ernte zerstört. Zudem ist ihre Schulter kaputt. Sie kann nicht mehr körperlich arbeiten. Wird sie operieren und damit verbunden die ganze Arbeit delegieren? Auf Sophie Bührers Betrieb in Bibern, Schaffhausen, hingegen sterben die Kühe weg. Der Betrieb produziert dadurch viel weniger Milch – ein Fakt, der ein riesiges Loch ins Budget reisst. Lohnt es sich noch? Zudem muss die 25-Jährige privat ein trauriges Ereignis verkraften. Ihr Kind stirbt kurz nach der Geburt.

  • S2025E05 Brände in L.A. – Ein Schweizer Ex-Model und das Wunder in der Jurte

    • March 19, 2025

    Alexander von Glasow, ein Schweizer Ex-Model und ehemaliger Skateboard-Europameister, kehrt dem Jetset den Rücken und lebt als Hippie in einer Jurte in den Malibu Hills. Nachdem die verheerenden Brände in L.A. alles zerstören, bleibt seine Jurte wie durch ein Wunder unversehrt. Das Feuer bestärkt ihn, zu bleiben. Er startet ein neues Kapitel und will in der Wildnis von Malibu ein nachhaltiges Pferde-Business aufbauen.

  • S2025E06 Vom Manager zum Käser – Neubeginn als Lehrling

    • April 16, 2025

    Er hätte einfach so weitermachen können: Lukas Bucheli machte international Karriere als Marketing-Manager und verdiente gut. Aber vollends glücklich machte ihn das nicht. Er wollte etwas Eigenes aufbauen und beweisen, dass er auch als Unternehmer besteht. Nach vielen Berufsjahren in der Lebensmittelbranche glaubte er, eine Marktlücke gefunden zu haben: Mozzarella und Burrata. Sein Plan: eine Lehre als Milchtechnologe machen, eine Firma gründen, tüfteln, Kredit aufnehmen, Mitarbeitende einstellen – und raus auf den Markt. Ein Plan, der auch seiner fünfköpfigen Familie einiges abverlangt.

  • S2025E07 Frauen auf dem Bau – Die Lösung für den Fachkräftemangel?

    • April 23, 2025

    Als Milena Frühauf ihren Eltern mitteilte, dass sie Strassenbauerin werden will, fielen diese aus allen Wolken. Bauberufe stehen auf der Wunschliste vieler Eltern nicht gerade weit oben. Noch grösser die Irritation, wenn es die eigene Tochter ist, die auf den Bau will. Mit einem Frauenanteil von 11,9 Prozent sind Bauberufe eine Männerdomäne. In dieser bewegt sich auch Marlise Hofmann seit vielen Jahren, sie ist Baumaschinenführerin und hat eine kleine Tochter. Reporterin Christa Ulli über zwei Frauen, die alles andere als Mainstream sind aber in ihrem Beruf nichts Besonderes sehen.

  • S2025E08 Missbrauch in der katholischen Kirche – Die Opfer des Herrn Pfarrer (Teil 1)

    • April 30, 2025

    Als Zehnjährige wurde Vreni Peterer nach dem Religionsunterricht von «ihrem» Pfarrer vergewaltigt. Nach der Tat schwieg sie über 50 Jahre lang. Denn der Täter hatte ihr gedroht: «Wenn du etwas erzählst, dann holt dich der Teufel.» Angst, Scham- und Schuldgefühle liessen Vreni Peterer verstummen. Was richten sexueller und spiritueller Missbrauch mit Kinderseelen an? Vreni Peterer und andere Betroffene erzählen, wie sie die Mauer des Schweigens durchbrechen und das Erlebte Schritt für Schritt aufarbeiten konnten.

