Er war eigentlich immer im Boxkeller der Kiezkneipe "Zur Ritze" anzutreffen. Doch wo Stefan Hentschel jahrzehntelang trainierte, da starb er auch. Er erhängte sich am Haken seines Boxsacks am Ende eines bewegten Luden-Lebens. Schon in den 1970er-Jahren nahm der Kiez-Pate Wilfrid Schulz den Boxer unter seiner Fittiche. Doch Hentschel verliert seinen ersten Profi-Kampf, dann dazu noch bei einem Streit in einer Kneipe sein rechtes Auge, so kann er nicht mehr in den Sparring. Sein Ausweg: Zuhälter. Er kauft sich im Eros-Center ein. 27 Frauen arbeiten in seinem "Salon Mademoiselle". Diese rasende Expansion gefällt der Chicago-Bande von der anderen Seite der Reeperbahn nicht. Ein Auftragskiller wird auf ihn angesetzt: Werner "Mucki" Pinzner. Wie durch ein Wunder entgeht Hentschel ihm, doch das Leben holt ihn immer wieder ein. Zum Schluss ist er pleite, obdachlos und nimmt da vom Leben Abschied, wo er die meisten Stunden verbracht hat: in der legendären Kiezkneipe "Zur Ritze".