Interview mit Außenministerin Annalena Baerbock am 27.07.2022
September 2021: KABUL-LUFTBRÜCKE bereitet einen ersten Konvoi für Ortskräfte, Bundeswehr-Übersetzer und Menschenrechts-Verteidiger:innen, die aus dem Land fliehen müssen, vor. Der Flughafen ist geschlossen, die Situation angespannt. Einzige Chance scheint der Landweg über den Grenzübergang in Torkham zu sein. Ist der von Kabul 230 Kilometer östlich gelegene Grenzort zu Pakistan wirklich eine sichere Option?
November 2021: Um der Öffentlichkeit und vor allem der Bundesregierung zu beweisen, dass es möglich ist, gefährdete Menschen über den Luftweg nach Islamabad zu bringen, chartert die KABUL-LUFTBRÜCKE ein Flugzeug. Parallel gehen aber vor allem die Evakuierungen mit Minibussen weiter. Fünf unbegleitete Minderjährige müssen schnellstmöglich in Sicherheit gebracht werden.
Februar 2022: Ein erstes Treffen zwischen Vertretern der Zivilgesellschaft, dem Außen- und Innenministerium über ein Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan wird wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine verschoben. Gleichzeitig wird die Situation in Afghanistan immer bedrohlicher: Die neuen Machthaber durchsuchen Häuser, verbrennen Dokumente. Die LUFTBRÜCKE versucht den Druck für ein Aufnahmeprogramm aufrecht zu erhalten.
Das Ringen um das Bundesaufnahmeprogramm geht weiter. Während dieser Gespräche kommt die Nachricht: Außenministerin Annalena Baerbock wird nach Islamabad reisen. Wird sie Zeit finden, eines der Gästehäuser der KABUL-LUFTBRÜCKE zu besuchen? In Kabul entschließt sich der Mann, der seit Monaten hilft, Menschen zu evakuieren, seine Heimat zu verlassen. Auch er ringt um ein Visum, damit er ausreisen kann.