  • S2025E09 Missbrauch in der katholischen Kirche – Das lange Schweigen der Opfer (Teil 2)

    • May 7, 2025

    «Ein Pfarrer, ein Lehrer und ein Gemeindepräsident machen so etwas nicht» – das war die Standardaussage, wenn Übergriffe von Geistlichen in den Pfarreien ruchbar wurden. So wagten es betroffene Kinder nicht mehr, von den Missbräuchen durch Geistliche zu berichten. Doch nicht nur das: Nicht selten hatten Bischöfe Kenntnis von Übergriffen. Doch statt Opfer zu schützen, vertuschten die Kirchenoberen die Taten und versetzten übergriffige Pfarrer in andere Bistümer in der Hoffnung, dass die Missbräuche bald in Vergessenheit gerieten.

  • S2025E10 Flavias Weg aus der Magersucht – Die kranke Stimme der Anorexie (Teil 1)

    • May 21, 2025

    Flavia Maier erkrankte mit 15 – sie wollte beliebter, interessanter, einfach anders werden. Die Magersucht versprach dem Teenager einfache Lösungen für komplexe Probleme. Sie hungerte sich in ein massives Untergewicht, pendelte zwischen Spitälern und Kliniken – so lange, bis die Ärzte Flavias Eltern vor die Entscheidung stellten: Entweder ihre 22-jährige Tochter wird mit einer Magensonde ernährt, oder sie wird auf die Palliativstation verlegt, um zu sterben. Nicht nur Betroffene und Angehörige sind mit der Krankheit überfordert, sondern auch Ärztinnen und Ärzte.

  • S2025E11 Flavias Weg aus der Magersucht – Weiterleben nach der Essstörung (Teil 2)

    • May 28, 2025

    Magersucht hat eine der höchsten Sterblichkeitsraten aller psychischen Krankheiten. Auch Flavia Maier, 27, überlebte die Anorexie nur mit viel Glück und dank ihrem Umfeld, das mit ihr gegen die Krankheit kämpfte. Mit Essstörungen sind nicht nur Betroffene und deren Umfeld, sondern auch Fachleute überfordert. Nach zwölf Jahren hat Flavia heute ihr Normalgewicht erreicht. «Reporter» begleitete die junge Frau fünf Jahre auf dem Weg aus der Essstörung zurück in ein normales Leben.

  • S2025E12 Bergsturz in den Alpen – Einer Naturkatastrophe ausgesetzt

    • June 11, 2025

    Acht Jahre nach dem Bergsturz in Bondo GR werfen wir einen Blick zurück – und nach vorn. Wie haben die Menschen in Bondo GR diese Zeit erlebt? Was hat sich verändert? Und wie stark ist heute ihre Solidarität mit den Betroffenen in Blatten VS? Ende Juni 2025 werden in Bondo GR die neuen Schutzanlagen fertig: Auffangbecken, Schutzmauern, technische Sicherheitseinrichtungen. Sie stehen sinnbildlich für die Kraft des Wiederaufbaus – und wie Menschen in den Bergen mit den Naturgewalten leben.

  • S2025E13 Muss sich die Schweiz vor Russland fürchten – Patriotismus und Aufrüstung (Teil 1)

    • June 18, 2025

    «Reporter» ist unterwegs in Russland. Und trifft ein Land im Kriegsmodus, in dem seit Jahren eine Militarisierung der Gesellschaft, insbesondere der Jugend, betrieben wird. Begriffe wie Dienst am Vaterland, Heimat verteidigen oder Patriotismus sind weit verbreitet. Stark propagandiert durch die staatlichen Institutionen wie Medien oder Schulen. Aber auch gesellschaftlich verankert. Militärhistoriker sprechen von einer «heroischen Gesellschaft». «Reporter» ist dabei bei einer militärischen Schülerparade, im Museum des Sieges, wo der Kampf gegen Hitlerdeutschland gleich gesetzt wird mit dem Angriffskrieg in der Ukraine oder in einem Trainingscamp, das Freiwillige fit machen will für den Dritten Weltkrieg. Bilder, wie man sie nur mehr selten sieht, aus Russland. Dann fragt «Reporter» in der Schweiz nach: Müssen wir uns vor diesem Russland fürchten? Angehende Rekruten zeigen dabei überraschend viel Vertrauen in die Neutralität. Eine Neutralität, die auch in Zusammenhang mit Russland wieder

  • S2025E14 Muss sich die Schweiz vor Russland fürchten – Wie fühlt sich die Gefahr an? (Teil 2)

    • June 25, 2025

    «Reporter» ist unterwegs in Russland. Und trifft ein Land im Kriegsmodus, in dem seit Jahren eine Militarisierung der Gesellschaft, insbesondere der Jugend, betrieben wird. Begriffe wie Dienst am Vaterland, Heimat verteidigen oder Patriotismus sind weit verbreitet. Stark propagandiert durch die staatlichen Institutionen wie Medien oder Schulen. Aber auch gesellschaftlich verankert. Militärhistoriker sprechen von einer «heroischen Gesellschaft». «Reporter» ist dabei bei einer militärischen Schülerparade, im Museum des Sieges, wo der Kampf gegen Hitlerdeutschland gleich gesetzt wird mit dem Angriffskrieg in der Ukraine oder in einem Trainingscamp, das Freiwillige fit machen will für den Dritten Weltkrieg. Bilder, wie man sie nur mehr selten sieht, aus Russland. Dann fragt «Reporter» in der Schweiz nach: Müssen wir uns vor diesem Russland fürchten? Angehende Rekruten zeigen dabei überraschend viel Vertrauen in die Neutralität. Eine Neutralität, die auch in Zusammenhang mit Russland wieder

  • S2025E15 Bergsturz in Brienz – Eine Bauernfamilie bangt um ihre Heimat

    • August 20, 2025

    Anfang Mai 2019 erfahren Bonifazis, dass ihrem Dorf die Evakuierung droht. Der instabile Fels oberhalb des Dorfes könnte jederzeit in Bewegung geraten, während darunter das Plateau, auf dem das Dorf steht, ebenfalls abrutscht. Seitdem erleben die Bonifazis eine emotionale Achterbahnfahrt: Evakuierung, Rückkehr, neue Evakuierung – begleitet von Frust und Zweckoptimismus. Trotz des Bergsturzes 2023, der das Dorf nur knapp verschonte, bleibt die Frage offen: Hat Brienz eine Zukunft? Oder ist es längst eine verlorene Heimat? Reporter Simon Joller begleitet die Bonifazis seit über sechs Jahren, eine Familie, die seit Menschengedenken ihre Heimat in Brienz GR hat.

  • S2025E16 Pensioniert und weg – Vom Sinnsuchen im Rentnerleben

    • August 27, 2025

    «Ich muss mich gegen das Gefühl wehren, nicht mehr gebraucht zu werden», sagt der ehemalige, langjährige SRF-Dokumentarfilmer Hanspeter Bäni. Mit seiner Pensionierung bricht nicht nur sein soziales Umfeld weg, welches der Beruf mit sich brachte, sondern auch die geliebte Arbeit. Ganz anders ist die Situation bei Jürgen Podlass: Der Sozialpädagoge freute sich enorm auf seine Pensionierung. Allerdings hat er noch keine Idee, wie er den neuen Lebensabschnitt gestalten könnte. Gemeinsam entscheiden sich die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere, von ihrem Wohnort aus im Kanton Aargau mit Zelt und Schlafsack zum nördlichsten Punkt Deutschlands zu laufen. Auf ihrem 1300 Kilometer langen Weg erhoffen sie sich, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Doch unterwegs ergeben sich zwischenmenschliche Konflikte, die das gemeinsame Unternehmen gefährden.

  • S2025E17 Erster Schweizer Baseball-Profi – Der einsame Weg in die Major League

    • August 31, 2025

    Mit der Unterschrift auf dem Profivertrag gibt der 19-jährige Schweizer Dominic Scheffler seine Freiheiten ab: Erst muss er sich auf Geheiss des Clubs einer präventiven Armoperation unterziehen und ein ganzes Jahr auf Baseball verzichten. Kaum genesen, erreicht ihn völlig überraschend das Aufgebot der Cincinnati Reds. Scheffler hat nur einen Tag Zeit, sich von seiner Familie und Freundin zu verabschieden. Gleichzeitig kämpft sein Grossvater, sein grösster Unterstützer und Mentor, mit schweren gesundheitlichen Problemen. In der Abgeschiedenheit Arizonas, wo er im Trainingscamp unter der ständigen Beobachtung von Trainern und Scouts steht, fühlt sich der Familienmensch Scheffler zunehmend isoliert. Fern von seiner Freundin und seinen Liebsten stellt er sich die entscheidende Frage: Kann er seinen Traum, eines Tages vor 50'000 Fans zu spielen und Millionen zu verdienen, trotz aller Herausforderungen weiterverfolgen? Reporter Oliver Streuli begleitet ihn auf seinen Weg zum Baseball-Profi.

  • S2025E18 Wildhüter in der Stadt – Jagd und Tierschutz im Wohnquartier

    • September 10, 2025

    Die Stadt Zürich ist ein Wildschongebiet. Jagen und die Population kontrollieren dürfen hier nur die Wildhüter. Aber der Wald macht einen Viertel der Stadtfläche aus. Fabian Kern muss teilweise jagdlich eingreifen. Dieses Jahr sind es circa 150 Rehe, die geschossen werden müssen. Doch auch der Schutz vieler Tiere gehört zu seinen Aufgaben. Er muss eine Dachsfamilie vor einem Kanalisationsbau schützen, die brütenden Vögel vor der Dachsanierung oder eine verirrte Ringelnatter aus einem Schacht befreien. Dabei muss er sich dem Rhythmus der Tiere anpassen. Oft ist seine Arbeit unsichtbar: Er ist alleine unterwegs und das nachts. Und doch macht für ihn alles Sinn.

  • S2025E19 Leben mit Hochbegabung – Wo steht Maximilian Janisch heute?

    • September 17, 2025

    Das mediale Interesse am Wunderkind Maximilian entfachte 2013, als die ETH Zürich den damals Zehnjährigen als regulären Studenten ablehnte. Maximilian und seine Eltern polarisierten: Während einige in den Kommentarspalten ihre Bewunderung für den Jungen äusserten, dessen IQ die üblichen Skalen sprengt, überschütteten andere seine Eltern mit Kritik und Häme. Sie warfen Monika Janisch und dem emeritierten Mathematik-Professor Thomas Drisch vor, ihren Sohn zu sehr zu pushen und ihm seine Kindheit zu rauben. Reporterin Helen Arnet begleitet Maximilian seit zehn Jahren mit der Kamera und lässt das mittlerweile erwachsene Wunderkind über seine Erlebnisse reflektieren.

  • S2025E20 Erfolgreich trotz Stottern – Wie Betroffene Barrieren überwinden

    • October 8, 2025

    Harish Sritharan war der erste stotternde Student, der an der Pädagogischen Hochschule Luzern aufgenommen wurde. Dozierende zweifelten an seiner Fähigkeit zu unterrichten. Mit seiner Beharrlichkeit schaffte Harish die Ausbildung zum Lehrer trotz aller Bedenken. Nach dem Ende seiner Schulzeit befürchtete auch Joel Rieble, beruflich keine Karriere machen zu können. Doch nach seiner Lehre zum Polymechaniker hängte er die Berufsmatura und ein Studium an und arbeitet heute als Entwicklungsingenieur. «Es war hart», erinnert sich Joel, «aber ich wollte es allen zeigen: Was ihr könnt, kann ich auch.»

  • S2025E21 Pflegekräfte aus den Philippinen – Rettung für Schweizer Spitäler?

    • October 15, 2025

    Der Einstieg in den Schweizer Arbeitsalltag ist für die Pflegefachkräfte aus den Philippinen alles andere als einfach. Zwar bringen sie ein B2-Zertifikat in Deutsch mit, doch der Schweizer Dialekt stellt sie vor Herausforderungen. Für das Spital ist es das erste Mal, dass Pflegepersonal aus den Philippinen angestellt wird. Die Pflegefachkräfte erhalten den gleichen Lohn wie ihre Schweizer Kolleginnen und Kollegen müssen aber nach 18 Monaten in ihr Heimatland zurückkehren. Trotz dieser Rahmenbedingungen stösst das Projekt auf Kritik.

  • S2025E22 Ostdeutschland – Auf den Spuren der Unzufriedenheit (Teil 1)

    • October 22, 2025

    Es sei viel gemacht worden seit der Wiedervereinigung vor 35 Jahren, sagen Einheimische in Thüringen und Sachsen. Dennoch trifft man oft Unzufriedene. Sie beklagen sich über angeblich besser gestellte Flüchtlinge, über wirtschaftliche Engpässe oder das militärische Aufrüsten. Putin-Freundlichkeit und DDR-Nostalgie: keine Seltenheit. Emotionen – befeuert durch die aufstrebende Partei AFD, die davon profitiert. Ein Leipziger Professor nennt Gründe für die Unzufriedenheit wie: niedrigere Löhne, weniger Vermögen oder die klare Unterrepräsentation in Elitepositionen.

  • S2025E23 Ostdeutschland – Chancen trotz Polarisierung? (Teil 2)

    • October 29, 2025

    Die Situation in Ostdeutschland ist vielseitig. In Dresden zum Beispiel ist, im sogenannten Silicon Saxony, eine europäische Hochburg für die Halbleiter-Produktion entstanden. Doch viele Ortschaften kämpfen mit Bevölkerungsschwund, Überalterung, vernachlässigter Infrastruktur, Leerstand, Männerüberschuss. Insbesondere die rechtsaussen Partei AfD feiert hier grosse Erfolge. Dabei warnen Wirtschaftsexperten. Die fremdenfeindliche AfD-Politik würde Attraktivität dieser Ortschaften weiter vermindern und das Problem verschärfen. Reporter Christof Franzen besucht Menschen, die sich gegen diesen Trend wehren.

  • S2025E24 Landwirtschaft trotz allem – Aufbruch ins harte Bauernleben (Teil 1)

    • November 26, 2025

    Mario Hehlen, 18, ist im zweiten Lehrjahr als Landwirt bei Familie Mürner im Berner Oberland. Als Bauerssohn träumt er davon, den Hof seines Vaters zu übernehmen. Seine Leidenschaft ist gross, doch die Belastung bringt ihn an seine Grenzen. Wird er das zweite Lehrjahr schaffen? Auch Sophie Bührer, 25, kämpft mit Herausforderungen: Seit drei Jahren führt sie einen Hof mit knapp 50 Milchkühen. Notfälle und der Ausbruch der Blauzungenkrankheit setzen ihr jedoch zu, ein Drittel der Herde stirbt. Kann sie trotz dieser Rückschläge weitermachen? SRF «Reporter» begleitet die beiden beim Aufbruch ins harte Bauernleben.

  • S2025E25 Landwirtschaft trotz allem – Zwischen Verlust und Umbruch (Teil 2)

    • December 3, 2025

    Junglandwirtin Sophie Bührer, 25, erlebt eine schwere Zeit: Auf ihrem Betrieb in Bibern im Kanton Schaffhausen stirbt ein Drittel der Kühe an der Blauzungenkrankheit. Und privat erleidet sie den Verlust ihres Kindes kurz vor der Geburt. Sophie steht vor der schwierigen Entscheidung: aufhören oder weitermachen. Auch Michèle, 38, und Daniel Häfliger, 39, stehen vor einer Herausforderung: Auf ihrem kleinen Bergbauernhof in Romoos LU wollen sie die Schafsfleischproduktion aufgeben, da das Schlachten nicht mit ihren Werten vereinbar ist. Doch alternative, rentable Betriebszweige sind im steilen Gelände kaum möglich. Können die beiden Familien trotz aller Hindernisse ihren Hof erhalten und neue Perspektiven entwickeln?

  • S2025E26 Landwirtschaft trotz allem – Mit Innovation zum Durchbruch? (Teil 3)

    • December 10, 2025

    Michèle, 38, und Daniel Häfliger, 39, wollen aus ihrem Betrieb in Romoos im Kanton Luzern einen Lebenshof machen. Keines der Schafe soll mehr geschlachtet werden. Um sich diesen Traum zu erfüllen, müssen beide auch auswärts arbeiten, doch die Doppelbelastung setzt ihnen zu. Auch René Ritter, 43, und sein Partner Andi Gass setzen auf Innovation: Auf ihrem Ackerbau-Betrieb im Baselbiet wagen sie trotz Rückschlägen neue Versuche mit Kichererbsen.

Season 2026

  • S2026E01 Meine Swiss-American Family und Trump – Ein Jahr danach | Teil 1

    • January 14, 2026

    Katie und Hanna Winzenried sind Schwestern, doch ihre politische Welt könnte nicht unterschiedlicher sein. Katie lebt mit ihrer Familie in Bakersfield, einer konservativen Gegend, mitten im liberalen Kalifornien. Mit Trump an der Macht ist sie zufrieden. Sie findet einzig, er könnte weniger «mean things» sagen. Hanna hingegen, Mutter von Zwillingen, daheim im demokratischen Denver, meint: «Es ist erschreckend, was in unserem Land passiert.» Was die Schwestern verbindet: Politische Äusserungen im grossen Familienkontext vermeiden sie.

  • S2026E02 Meine Swiss-American Family und Trump – Ein Jahr danach | Teil 2

    • January 19, 2026

    Jason Winzenried lebt im konservativen Bundesstaat Wyoming. Er selbst wählt liberal und sieht sein Land durch Trumps Politik in Richtung Autokratie rutschen. Er habe seine Heimat verloren. Diskussionen über Politik innerhalb seiner mehrheitlich republikanischen Familie vermeidet er. Er sei „verstummt“. Die mittlere Tochter, Kirsten Winzenried, lebt mit ihrer Familie in Seattle. Sie ist überzeugte Republikanerin und hat Trump gewählt. Doch ob sie ihn wiederwählen würde, kann sie mittlerweile nicht mehr beantworten. Trumps spaltende und polarisierende Art missfällt ihr zutiefst.

  • S2026E03 Meine Swiss-American Family und Trump – Ein Jahr danach | Teil 3

    • January 21, 2026

    Beim Weihnachtsfest der Winzenrieds prallen politische Welten aufeinander: Vom MAGA-Schwiegersohn Chris bis zur linken Tochter Hanna ist alles dabei. Gastgeber Jay und Valerie sind treue Republikaner, die Trump kritisch sehen. Unter einem polarisierenden Präsidenten werden die Differenzen deutlich. Jason spricht kaum noch über Politik: «Mit der Agenda 2025 ist so klar, was Trump will, dass ich nicht mehr daran glauben kann, dass alle in dieser Familie das Beste für das Land wollen.» Jay bleibt optimistisch: «Vielleicht bin ich naiv, ich glaube aber nicht, dass dieses Land auseinanderfällt.»

  • S2026E04 Polizei Obwalden am Limit? – Eine Behörde schlägt Alarm

    • March 4, 2026

    Häusliche Gewalt, Internetdelikte, Strassen- oder Bergunfälle. Bei solchen und vielen anderen gemeldeten Fällen sind die Polizistinnen und Polizisten der Kantonspolizei Obwalden meist rasch vor Ort. Mit derzeit rund 64 Vollzeitstellen ist das Korps allerdings knapp besetzt. Doch für eine schnelle Aufstockung fehlt dem Kanton das Geld. Und es ist auch politisch umstritten, wie viel die Sicherheit tatsächlich kosten darf. Die Beamten warnen derweil: Wenn man den Strafverfolgungsbehörden zu wenig Ressourcen gebe, könnte man irgendwann den Rechtsstaat gefährden.

  • S2026E05 Unser Vater, der Staatschef – Schweizerinnen auf Spurensuche in Ghana

    • March 11, 2026

    Als Kinder fliehen die Zwillinge Alicia Nelson (47) und Amanda Kuster (47) nach dem Tod ihres Vaters, des ghanaischen Präsidenten Fred Akuffo, in die Schweiz. Aufgewachsen bei einer Adoptivfamilie im Zürcher Oberland, leben sie zwischen zwei Welten. Nun kehren sie erstmals in ihr Geburtsland zurück – in der Hoffnung, ihre Wurzeln zu finden, das Grab ihres Vaters zu besuchen und zu verstehen, weshalb sie Ghana damals verlassen mussten. Die Zwillingsschwestern treffen ihre leibliche Familie, entdecken alte Familienhäuser und stellen sich schmerzhaften Fragen: Wo ist ihr Zuhause – in der Schweiz oder in Ghana?

  • S2026E06 Der Stripper – Zwischen Showbiz und Sinnsuche

    • March 25, 2026

    Benny Cleary, 37, tourt mit der Show «Thunder from Down Under» um die Welt und lebt ein Leben auf der Bühne verschiedener Länder. Der gelernte Zimmermann und Helikopterpilot aus Australien mit Wurzeln im Kanton Uri stellt sich zunehmend Fragen nach Zukunft und Beständigkeit. Zwischen Berggasthaus, Striptease-Bühne und Neubeginn in den USA begleitet die Reportage einen Mann, der loslassen will – und lernen muss, Ja zu sagen zu dem, was kommt.

  • S2026E07 Kompost statt Sarg – Eine neue Art der Bestattung

    • April 15, 2026

    Herbert Ammann will nach seinem Tod zu Kompost werden. Die beiden offiziellen Bestattungsformen der Kremation und Erdbestattung passen ihm nicht. Weder will er verbrannt werden noch in einem Sarg unter der Erde vermodern – sondern zu fruchtbarer Erde werden.

  • S2026E08 Ein Schweizer in Ghana – 10 Jahre für den PET-Recycling-Traum

    • April 22, 2026

    Zehn Jahre kämpft ein Schweizer Ex-Banker in Ghana für seinen Recycling-Traum. 3000 Menschen sammeln PET für ihn. Dann steht seine Fabrik plötzlich leer. Was ist passiert – und warum scheitert nicht nur er, sondern eine ganze Industrie?

  • S2026E09 Heiraten mit Beeinträchtigung – Eine jüdische Traumhochzeit

    • April 29, 2026

    Beatrice Wyler lebt im Beth Chana, einem jüdischen Heim für Menschen mit Beeinträchtigung in der Stadt Zürich. Ihr ganzes Leben träumte sie davon, einmal zu heiraten. In Gerard Naphtaly hat sie mit knapp 70 Jahren den Mann gefunden, der sie unter «die Chuppa», den Traubaldachin, führen wird.

  • S2026E10 Palantir und die Schweiz – Zwischen Daten und Macht

    • May 6, 2026

    Ein Journalistenkollektiv und ein Tech-Gigant vor Gericht: Palantir bestreitet die Darstellung seiner gescheiterten Schweizer Ambitionen und beharrt auf einer Gegendarstellung.

  • S2026E11 Plötzlich gelähmt – Der harte Weg zurück ins Leben (Teil 1)

    • May 20, 2026

    Guido Suter, 50, war Elitesoldat, Swiss-Ski-Coach und führte Kriseneinsätze für das EDA – immer bereit, bis ans Limit zu gehen. Vor drei Jahren brach er sich bei einem Skiunfall den zweiten Halswirbel und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Wie geht er mit seinem Schicksal um?

  • S2026E12 Plötzlich gelähmt – Entscheidung über Leben und Tod (Teil 2)

    • May 27, 2026

    Guido Suter, 50, ehemaliger Elitesoldat, Swiss-Ski-Coach und Leiter von EDA-Kriseneinsätzen, lebte stets am Limit. Seit einem Skiunfall vor drei Jahren ist er vom Hals abwärts gelähmt und steht nun vor der Entscheidung: Weiterleben oder Exit?